Rathaus kommt Baubranche entgegen / Investoreninteresse als „zufriedenstellend“ eingestuft

Verdener Stadtkante: Hotel darf in die Warteschleife

Blick auf eine Freifläche im Stadtbereich, im Hintergrund ein Baukran, vorne fährt ein Auto vorbei.
+
Beim Hotelneubau reagiert das Verdener Rathaus kulant: Im Rahmen des Projektes Stadtkante zwischen Aller und Innenstadt (Bild) darf es mit Zeitverzug gebaut werden.

Die erste Frage zum Millionen-Projekt Stadtkante auf dem ehemaligen Kaufhallengelände ist schon beantwortet. Die Baubranche reagiert aufgeschlossen. Das ist das Ergebnis des Investoren-Wettbewerbs, der seit Anfang vergangener Woche läuft.

  • Resonanz aus der Baubranche ist zufriedenstellend.
  • Investoren zeigen sich interessiert am Wohn- und Supermarkt-Projekt.
  • Zurückhaltung gibt es dagegen noch in Bezug auf ein Hotel an der Stadtkante.

Verden – „Wir haben eine ganze Reihe Anfragen erhalten“, sagt Jörn Ackermann vom Planungsbüro BPW-Stadtplanung in Bremen. Mails liefen ein, die Telefone klingelten häufiger. „Insgesamt eine sehr zufriedenstellende Resonanz.“ Und längst nicht das Ende der Fahnenstange. Noch bis zum 29. April haben Baukonzerne die Möglichkeit, Ideen für das rund 7500 Quadratmeter große Filetgrundstück zwischen Haupteinkaufsstraße und Aller zu entwickeln. Mit einem Bonbon zum problematischsten Projekt, zum Hotel, wird ihnen die Ideensuche schmackhaft gemacht.

Die Resonanz erstreckte sich keineswegs nur auf den engsten Raum rund um die Stadt an der Aller-Mündung. „Erst zum Wochenende hin haben wir eine Anfrage beispielsweise aus Düsseldorf erhalten“, sagt Ackermann. Der Schwerpunkt der Interessensbekundungen liege in der Region, in Bremen und dem niedersächsischen Umland, aber Reaktionen seien aus dem gesamten norddeutschen Raum eingegangen.

Sahnestück an der Aller weckt das Interesse von Investoren

Völlig überraschend kommt die Resonanz nicht. „Wir haben schon im vergangenen Jahr festgestellt: Wurde die Stadtkante in der Öffentlichkeit thematisiert, dann meldeten sich in der Regel gleich interessierte Investoren“, sagt Bürgermeister Lutz Brockmann. Das Stadtoberhaupt: „Einige haben darauf gewartet, dass es endlich losgeht. Sie standen in den Startlöchern.“ Verden an sich sei interessant, ein Sahnestück direkt an der Aller rage dabei noch heraus.

Schon der erste Wettbewerb scheiterte wohl an der Hotelfrage

Wohnen an der Stadtkante, der Supermarkt an der Stadtkante – alles kein Problem. „Daran sind Investoren interessiert“, glaubt auch Projektentwickler Ackermann. Zumal dann, wenn es wie beim Lebensmittler bereits einen Miet-Interessenten gibt. Aber ein Problem bleibt. Wieder mal das Hotel. Einerseits heißt es, Verden brauche dringend eine weitere Vier-Sterne-Kategorie. Im Rathaus wird diese Vorstellung vertreten. „Das hat für uns großen Wert, es trägt zur Belebung der Innenstadt bei“, so Brockmann. Andererseits war dem Vernehmen nach schon der erste Wettbewerb vor allem an der Hotelfrage gescheitert. Der Betreiber sei kurzfristig abgesprungen, hieß es seitens des damaligen Projektsiegers. Daraufhin wurde der gesamte Projektbeitrag zurückgezogen.

Im neuerlichen Wettbewerb soll diesen Befindlichkeiten Rechnung getragen werden. Hatte schon die Stadtverwaltung am Rande des Startschusses für die Stadtkante vor anderthalb Wochen durchblicken lassen, man könne durchaus damit leben, setze der Investor die neue Stadtkante in zwei aufeinanderfolgenden Etappen um, so wird Ackermann jetzt konkreter. „Es geht ums Hotel.“ Laufe der Investor in Corona-Zeiten zur Bank und bitte um ein paar Millionen für Hotelpläne, dann werde er entgeistert angesehen. Tatsächlich ist in der Kurzbeschreibung der Bremer BPW-Stadtplanung von einem Hotel nicht mehr die Rede. Stattdessen wurden die Begriffe „Beherbergung und Gastronomie“ ausgewählt.

„Mittelfristige Wohnraum-Vermietung“ könnte eine Übergangslösung sein

Ackermanns Plan jetzt: „Wir hätten kein Problem, würde zunächst ein Betrieb für mittelfristige Wohnraum-Vermietung entwickelt. Für Beschäftigte in Verdener Firmen, die für eine absehbare Zeit an der Aller tätig sind, für einige Monate zum Beispiel.“ Und das Kalkül: Ein solcher Betrieb ließe sich rasch in ein Hotel ummünzen. „Die Gebäude-Strukturen ähneln einander.“

Fest steht jedoch genauso: Die Hotelkomponente ist nicht abtrennbar. „Die Stadt Verden hat Wettbewerbsvorgaben gefasst, die ausdrücklich Hotel, Supermarkt und Wohnen verbinden. Und das haben interessierte Investoren auch zu liefern“, so Ackermann. Er finde diesen Weg aus gutem Grund sehr nachvollziehbar. „Es geht hier nicht darum, möglichst schnell wirtschaftlichen Erfolg zu vermelden, es geht darum, die Stadt weiterzuentwickeln.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Smartes Housekeeping: Haushaltshilfe einfach online buchen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Bindung zu Ihrem Hund stärken – Jetzt kostenlos an einem Online-Kurs teilnehmen

Diese Mikrowellentricks kennt kaum jemand - dabei sind sie wirklich praktisch

Diese Mikrowellentricks kennt kaum jemand - dabei sind sie wirklich praktisch

Sieg reicht nicht: Bayern-K.o. gegen Paris Saint-Germain

Sieg reicht nicht: Bayern-K.o. gegen Paris Saint-Germain

Meistgelesene Artikel

Ausgangssperre: Kreis Verden spielt auf Zeit

Ausgangssperre: Kreis Verden spielt auf Zeit

Ausgangssperre: Kreis Verden spielt auf Zeit
Landkreis Verden zum Hochrisikogebiet erklärt

Landkreis Verden zum Hochrisikogebiet erklärt

Landkreis Verden zum Hochrisikogebiet erklärt
Nach der Geburt lieber nach Hause

Nach der Geburt lieber nach Hause

Nach der Geburt lieber nach Hause

Kommentare