Kreis ermittelt Kosten und Nutzen von Thedinghausens BSAG-Anbindung

Straßenbahn fürs Dorf

Eine Straßenbahn an einer Haltestelle. Auf der Anzeigetafel steht Lilienthal. Ein Mann ist im Begriff einzusteigen.
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Lilienthal hat es vorgemacht: Seit 2014 fährt die Straßenbahnlinie 4 der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) über die niedersächsische Landesgrenze hinaus bis nach Lilienthal-Falkenberg.

Landkreis/Thedinghausen – Warum nicht mit der Tram nach Bremen zur Arbeit? Die Vorstellung, in Thedinghausen in die Straßenbahn steigen zu können, klingt verlockend, aber auch utopisch für eine ländliche Umgebung. Für die Weyher Arbeitnehmer soll der Umstieg aber Wirklichkeit werden und so erscheint die Endstation der Bremer Straßenbahn AG im Kreisgebiet einiges realistischer.

  • Von Weyhe aus sind es nur ein paar Kilometer bis nach Thedinghausen.
  • Die Bremer Straßenbahn baut eine Trasse, auf der Straßenbahn ab 2024 zwischen Hauptbahnhof und Weyhe pendeln soll.
  • Bestrebungen im Landkreis, die Samtgemeinde gleich mit ans Straßenbahnnetz anzuschließen stoßen beim Landkreis auf vorsichtige Skepsis.

Die von der CDU aufgegriffene Idee geht im März in die Kreistagsgremien. Verständnislos abgewunken hat im Kreishaus die Stabsstelle Planung von Volker Lück allerdings nicht. Sie hat erstmal ermittelt und ist auf viele offene Fragen gestoßen.

Die Trasse vom Pingelheini ist vorhanden

Der Idee des christdemokratischen Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Hogrefe als Ganzes Beifall zu spenden, konnte sich der Fachbereich nicht durchringen. Dazu sei noch zuviel unklar. Die Gelegenheit aber begrüßte Lücks Stabsstelle schon mal, dass man für die Anbindung der Samtgemeinde die bestehende Trasse der Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE) nutzen kann, die Strecke auf der jetzt der Pingelheini verkehrt. Damit das Vorhaben allerdings auch wirtschaftlich Sinn macht, müssten Kosten-Nutzen-Analysen zumindest ergeben, dass es sich dauerhaft trägt.

Die Finanzierung des Projekts, das Lück mit immerhin 30 Millionen Euro veranschlagt, scheint noch nicht mal das Problem zu sein. Die Stabsstelle erwartet, dass der Bund ein solches Projekt zu 75 Prozent fördern könnte. Ob es auch Landesmittel gibt und wie hoch die ausfallen, sei noch nicht zu sagen. Die Fahrzeuge fördere Hannover jedenfalls mit 50 Prozent. Am Beispiel der Anbindung von Lilienthal an das Bremer Straßenbahnnetz könnte man für die Einwerbung von Fördermitteln lernen.

Kosten-Nutzen-Faktor 0,3

Grundlage für eine Förderung sei allerdings, dass Kosten und Nutzen einander aufwiegen, ein Faktor von 1 also. „Nach Einschätzung der Landesnahverkehrsgesellschaft würde der Nutzen-Kosten-Faktor in etwa 0,3 erreichen“, berichtet die Stabsstelle in der Beratungsvorlage für den Fachausschuss und den Kreistag.

Auch der Nutzen einer solchen Verbindung ist noch mit einigen Fragezeichen versehen. Zahlen über die Verkehre auf dieser Verbindung liegen nicht vor. Eine Verkehrssimulation würde helfen und Daten über mögliche Fahrgastzahlen, Reisezeitersparnisse und verringerte Umweltbelastung liefern. Allerdings müsse dabei auch berücksichtigt werden, dass jetzt mit Bürgerbus und dem Reisedienst von Rahden aus Schwanewede Busse auf einem Teil der Strecke, auf der Linie 750, verkehren und sogar in die Schülerbeförderung eingebunden sind. Da seien Fahrgasteinbußen und Einnahmeausfälle zu berücksichtigen.

Keine Zeitersparnis

Mit einer Zeitersparnis rechnet die Kreisverwaltung eher nicht. Auf der Linie 750 fahre der Bus von Thedinghausen etwa eine Stunde bis zum Bremer Hauptbahnhof. „Die Straßenbahn benötige vom Hauptbahnhof nach Weyhe-Leeste 40 Minuten. Bis nach Thedinghausen wäre dann noch eine Strecke von 16 Kilometern inklusive zusätzliche Halte zurückzulegen“, hat die Stabsstelle ermittelt.

Unabhängig von Staus auf den Straßen

Allerdings werden die Passagiere auf der Schiene nicht mehr mit Staus rechnen müssen, weil die Bahn auf ihrer eigenen Trasse abseits der Straße verkehrt. Das mag im ländlichen Bereich zwischen der Samtgemeinde und Weyhe nicht so bedeutsam sein, aber spätestens von dort ist die Verbindung nach Huchting sehr häufig von Staus belastet.

Von Ronald Klee

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