Kritik vom BSK-Fachteam Bauen

Verdener Bahnhofsvorplatz mit „Stolperfallen, nicht barrierefrei“

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So präsentierten sich die Stolperfallen auf dem Bahnhofplatz beim Besuch der Krautheimer Selbsthilfe-Mitglieder.

Verden/Krautheim – „Der neugestaltete Bahnhofsvorplatz im niedersächsischen Verden ist alles andere als barrierefrei.“ Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) nach einer Besichtigung.

„Die ehrenamtlichen Mitglieder des BSK-Fachteams Bauen stellten erhebliche Planungs- und Ausführungsmängel fest“, berichtet Lea Lausecker von der Pressestelle des Vereins in einer Mitteilung. In einem Schreiben an die Verdener Stadtverwaltung fasste das Team die „Baumängel“ zusammen und erwartet durch deren Beseitigung die Herstellung von Barrierefreiheit und sichere Begehbarkeit.

Für viele Rollstuhlfahrer und Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist der lange steile Anstieg zum Bahnhofsgebäude ohne fremde Hilfe nicht zu bewältigen, stellt die Verbandsprecherin fest. Erlaubt seien maximal sechs Prozent Steigung oder Gefälle, aber nur, wenn nach sechs Metern eine 1,5 Meter lange Unterbrechung der Steigung erfolge.

Für Blinde fehlen Aufmerksamkeitsstreifen

Für blinde und sehbehinderte Menschen fehlten zudem Aufmerksamkeitsstreifen vor den Schleppstufen, sowie die Kennzeichnung der Kanten mit kontrastreichen Markierungen. Erforderliche Handläufe seien nicht vorhanden. 

„Für Menschen, die eine Sehbehinderung haben oder auf ein Hilfsmittel wie Rollator, Rollstuhl, Gehhilfe angewiesen oder auch mit dem Kinderwagen unterwegs sind, ist dieser Bereich bei Dunkelheit, Schnee und Eis eine Stolperfalle. Darauf haben wir die Stadtverwaltung bereits hingewiesen“, betont Manfred Liebich, ehrenamtliches Mitglied im BSK-Fachteam Bauen. Mehrere Unfälle auf dem Bahnhofsvorplatz zeigten, dass die Verkehrssicherungspflicht der Kommune vernachlässigt werde.

Laut BSK Barrierefreiheit in Verden möglich

In ihrem Lösungsvorschlag forderten die Fachteam-Mitglieder die Stadt auf, den Bahnhofvorplatz barrierefrei herzurichten, sodass eine problem- und gefahrlose Begehung nach den einschlägigen bekannten Vorschriften, DIN-Normen und Förderrichtlinien möglich wird. 

„Das Prinzip der Barrierefreiheit zielt darauf ab, dass nicht nur ältere Menschen, sondern auch Personen mit Kleinkindern in Kinderwagen oder Reisende mit Rollkoffern in die frei zugängliche Nutzung der baulich gestalteten Umgebung einbezogen werden“, heißt es in der Mitteilung. Dabei sei es egal, nach welcher DIN oder Vorschrift auch immer gebaut oder gestaltet wurde.

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