Statkraft baut drei Megawatt-Batterie / Hocker: Fischdurchgängigkeit forcieren

Speicher für Weserstrom

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Gespräche über Energie und Umweltschutz an der Weser: Dr. Gero Hocker mit Maik Thalmann und Uwe Roll (v. l.).

Dörverden - „Die Energiewende wird scheitern, wenn alleine auf Wind und Sonne gesetzt wird.“ Dr. Gero Hocker ist überzeugt, dass der Umbau der Energiewirtschaft ohne intelligente Speichertechnologie nicht gelingen kann. Die Installation einer drei Megawatt Lithium-Ionen-Batterie hatte den liberalen Landespolitiker deshalb zum Dörverdener Laufwasserkraftwerk gelockt. Im Gespräch wurde aber auch betont, dass dringend die Fischdurchgängigkeit am Weserwehr gewährleistet werden muss.

Die speichertechnischen Innovationen an der von Statkraft betriebenen Stromerzeugung hatte Hocker als energiepolitischen Sprecher seiner FDP-Landtagsfraktion nach Dörverden geführt. Der Leiter des Kraftwerks, Maik Thalmann, stellte Hocker das innovative Projekt vor. Seit über 100 Jahren produziere das Laufwasserkraftwerk in Dörverden verlässlich Strom aus der Weser. Gegenwärtig wird dort die Installation einer drei Megawatt Lithium-Ionen-Batterie vorbereitet. „Der Engpass bei der Energiewende ist schon lange nicht mehr die schlichte Stromerzeugung, sondern liegt viel häufiger im Bereich der Netze und deren Stabilität. Projekte, wie intelligente Batterietechnologien, wie hier in Dörverden, können helfen, die Energiewende tatsächlich zu bewältigen“, kommentierte der Landespolitiker.

Begleitet wurde Hocker von Uwe Roll, dem Vorsitzenden des Achimer Anglervereins. Anlass war der dringende Bedarf einer Fischaufstiegsanlage am Weserwehr. „Nach einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 2011 trägt der Bund die Verantwortung für die Fischdurchgängigkeit von Wasserstraßen. Als Eigentümer der Stauanlage ist er daher auch für die Planung und Errichtung der Fischaufstiegsanlage verantwortlich“, erklärte Roll.

Statkraft habe bereits 2008 auf eigene Kosten eine Pilotanlage planen lassen. Die Konstruktionspläne lägen dem Bund zur Prüfung vor. „Die aktuelle Planung sieht die Fertigstellung der Fischaufstiegsanlage für 2018 vor“, gab Thalmann einen Ausblick.

Für die Fachleute kommt die Fertigstellung allerdings zu spät. „Die Fische benötigen die so genannte Lock-Strömung, um den Weg zu finden und den Aufstieg zu meistern“, sagte Roll. Die Tiere sammelten sich vor dem Stauwerk, sodass es bei Lachsen, Forellen und weiteren Fischarten leicht zu Notlaichungen an dem völlig ungeeigneten Platz kommen könne.

Hocker signalisierte hier Unterstützung; sowohl für den Artenschutz in der Weser als auch für die Förderung von Speichertechnologien: „Anglervereine, Verbände, Betreiber und das Land Niedersachsen fördern seit Jahren das Aussetzen von Jungfischen in der Weser. Das Land finanziert den Fischbesatz und die Angler stellen viele Arbeitsstunden zur Verfügung.“ Die Fischtreppe müsse deswegen deutlich früher fertig werden.

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