Rotspon Hannoveraner Hengst des Jahres / Nachwuchs in der Dressur erfolgreich

Der Star im Hintergrund

„Hengst des Jahres“ im Hannoveraner Verband wurde der Rubinstein/Argentan-Sohn Rotspon im Besitz des Landgestüts Celle. - Foto: Martina Wendt

Verden - Der „Hengst des Jahres 2017“ und damit Nachfolger von Desperados FRH ist der Rubinstein/Argentan-Sohn Rotspon im Besitz des Landgestüts Celle. Züchterin Christiane Müller (Stade) nahm die Ehrung für ihren verstorbenen Mann Hans-Heinrich entgegen. Der Rappe ist ein Star im Hintergrund. Er gibt seinen Nachkommen neben den überdurchschnittlichen Grundgangarten eine hohe Rittigkeit mit. Das sind Attribute, die Reiter zu schätzen wissen.

Am 22. Februar 1995 wurde Rotspon bei Hans-Heinrich Müller in Stade geboren. Der passionierte Züchter glaubte an das Rapphengstfohlen und stellte es 1997 zur Körung in Verden vor. Auf dem Hengstmarkt erwarb ihn das Landgestüt Celle und gab ihm den Namen Rotspon, eine traditionsreiche, norddeutsche Bezeichnung für qualitätsvolle Rotweine. Wie die Namen französischer Weine liest sich auch das Pedigree des Hengstes. Über Rubinstein/Argentan/Pik Bube/Wendekreis sind Hannovers Stempelhengste zu finden und machen Rotspon zu einem der bedeutendsten Vertreter des Stutenstammes der Noreja, der durch das Vielseitigkeitspferd Amadeus olympisch ist.

Mutter Antalia gewann dreijährig das prestigeträchtige Reitpferde-Championat in Hannover. Rotspon überzeugte bei seiner Hengstleistungsprüfung in Adelheidsdorf. Mit einem Dressurindex von 148,72 Punkten führte er bei einem Gesamtindex von 145,67 Punkten den Jahrgang souverän an. Damit setzte er sich auch gegen Londonderry durch, der seinerzeit Körungssieger war und 2013 als Hannoveraner Hengst des Jahres ausgezeichnet wurde. Mit dem Prüfungssieg bescherte Rotspon seinem Züchter 1999 den Freiherr-von-Stenglin-Preis.

Sein Zuchteinsatz führte Rotspon in das Land Wursten auf die Station Oberndorf. Dort erfreut er sich in Dorum auch nach 18 Jahren noch großer Beliebtheit bei den Züchtern. Gleich aus seinem ersten Jahrgang stammt Romanze, die 2002 Siegerstute der Ratje-Niebuhr-Schau in Verden wurde. Seine Söhne Rascalino und Royal Blend bezogen Boxen im Landgestüt Celle. Knapp 100 seiner Söhne und Töchter sind im Viereck auf höchstem Niveau erfolgreich, 277 Auktionspferde haben ihn zum Vater.

Mittlerweile hat sich der Rappe vor allem als Muttervater zum begehrten Vererber entwickelt. Häufig sind seine Gene in den Pedigrees erfolgreicher Dressurpferde zu finden. Allen voran bei Olympiasieger Showtime FRH, der mit Dorothee Schneider in Rio De Janeiro zur deutschen Goldequipe gehörte.

In der Niedersachsenhalle nahm Christiane Müller die Auszeichnung entgegen, ein Ölgemälde des Künstlers Manfred Busemann und einen Scheck der R+V/Vereinigte Tierversicherung, die seit 1992 gemeinsam mit dem Hannoveraner Verband diese Ehrung durchführt. - jho

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