Maßsäule mit zwei Skalen blieb nach Abriss erhalten

Ein Stück Erinnerung an die alte Eisenbahnbrücke

Heinz Riepshoff (l.) demonstriert Florian Fedderke und Bürgermeister Lutz Brockmann an der alten Skala, dass seine Sandale genau einen Fuß misst. - Foto: Haubrock

Verden - Viele Verdener haben den Abriss der alten Eisenbahnbrücke bedauert. Ganz verschwindet sie aber doch nicht. Ein Teil von ihr, die Maßsäule an einem der Brückenpfeiler soll als Denkmal und Erinnerung an die verschwundene Brücke erhalten bleiben. Die sieben Einzelteile werden auf dem Betriebshof der Stadt Verden zwischengelagert, bis ein geeigneter Standort gefunden ist.

Dass die Maßsäule nicht dem Abrissbagger zum Opfer fiel, ist dem Verdener Denkmalpfleger Heinz Riepshoff zu verdanken. Bereits 2009 entdeckte er diese Besonderheit an der Brücke beim Spazierengehen und schickte ein Bild davon an Bürgermeister Lutz Brockmann. „Bemerkenswert ist nämlich, dass die Skala auf der linken Seite Meter und auf der rechten Seite Fuß als Maßeinheit zeigt“, erklärte. „Die Brücke wurde 1846 erbaut, zu dieser Zeit waren noch beide Maßeinheiten gebräuchlich“, erklärt Riepshoff beim Pressetermin. Das metrische System sei 1832 auf Drängen von Gelehrten in Frankreich eingeführt worden, 1875 sei es nach Deutschland gekommen. Der Bau der Brücke liegt damit in der Übergangszeit.

„Im Jahr des Brückenbaus galt im Königreich Hannover noch der Fuß“, weiß Riepshoff. Zum Messen des Hochwasserstandes habe die Maßsäule daher wohl nicht gedient, sondern eher, um die Maße vergleichen zu können.

Als nun der Abriss der Brücke näher rückte, erinnerte sich Brockmann an das Foto und wandte sich an die Bahn. Er bat darum, die Brücke so abzureißen, dass die Maßsäule erhalten bleibt. Und so gelangte die Säule sorgfältig aus dem Pfeiler geschnitten zum Bauhof, und das auf Kosten der Bahn.

Abrissarbeiten an der alten Eisenbahnbrücke 

„Nun müssen wir darüber nachdenken, wo die Säule stehen soll, das ist ein spannendes Stück Stadtgeschichte“, so der Bürgermeister. Aufeinander gesetzt erreichen die sieben Blöcke aus Wesersandstein eine Höhe von dreieinhalb bis vier Metern. Damit die Stabilität gewährleistet ist, müsste die Säule noch in einen Rahmen eingebunden werden.

Eine Idee für einen passenden Standort hat der Bürgermeister schon. Er könnte sich vorstellen, dass die Maßsäule einmal am fortgeführten Alleruferweg Richtung Eitze, nahe dem Standort der alten Brücke, aufgestellt wird. 

ahk

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