12. Festival ein voller Erfolg

Jannis Alexander Kiefer erhält den „Filmsalat“-Hauptpreis

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Dr. Dörte Liebetruth, Lutz Brockmann, Moderatorin Eva-Maria Schneider-Reuter, die Juroren Jörn Zweibrock, Hannah Ziegel und Daniel Nocke, Publikumspreisträger Ron Jäger, Jürgen Menzel und Wilfried Lichtenberg vom Koki sowie Werner Meincke, Vorsitzender des Kulturausschusses (v.l.).

Verden - Kino in seiner direktesten Form, das kennzeichnet das Kurzfilmfestival „Filmsalat“, das das Kommunalkino (Koki) Verden am Wochenende zum zwölften Mal im Cine City veranstaltete. 144 Filmschaffende aus dem In- und Ausland hatten ihre Beiträge eingereicht. Die ausgewählten Produktionen waren am Sonnabend blockweise zu sehen. Abends gab die Jury die Preisträger bekannt.

Den mit 1500 Euro dotierten Hauptpreis bekam Jannis Alexander Kiefer für seine Kurzdoku „Ein Moment bei meiner Großmutter“. Die Jury lobte hier die „subtile Annäherung an das Thema Demenz und Verlust“. Den Publikumspreis erhielt Ron Jäger für seinen eindringlichen Stummfilm „Wir müssen reden“. Der Jungfilmer war sogar anwesend und konnte seinen mit 500 Euro dotierten Preis persönlich entgegennehmen. 

Den Mitgliederpreis und ebenfalls 500 Euro bekam Kristina Shtubert für ihr Mutter-Tochter-Drama „Elisa“. Des Weiteren wurden zwei mit je 750 Euro dotierte Förderpreise vergeben. Zum einen an Johannes Bachmann für seine Comedy „Einfach nicht machen ist Filme“, zum anderen an Maximilian Brecht für den Polit-Thriller „Zorn dem Volke“.

Jürgen Menzel, Vorsitzender des Kommunalkinos, lobte abschließend die hohe Qualität der eingereichten Filme und freute sich über die große Resonanz. „Wir hatten noch nie so viele Besucher wie in diesem Jahr. So ein Festival lebt davon, dass das Publikum sich beteiligt.“

Am Freitagabend gab es einen Empfang für geladene Gäste.

Eröffnet worden war das Festival am Freitagabend mit „Grüner wird’s nicht“ von Florian Gallenberger. Zuvor gab es einen Empfang für geladene Gäste. Jürgen Menzel erinnerte hier daran, dass der „Filmsalat“ bereits für viele junge Talente der Beginn einer tollen Karriere gewesen war. Und er hob hervor, dass der Kurzfilm etwas Besonderes sei: „Seine Kunst ist die Festlegung. Unter Umständen auf das eine Bild, die eine Einstellung, die eine Fahrt, den einen Dialog. Er hat keine Zeit. Er hat nur diese eine Chance. Man verzeiht ihm nichts.“

Menzel erinnerte daran, dass auch die Anfänge der Filmgeschichte kurz waren. „Sie alle stammen aus einer Zeit, in der das Kino selbst noch ein Experiment war.“ Heute sei der Kurzfilm die andere Seite des Kinos, sein cineastisches Labor, sein Unbewusstes und sein Gespür für das noch nicht Gezeigte. Viel zu selten sei sein Ort das Kino oder das Fernsehen.

Menzel forderte die Gäste daher auf, die Chance zu nutzen und Programme zu erleben, in denen die unterschiedlichsten Filme aufeinander treffen. Abschließend galt sein Dank den Juroren Rosa Hannah Ziegler, Daniel Nocke und Jörn Zweibrock sowie den Sponsoren, ohne deren Förderung ein solches Festival nicht möglich sei. Auch die Vorbereitungsgruppe bekam ein dickes Lob. „Ihr habt einen tollen Job gemacht.“

Landrätin Labinsky-Meyer will mit Kunst politische Zeichen setzen

Die stellvertretende Landrätin Karin Labinsky-Meyer bedauerte, dass der Landkreis aufgrund der starren Kulturförderrichtlinien in diesem Jahr nicht zu den Förderern zählt. „Diese Richtlinien bedürfen dringend einer Überarbeitung“, stellte sie fest. Mit Blick auf das „Wir sind mehr“-Konzert in Chemnitz sagte sie, wenn es der Kunst gelänge, so viele Menschen zu motivieren, dann müsse die Politik vielleicht künstlerischer werden.

Die Landtagsabgeordnete Dr. Dörte Liebetruth war in Vertretung des Schirmherren des Festivals, Staatssekretär Dr. Jörg Mielke, gekommen. Sie betonte, dass es dem Land Niedersachsen ein wichtiges Anliegen sei, das Festival in finanzieller und ideeller Weise zu unterstützen. 

In einer Zeit, in der viele oft viele Dinge gleichzeitig machten, sei es umso wichtiger, Formen zu unterstützen, bei denen es auf das aufmerksame Erleben ankommt. „Ich freue mich, dass das Kurzfilmfestival Filmsalat diesem einen Raum bietet“, so Liebetruth. 

ahk

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