Ökumenische Frauengruppe lädt zum Weltgebetstag ins Domgemeindezentrum ein

„Steh auf und geh“

Die ökumenische Frauengruppe freut sich auf den Gottesdienst zum Weltgebetstag im Domgemeindezentrum. Los geht es am Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr. Foto: Haubrock-Kriedel

Verden – Frauen in mehr als 120 Ländern der Erde stehen am ersten Freitag im März auf und bilden eine Gebetskette rund um den Globus. Auch in Verden wird der Weltgebetstag gefeiert. Die ökumenische Frauengruppe lädt für den 6. März um 19.30 Uhr zu einem besonderen Gottesdienst in das Domgemeindezentrum ein.

15 Frauen aus sechs Verdener Gemeinden (Dom, St. Andreas, St. Johannis, St. Josef, St. Nikolai und Zionsgemeinde) treffen sich seit Ende November, um diesen Gottesdienst vorzubereiten. Die Gottesdienstordnung kommt in diesem Jahr von den Frauen aus Simbabwe. „Steh auf und geh“ aus dem Johannesevangelium haben sie als Motto für den Weltgebetstag gewählt. „Ich denke, wir haben anhand der Gottesdienstordnung aus Simbabwe einen schönen Abend erarbeitet. So sind wir zum Beispiel in kleinen Anspielen alle in wechselnden Rollen zu sehen“, sagt Irene Rolink von der Domgemeinde. Auch eine Musikgruppe hat sich gebildet, die die Lieder mit der Gemeinde singen und begleiten wird. Eine Dekogruppe sorgt für afrikanisches Flair im Gottesdienstraum. „Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle herzlich eingeladen, bei Getränken und landestypischen Speisen noch ein bisschen zu verweilen und miteinander ins Gespräch zu kommen“, so Rolink.

Für das Motto „Steh auf und geh“ haben sich die Frauen aus Simbabwe bewusst entschieden. Sie wissen, was dieser Satz bedeutet. Das Leben in dem krisengeplagten Land ist nicht einfach. Überteuerte Lebensmittel, weltweit die höchsten Benzinpreise und steigende Inflation sind nur einige der Schwierigkeiten, die es im Alltag zu bewältigen gibt. Die Gründe für den Zusammenbruch der Wirtschaft liegen unter anderem in der jahrelangen Korruption und Misswirtschaft. Vorhandene Bodenschätze könnten das Land reich machen, doch andere profitierten. Ab 1965 wurde die indigene Bevölkerung systematisch enteignet und der mehrjährige Befreiungskrieg führte erst 1980 zur Unabhängigkeit. Die Hoffnungen, die auf dem gewählten Präsidenten Robert Mugabe ruhten, erfüllten sich nicht, er etablierte ein autoritäres, repressives Wirtschaftssystem. Rund 20 000 Menschen verloren ihr Leben.

Seit 2000 hat das Land mit dem politischen und wirtschaftlichen Niedergang zu kämpfen. 2017 wurde Mugabe nach 37 Jahren durch einen Militärputsch von Emmerson Mnangawa abgelöst. Doch die Hoffnungen, die die Bevölkerung 2018 in die Wahlen setzte, erfüllten sich abermals nicht. 2019 erreicht die Wirtschaft einen neuen Tiefpunkt.

Besonders die Frauen leiden unter der Situation in Simbabwe. Zwar garantiert die Verfassung die Gleichberechtigung von Mann und Frau, doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Vor allem auf dem Land haben Männer nach wie vor die Alleinherrschaft. Frauen und Mädchen werden diskriminiert, haben kein Mitspracherecht. Oft sind sie häuslicher Gewalt ausgesetzt. Nach wie vor ist die Polygamie verbreitet, Mädchen werden zwangsverheiratet, müssen die Schule frühzeitig abbrechen. Witwen leiden große Not, sie werden von der Familie ihres Mannes vertrieben und stehen vor dem Nichts.

Nun wollen die Frauen in Simbabwe aufstehen und kämpfen, damit sich endlich etwas für sie verändert. Mit der Kollekte am Weltgebetstag werden Projekte unterstützt, die Frauen und Mädchen rund um den Globus stärken. Der Weltgebetstag setzt sich zudem mit einer Unterschriftenkampagne dafür ein, dass die Bundesregierung Simbabwe einen Teil der Schulden erlässt. Stattdessen soll die Regierung von Simbabwe Geld in einen unabhängigen Fonds für die Förderung von Frauen und Gesundheitsprogrammen einzahlen.  ahk

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