Schlichtung verhindert weiteren Streik der Busfahrer / Auch Allerbus stimmt zu

55 Cent mehr und bis zu 400 Euro Corona-Beihilfe

Busbahnhof Verden
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Im März ruhte am Busbahnhof Verden der Verkehr. Es wurde gestreikt.

Verden – Nach Streik und harten Verhandlungsrunden gibt es nun eine Einigung im Tarifkonflikt der Verkehrsbetriebe Niedersachsen. Mehr Geld, mehr Urlaub und eine Corona-Beihilfe für die Arbeitnehmer, so haben die Schlichter entschieden. Sowohl Arbeitnehmer- als auch Arbeitgeberseite sprachen von einem zufriedenstellenden Tarif-Abschluss. Ob sich die Einigung auch auf den Geldbeutel der ÖPNV-Nutzer auswirken wird, bleibt abzuwarten. Dazu äußerten sich die Beteiligten nicht.

Der seit März andauernde Konflikt der Tarifgruppe Verkehrsbetriebe Niedersachsen konnte letztendlich nur durch einen Schlichterspruch beigelegt werden. Nach dem Arbeitgeberverband Nahverkehr (AVN) hatte nun auch die Arbeitnehmer-Tarifkommission dem Abschlus zugestimmt, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Verdener Unternehmens Allerbus.

Tarifabschluss mit Laufzeit bis zum 31. März 2023

Danach steigen die Stundenlöhne der Arbeitnehmer ab dem 1. Juli um einheitlich 0,55 Euro und ab dem 1. Oktober 2022 um weitere 0,25 Euro mit einer Laufzeit bis zum 31. März 2023.

Der Anspruch auf Erholungsurlaub wird bei einer Betriebszugehörigkeit von bis zu fünf Jahren ab dem 1. Janaur 2022 auf 28 Arbeitstage und ab dem 1. Januar 2023 auf 29 Arbeitstage erhöht.

Ferner wird eine Corona-Beihilfe in Höhe von 400 Euro für die Monate März bis Juni 2021 gewährt, für Auszubildende beträgt sie 150 Euro.

Konsens für alle beteiligten Verkehrsunternehmen und die Beschäftigten

„Mit dem verhandelten Gesamtpaket bin ich zufrieden“, so das Tarifkommissionsmitglied Uwe Fuhrmeister der KVG Stade. „Wir haben einen guten Konsens für alle beteiligten Verkehrsunternehmen und die Beschäftigten gefunden und können uns jetzt darauf konzentrieren, uns mit vereinter Kraft aus der Krise zu navigieren.“ Dem stimmt auch der Betriebsratsvorsitzende Andreas Abeling des hiesigen Verkehrsunternehmens Allerbus zu.

Dr. Uwe Gaßmann, stellv. Geschäftsführer des AVN, führt weiter aus: „Der Schlichterspruch wurde in unserer Tarifgruppe einstimmig angenommen, auch wenn in vielen Fällen in den Unternehmen mit dem Ergebnis die Belastungsgrenze erreicht ist. Er gibt uns aber auch Planungssicherheit bis Ende März 2023.“

Hohe Unsicherheit im ÖPNV hält nach wie vor an

Auch die Geschäftsführer Henning Rohde (VVG) und Axel Gierga (KVG Braunschweig) stimmen dem zu: „Es ist ein herausfordernder Abschluss. Dennoch zeigt der Schlichterspruch Augenmaß gegenüber den Bedingungen, denen die Unternehmen durch die Pandemie ausgesetzt sind. Die hohe Unsicherheit im ÖPNV hält nach wie vor an. Struktureller Nachfragerückgang und Verkehrswende stellen uns gemeinsam mit der anhaltenden Corona-Krise in nächster Zukunft vor große Herausforderungen, die wir nur im Miteinander bewältigen können.“

Tarifverhandlungen hatten im August 2020 ihren Anfang genommen

Die Tarifverhandlungen hatten im August 2020 ihren Anfang genommen und waren bedingt durch die Corona-Pandemie für beide Seiten schwierig verlaufen, teilen die Tarifparteien weiter mit. Auch in einem neuerlichen Anlauf konnte im März aus Sicht der Gewerkschaft in den ersten beiden Runden kein abschlussfähiges Angebot seitens des AVN akzeptiert werden.

Gewerkschaft Verdi rief daraufhin zum Warnstreik auf

Verdi rief daraufhin zum Warnstreik auf. Nachdem auch eine weitere Verhandlungsrunde Ende März scheiterte, wurde auf Bestreben des Arbeitgeberverbandes ein Schlichtungsverfahren eingeleitet

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