Verdener Weihnachtsmarkt endet

Standbetreiber ziehen durchwachsene Bilanzen

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Monika Bornscheuer, hier mit Sohn Joshua, möchte ihren Suppentopf auch im kommenden Jahr wieder kochen lassen, dann aber in einer größeren Hütte.

Verden - Von Christel Niemann. Heute geht der Verdener Weihnachtsmarkt zu Ende. Die Bilanzen der einzelnen Marktbeschicker fallen recht unterschiedlich aus. Die Mehrheit der Gastronomen und die Händler, die ihre Stammkunden haben, wollen auch 2018 wiederkommen, für andere wie für Nils Sturman aus Brandenburg ist das aber keine Option.

In den schmucken Holzhütten wird seit dem 27. November vieles geboten, was das Herz der Besucher begehrt: von Honig über Schmuck und Strickwaren bis zur Weihnachtsdekoration. Bei den Händlern und Hobbykünstlern in den Hütten fällt die Bilanz kurz vor Toresschluss zwar überwiegend positiv aus, aber es gibt auch kritische Stimmen.

Da sind zum einen etablierte Stände wie Moni’s Suppentopf, mit dem Monika Bornscheuer bereits seit Jahren auf dem Weihnachtsmarkt steht. „Ich kann mich nicht beschweren“, sagt die Verdenerin, die vor allem viele Stammkunden mit leckeren selbstgekochten Suppen und Burgunderbraten versorgt.

Erwartungen nicht erfüllt

Vorausgesetzt, dass ihre Bewerbung wieder Berücksichtigung findet, will sie auch 2018 wieder mit von der Partie sein. „Ich wünsche mir aber einen größeren Stand. Diese Hütte ist einfach zu eng“, erzählt Bornscheuer, die bereits konkrete Vorstellungen vom größeren „Moni’s Suppentopf“ hat.

Für den Kunstdrechsler Nils Sturman von „Holz ist einfach toll“ aus der Hütte gegenüber hat sich der Verdener Weihnachtsmarkt nicht rentiert. Gleich zu Beginn hatte der Brandenburger die Weihnachtshütte bezogen und auf gute Umsätze gehofft. Doch seine – vielleicht zu hoch gesteckten – Erwartungen haben sich nicht erfüllt. „Für mich hat es sich nicht gelohnt“, lautet das Fazit des Handwerkers, der von Hand gedrechseltes vom Rasierpinsel bis zum Füllfederhalter angeboten hat.

Die Erlöse von Holzkünstler Nils Sturman sind hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben.

„Das hier ist eine schöne Winterkirmes, aber kein Weihnachtsmarkt“, sagt der Brandenburger. Das Verhältnis zwischen handgemachten Erzeugnissen und dem Angebot an Essen und Trinken stimme nicht. „Wir Handwerker und Hobbykünstler sind hier nur die Statisten, damit andere ihr Essen und Trinken verkaufen.“ Sein Eindruck: Die Verdener seien offenbar an Kunsthandwerk nicht so interessiert und investierten ihr Geld lieber in Glühwein.

Dennoch wirkt Sturman nicht missgestimmt. „Ich bin ein optimistischer Mensch“, sagt er schmunzelnd. Außerdem sei Verden eine sehr schöne Stadt und die Menschen offener, freundlicher und herzlicher als an manch anderen Ausstellungsorten.

Auch zufriedene Marktbeschicker

Für eine benachbarte Keramikerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, war es eine gute Weihnachtsmarktzeit. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt sie. Mit ihren Dekoartikeln, die sie zum wiederholten Mal in Verden anbietet, profitiere sie insbesondere von Laufkundschaft. „In der Woche war es tagsüber weniger, aber die frühen Abende und Wochenenden haben das wieder wettgemacht. 2018 möchte ich auf jeden Fall wiederkommen.“

Zufrieden mit dem Verlauf des Weihnachtsmarkts ist auch Sascha Schau, der zweite Vorsitzende des veranstaltenden Vereins. „Alles ist ruhig und in guter Stimmung verlaufen. Unter den Besuchern gab es nicht einmal ein Wortgefecht.“ Die Atmosphäre und das abwechslungsreiche Bühnenprogramm, das zusätzliche Kleinkinderkarussell sowie das erweiterte Lichtkonzept habe viel Lob erfahren. Kritik habe das Publikum nur an der Dauer geübt (siehe nebenstehenden Artikel).

Schau:  „Schöner, ruhiger Weihnachtsmarkt ohne Zwischenfälle“

„Es war vielen zu kurz“, so Schau, der sich ein positives Fazit nicht nehmen lässt: „Es war ein schöner, ruhiger Weihnachtsmarkt ohne Zwischenfälle.“ Für die Auflage in 2018 wird laut Schau ein längerer Zeitraum erwogen. Vorausgesetzt, die Stadt erteilt die entsprechende Genehmigung, hat der Veranstalter für den nächsten Weihnachtsmarkt den Zeitraum vom 19. November bis 23. Dezember 2018 geplant.

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