Stefanie Reuther aus Ottersberg gewinnt Publikumspreis der 29. Kunstbörse

„Nackig“auf Platz eins

Verden - „Nackig“ hat Stefanie Reuther ihre Collagen genannt, die mit dem Publikumspreis der 29. Verdener Kunstbörse ausgezeichnet wurden. Mit den großformatigen Bildern hat die Kunsttherapeutin und gelernte Gestalterin für visuelles Marketing im Bereich Mode die Betrachter erstaunt und amüsiert, denn es sind ausdrucksstarke Arbeiten voller Hintersinn, die ohne Zweifel aus Alltagsbeobachtungen hervorgehen und nach Aussage der Künstlerin die menschliche Vielfalt charakterisieren.

Stefanie Reuther überzeugte das Publikum der Verdener Kunstbörse mit ihren „Nackig“-Collagen. Fotos. Niemann

Der Publikumspreis der Verdener Kunstbörse hat mittlerweile Tradition und ist verbunden mit der Möglichkeit einer Einzelausstellung in der Rathausgalerie. In diesem Jahr hatten die Besucher die Gelegenheit, aus 48 Werken von 30 Künstlern ihren Favoriten zu wählen. Viele kamen, um zu schauen, allerdings gaben nur 85 einen Stimmzettel ab. „Das hätten gerne mehr sein dürfen“, so Sabine Münzberg vom Fachbereich Bildung und Kultur der Stadt bei der Übergabe des Preises. Von diesen Stimmen hat die 29-jährige Ottersbergerin immerhin 17 und damit fast doppelt so viele wie der Zweitplatzierte, der Langwedeler Udo Smorra (neun Stimmen), erhalten. Auf dem dritten Platz landete die Installation von Ulrike Wilkens aus Achim, der acht Besucher ihre Stimme gegeben haben.

Stefanie Reuther arbeitet überwiegend auf Papier oder Pappe, mit Tusche, Acryl, Aquarell, Kugelschreiber und Grafit. Ihre persönliche Vorliebe gelte aber der Linie und Grafik sowie dem, was entstehe, wenn Dinge – wie bei der Collage – in einen neuen Kontext gebracht würden. Nach ihren Motiven befragt, nannte sie primär den Mensch. „Mich interessiert der Mensch, der Humor und das, was wir glauben zu sehen oder was wir sehen könnten. In meinen Collagen interessiert er mich als Motiv. Der Mensch ist darin das Objekt, das ich zeichne mit seinen äußeren persönlichen Einzigartigkeiten, die man erst zu sehen bekommt, wenn die Kleidung fällt. Wenn er nackig ist.“

Sich selber nackt ertragen zu können, sei viel schwieriger, als etwas zu tragen, um nicht nackt zu sein, so die Künstlerin. Denn mit Mode versuchten wir so zu werden, wie wir gerne wären. „Mode ist die schicke Hülle und erst, wenn diese fällt, zeigt sich der wahre Mensch.“

Reuther betonte, dass ihre Collagen bewusst humorvoll angelegt sind, da es sich mit Humor erfahrungsgemäß leichter lebe. Die Collagen-Reihe „Nackig“ besteht aktuell aus 23 Arbeiten, die laut Reuther noch weiter wachsen soll.

Ganz anders ihre Porträt-Arbeiten, in denen sich ihr gesamtes Interesse auf das abzubildende Gegenüber bezieht. „Ich hinterfrage die Person. Das Bild ist für mich dann weniger wichtig als die Erinnerung an die Person an sich. Das Bild ist mehr Zeuge dieser Begegnung“, sagte sie und erzählte dabei von ihrer Bilderserie, die mit Bewohnern in einer Ottersberger Senioreneinrichtung entstanden ist.

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Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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