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Aller-Weser-Klinik will Parkhaus bauen: Abriss und Kreisel an der Eitzer Straße

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Von: Markus Wienken

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Die Planzeichnung für einen Kreisel in Verden.
Der Kreisel wird an der Einmündung Eitzer Straße/Grüne Straße gebaut (gelb unterlegt). Auf dem Krankenhausgelände könnte das Parkhaus entstehen. © Stadt Verden

Die Aller-Weser-Klinik in Verden wächst und damit auch der Verkehr rund um den Komplex. Ein Kreisel soll dafür sorgen, dass es nicht zum Infarkt an dem Knotenpunkt kommt. Gebaut werden soll im Frühjahr 2023. Die Planungen dafür sind angelaufen.

Verden – Morgens, 7.30 Uhr in Verden. Rund um die Einmündung Eitzer Straße/Grüne Straße und Am Burgberg herrscht Hochbetrieb. Ein Nadelöhr, wo Angestellte der AWK, Besucher der Klinik oder Schüler des benachbarten Domgymnasiums zu Fuß, mit dem Rad vor allem aber auch mit dem Auto unterwegs sind. Ein großes Durcheinander, das sich im Laufe des Tages, zur Mittagszeit oder zum Schichtwechsel in der Klinik regelmäßig wiederholt.

Verkehr wird eher noch mehr, spätestens mit dem neuen Bettenhaus

Ein Ende des Verkehrs ist nicht absehbar. „Es wird eher immer mehr“, sagt Rainer Kamermann, Fachbereichsleiter Straßen und Stadtgrün. Im kommenden Jahr soll das neue Bettenhaus der AWK öffnen, weitere Autos dürften in das Viertel drängen. „Ein Kreisel kann den Knotenpunkt entzerren“, so Kamermann.

Zunächst einmal muss Platz geschaffen werden. Die Stadt hat das Haus Eitzer Straße Nummer 8 gekauft. Es muss im Zuge der Planungen abgerissen werden. Einem weiteren benachbarten Gebäude, Haus Nummer 6, drohte ursprünglich das gleiche Schicksal. „Nach den jüngsten Planungen kommen wir aber um einen Abriss herum. Nur ein kleiner Anbau auf der Fläche wird verschwinden“, erklärt Stephanie Weber von der Verwaltung.

Eine Einmündung einer Straße in Verden.
Nadelöhr und unübersichtlich: Die Einmündung Eitzer Straße/Grüne Straße muss eine Menge Autoverkehr aufnehmen. Ein Kreisel soll an dem Knotenpunkt für Ordnung sorgen. Baubeginn ist für das Frühjahr 2023 geplant. Haus Nummer 8 (links am Bildrand) wird dafür abgerissen. © Markus Wienken

Wo eigentlich an der Kreuzung Eitzer Straße/Grüne Straße alles sehr eng und unübersichtlich ist, eine Fußgängerampel oftmals für zusätzliche Verwirrung sorgt, schafft der Abriss notwendigen Raum für den Kreisel, der maßgerecht in die Ecke gesetzt werden kann. Kreisrund ist das Bauwerk allerdings nicht so ganz. „Es wird eher ein Oval, da wir die Zu- und Ausfahrten entsprechend anpassen“, so Kamermann.

Haus Nummer 8 muss weichen

Doch egal, ob rund oder oval, entscheidend für den Verkehrsfluss dürfte sein, dass Autos künftig über den Kreisel, da wo jetzt noch das Haus mit Nummer 8 steht, direkt auf das Gelände der Aller-Weser-Klinik fahren können. „Der gesamte Verkehr, der sonst in die Grüne Straße und dann in den Burgberg abbiegt, fällt damit weg. Die Zufahrt vom Burgberg auf das Krankenhausgelände wird zudem geschlossen“, erklärt Kamermann.

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Dass der Kreisel gebaut wird, steht fest. Ein Messtrupp hat bereits die notwendigen Daten an der Kreuzung notiert, ein Büro ist dabei, die Daten in Pläne umzusetzen. „Die Vorbereitungen für den Ausbaubeschluss laufen und sollen in der Septembersitzung im Fachausschuss vorgestellt werden. Letzte Gespräche mit der Straßenbaubehörde stehen noch aus“, so Stephanie Weber. Der Rat soll darüber im Dezember entscheiden. Gebaut werden soll im Frühjahr 2023.

Entscheidung über Parkhaus noch nicht gefallen

Ist der Kreisel so gut wie beschlossene Sache, wird über einen Bau nebenan noch verhandelt, der genau eben den Verkehr künftig aufnehmen sollte. Noch wird auf dem Gelände der Aller-Weser-Klinik ebenerdig geparkt. Die AWK möchte allerdings in die Höhe und dort ein Parkhaus bauen. AWK-Geschäftsführerin Marianne Baehr hat bereits für den Bau einen entsprechenden Antrag formuliert. Angedacht ist eine Variante mit circa 270 Stellplätzen auf insgesamt sieben versetzten und auf zwei Gebäudehälften verteilten Parkebenen. Begründet wird der Bau mit dem zunehmenden Parkraumdruck, verursacht vor allem durch Besucher der niedergelassenen Praxen und und Schüler des Domgymnasiums. Geschätzte Kosten: circa fünf Millionen Euro. Um das Projekt realisieren zu können, braucht die AWK eine anteilige Finanzierung von Stadt und Landkreis in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Eine Entscheidung über ein gemeinsames Darlehen müsste sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag fallen.

Bei der Stadt Verden weiß man bereits um die Pläne der AWK. Der Antrag liegt vor, Gespräche würden geführt, konkret sei bislang aber in diesem Fall noch nichts, äußerte Rainer Kamermann. Der Fachausschuss des Landkreises, der Ausschuss für Finanzen, Personal und Digitalisierung, hatte sich allerdings zu keiner Empfehlung durchringen können (wir berichteten). Auch der Kreistag hat in seiner Sitzung am vergangenen Freitag noch keine abschließende Entscheidung fällen wollen und auf weitere Gespräche mit der Stadt Verden verwiesen. Nun muss in großer Runde mit allen Beteiligten weiter verhandelt werden.

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