Cybercrime fordert Polizei und Justiz zunehmend

Angriffe auf Beamte ein „Riesenproblem“

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Bilanzkonferenz gestern Vormittag bei der Polizei (von links): Michael Vogel, Leiter der Analysestelle, Helge Cassens, Pressesprecher, Uwe Jordan, Leiter der Inspektion, Fabian Bernert, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes und Helga Stilke, Leiterin des Ermittlungsdienstes Achim.

Landkreis - Von Volkmar Koy. „Der Sonnenschein passt ganz gut zu unseren Zahlen.“ Der Leiter der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Uwe Jordan, zeigte sich gestern vor der Presse ganz besonders erfreut über die Aufklärungsquote. 62,67 Prozent sei der höchste Wert, der je in der Inspektion erreicht worden sei und liege über zwei Prozentpunkte über dem des Vorjahres.

Die Aufklärungsquote (oben) steigt an, die Anzahl der Fälle (roter Balken) nach unten.

Mit insgesamt 14636 Straftaten in den Landkreisen Osterholz und Verden sei ein marginaler Rückgang zum Vorjahr zu verzeichnen (minus 79 Straftaten), sagte Jordan in seiner Jahresbilanz. Dieser Trend spiegelt sich auch im Landkreis Verden wider: Hier seien 2014 mit 8884 insgesamt 189 Straftaten weniger zu verzeichnen als noch im Vorjahr; ein geringeres Straftatenaufkommen als 2014 habe es im Landkreis nie zuvor gegeben. Die Aufklärungsquote sei mit 64,49 Prozent sehr hoch. Zum Vergleich: Die Polizeidirektion Oldenburg erreichte 59,27 Prozent, die Polizei im gesamten Land Niedersachsen 60,61 Prozenz.

Der Grund für die erfreulich hohe Quote liege einmal mehr in der Aufklärung von Straftatenserien. Die Ermittler der Inspektion hätten mehrere Serien von Wohnungseinbruchsdiebstählen beweiskräftig aufgeklärt. Das gelte auch für die große Häufung von Diebstählen aus Fahrzeugen. Die Taten seien einer litauischen Tätergruppe zugeordnet worden.

Im Berichtszeitraum hätten im Landkreis Verden ferner 479 minderjährige Tatverdächtige (bis 18 Jahre) 681 Straftaten begangen (2013: 458 minderjährige Tatverdächtige, 664 Straftaten).

Ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr sei bei den Körperverletzungen festzustellen. 566 Körperverletzungen registrierte die Polizei im Landkreis Verden, das seien 22 mehr als 2013 gewesen. „Ein Riesenproblem“ seien laut Jordan weiterhin die Angriffe auf Polizeibeamte.

Hauptthema sei indes nach wie vor die extrem hohe Zahl an Eigentumsdelikten. 5637 Diebstahlsdelikte seien in der Inspektion 2014 registriert worden. Das seien 75 Taten weniger als im Jahr 2013 und somit so wenig wie noch nie zuvor. Gleichzeitig habe sich die Aufklärungsquote in diesem Deliktsbereich positiv entwickelt und sei auf 36,95 Prozent angestiegen (2013: 34,58 Prozent).

Im Landkreis Verden habe es ebenfalls einen geringen Rückgang bei diesen Delikten gegeben. Die Aufklärungsquote sei jedoch stark angestiegen, von 34,58 im Jahre 2013 auf nunmehr 41,69 Prozent. Diese Zahl sei auch einer Festnahme in Achim geschuldet. Wie Helga Stilke, Leiterin des Ermittlungsdienstes in Achim, ergänzend mitteilte, seien drei Täter für rund 100 Taten in der Stadt Achim ermittelt worden. „Ein großes Dankeschön“ hatte Stilke für die Mithilfe der Bevölkerung in dieser Sache parat. Nach den Worten des Leiters des Zentralen Kriminaldienstes, Fabian Bernert, sei die Masche der Täter oft dieselbe. Es werde an der Haustür geklingelt. Bevorzugt seien ältere Mitbürger. Schmuck stehe bei den Beutezügen an erster Stelle.

Im Jahr 2013 kam es noch nicht so deutlich zum Vorschein, 2014 hat sich dies geändert: Die Anzahl der Straftaten aus dem Deliktsbereich Cybercrime lag im Berichtszeitraum nunmehr bei 356 (2013: 165).

Ebenso arbeitsaufwendig wie die komplexen Verfahren im Bereich der Internetstraftaten seien die Ermittlungen im Bereich der Kinderpornografie, so Bernert. Im Jahr 2014 habe die Polizei im Landkreis Verden 24 derartige Delikte (2013: 25) registriert.

Überhaupt kein Verständnis hatte der Polizeichef für Überlegungen aus dem politischen Raum, so genannte weiche Drogen freizugeben. „Das ist ein völlig falsches Signal“, sagte Jordan unmissverständlich. Im Gegenteil: Der Druck auf Kleindealer soll erhöht werden. Die Anzahl der Drogendelikte sei im Landkreis Verden von 375 Fällen in 2013 auf 343 im vergangenen Jahr zurückgegangen.

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