Tierisch schöne Begegnungen

Paten und ihre Störche kommen in der Station in Eissel zur Namensvergabe zusammen

Die sechsmonatige Noelia Kargel, hier mit ihren Eltern Laura und Volker und den Großeltern Jörg und Maike Weißer, ist die jüngste Patin. Ihr Storch heißt Simba.
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Die sechsmonatige Noelia Kargel, hier mit ihren Eltern Laura und Volker und den Großeltern Jörg und Maike Weißer, ist die jüngste Patin. Ihr Storch heißt Simba.

Verden/Landkreis – Sechs Patenschaften für Jungstörche hatte der Förderverein zum Schutze des Weißstorches im Landkreis Verden in diesem Jahr zu vergeben. 60 große und kleine Menschen hofften, bei der Verlosung der Verdener Aller-Zeitung gezogen zu werden. Neun Menschen, darunter Geschwister, Cousins und auch mal Mutter und Sohn, durften am Ende „ihrem“ Storch einen Namen geben.

Soweit die Statistik, hinter der sich schöne Begegnungen von Mensch und Tier verbergen, angereichert durch viele Informationen, die die Leiterin der Storchenstation, Petra Müller, und Vereinsschatzmeisterin Silke Brünn für die Paten parat hatten.

Die vierjährige Finja Niederstrasser aus Holtorf, hier mit Petra Müller und Silke Brünn (r.), suchte ganz allein für ihren Storch den Namen Rosi aus.

Für Jungstorch Rosi hat die vierjährige Finja Niederstrasser aus Holtdorf bei Thedinghausen die Patenschaft übernommen. Den Namen für ihren Vogel hat das Mädchen alleine ausgesucht. Zum Erstaunen ihrer Eltern Katharina und Tim, „weil sonst bei Finja jedes tierische Lebewesen, vom Hasen bis zum Huhn, Scarlett heißt“. Bei der Übergabe der Patenurkunde erzählten die Eltern, dass Finja eine ganz besondere Affinität zu Störchen habe. „Sie hat die Storchenstation schon einmal besucht, durfte dort beim Füttern der Kleinen helfen und auf dem eigenen Grundstück beim Beringen der dortigen Störche zusehen.“

Die beiden Cousins Jarne (l.) und Jannes Asendorf tauften ihren Storch auf den Namen Piet. Er stammt aus einem Nest in Intschede.

Piet hat mit dem sechsjährigen Jannes Asendorf aus Achim-Embsen und seinem vierjährigem Cousin Jarne Asendorf aus Oldenburg gleich zwei Paten bekommen. Dass es sich tatsächlich um einen männlichen Jungstorch handelt, konnte Petra Müller nicht bestätigen. „Wir nehmen einfach mal an“, sagte sie schmunzelnd. Die Großmutter der Kinder, Oma Elise, hatte sich für eine Patenschaft beworben.

Bei der Übergabe der Urkunde erfuhren die Jungs auch, woher ihr gefiedertes Patenkind stammt: Wildstorchbetreuer Joachim Winter hat es mit weiteren Geschwistern einem Nest in Intschede entnommen, nachdem ein Elternteil verunglückt war.

Zu Hause in Dörverden hat Bianca Beck (l.) Hunde und Katzen. Mit Sayuri kam nun noch – zumindest im übertragenen Sinne – ein Storch dazu. Petra Müller päppelt ihn auf, weil ein Elternteil des Jungstorches verstorben war.

Einen ungewöhnlichen Namen hat Bianca Beck für ihr gefiedertes Patenkind gewählt: Sayuri, „weiße Lilie“, ist auf ihrer Patenurkunde notiert. „Ich bin ein Fan japanischer Namen, das musste einfach so sein“, erzählte die Patin, die als Tierkommunikatorin arbeitet und daheim in Dörverden Hunde, Katzen sowie Kleintiere hält.

Sayuri stammt aus demselben Nest in Intschede wie Rosi und Piet. Längst hat sich das Trio super entwickelt und bereitet sich bereits mit täglichen Flugübungen auf die Reise gen Süden vor.

Nadine von Alvensleben und ihr Sohn Thomas Leo kennen die Storchenstation von Spaziergängen. Jetzt sind sie Paten von Leo.

Mit sechs Monaten gerade mal doppelt so alt wie ihr Patenstorch Simba ist Noelia Kargel aus Bruchhausen-Vilsen. Opa Jörg Weißer aus Achim hatte für sein erstes Enkelkind um die Patenschaft beworben. Simba, so berichtete Petra Müller, stammt aus einem Baumnest im Sachsenhain. Das sei nicht stabil genug gewesen und heruntergefallen. Mit ihm Simba und seine beiden Geschwister, die den Sturz aber nicht überlebten.

Mit Coco, dem Patenstorch von Nadine und Thomas Leo von Alvensleben aus Verden, hat es eine besondere Bewandtnis. Er schlüpfte im Freigehege der Storchenstation aus dem Nest, das seine flugunfähigen Eltern am Boden gebaut hatten. Gelege habe es dort auch schon in den zurückliegenden Jahren gegeben, so die Leiterin der Station. Doch hier seien dann die Krähen schneller gewesen und hätten sich die Eier geschnappt. Coco ist also der erste Nachwuchs der beiden Bodenbrüter.

Dazu, dass ihr Kaja als Küken einfach von einem fremden Storch aus dem Nest geschubst worden ist, haben Enna und Lasse Esch eine klare Meinung: „Das ist blöd.“

Kaja wiederum sei von einem fremden Storch in Hagen-Grinden aus dem elterlichen Horst gestoßen worden. Seine beiden Paten, Enna (5) und Lasse (7) Esch hatten dazu nur eine Meinung: „Das ist blöd“, waren sich die Geschwister aus Luttum einig.

Während die beiden Kaja vorsichtig streichelten, versorgte Petra Müller die großen Störche im Gehege mit Futter. Eintagsküken, zehn am Tag, sind die bevorzugte Nahrung der großen Vögel.

Dass deren Tötung ab dem 1. Januar des nächsten Jahrs verboten ist, erfreut zwar den Tierfreund. Gleichzeitig treibt es Petra Müller und Silke Brünn wie auch den Betreibern anderer Wildtierstationen aber Sorgenfalten auf die Stirn. Denn bislang gibt es keine Alternative, zumal Tiernahrung wie Katzenfutter für die Störche nicht geeignet ist.  nie/kp

Wer beitreten möchte: Der Förderverein zum Schutze des Weißstorches im Landkreis Verden ist zu erreichen in der Lindhooper Straße 67, 28283 Verden, Telefon 04231/15753, E-Mail silke-bruenn@landkreis-verden.de. Wer spenden möchte, hier die Bankverbindung bei der Kreissparkasse: IBAN: DE37 2915 2670 0019 0777 00, Swift-Bic: BRLADE21VER.

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