Stadtelternrat diskutiert über schulpflichtige Flüchtlingskinder / Landkreis informiert über aktuelle Zahlen

Sprachliche Förderung und gezielte Integration im Blick

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Diskussion über Schulpolitik in Verden (v.l.): Ralf Vogt, Nadine Riebandt, Michelle Seliger (Azubi der Kreisverwaltung), Henner Wendt und Udo Feuerhahn.

Verden - Schülerbeförderung und die Integration von Flüchtlingskindern ins Schulsystem standen im Mittelpunkt der Sitzung des Stadtelternrates. Das Gremium unter Vorsitz von Henner Wendt und seiner Stellvertreterin Nadine Riebandt, tagte in der Grundschule am Sachsenhain. Der Stadtelternrat mit Thomas Clasen, Silke Adam und Jennifer Wittmann als neuen Beisitzern, ist das Gremium der Schulelternvertretungen und wird im Zweijahresturnus neu gewählt.

Udo Feuerhahn und Ralf Vogt, Mitarbeiter beim Landkreis Verden, berichteteten über die schulische Situation der Flüchtlingskinder. Verlässliche Zahlen nannte Vogt zwar nicht, da sich die Situation täglich ändere, ergänzte aber: „90 unbegleitete Kinder sind zurzeit schulpflichtig, aber zeitnah werden weitere erwartet“, sagte er. Ab März rechne der Landkreis mit circa 200 Flüchtlingen pro Woche. Wie viele schulpflichtige Kinder darunter sind, sei der Behörde nicht bekannt.

Voigt sprach auch die Problematik der Unterbringung von so vielen Menschen an und verwies auf die neuen Sammelunterkünfte, die derzeit als Containerstadt beim Kreisgebäude sowie in den Gebäuden der Kreismusikschule entstehen. Sobald die Flüchtlinge aus der Turnhalle im Gymnasium am Wall auf die neuen Unterkünfte verteilt seien, solle nach jetzigem Stand auch die Turnhalle des Gymnasiums am Wall wieder für den schulischen Sportbetrieb zur Verfügung stehen.

Weiter seien in der Stadt die ersten Sprachlernklassen genehmigt und eingerichtet. Vogt: „Sobald geklärt ist, ob ein Kind schulpflichtig ist, wird es an der zuständigen Schule angemeldet und diese prüft, in welche Klasse das Kind gehört und welchen Förderbedarf es benötigt.“ Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Kinder in der Regel in den nächst niedrigeren Schuljahrgang aufgenommen würden. Wichtig sei für die Kinder, einen geregelten Ablauf zu haben und dass sie möglichst an allen nicht intensiven Fächern wie Sport oder Kunst in den Regelklassen teilnähmen.

Für die Schulen, so hieß es, gäbe es verschiedene Möglichkeiten die Kinder zu fördern. Etwa über eine Sprachförderklasse, eine Förderung mit Deutsch als zweiter Sprache oder Förderunterricht Deutsch. Alle diese Möglichkeiten müssten von den Schulen direkt bei der Schulbehörde beantragt werden, versehen mit den Namen der zu fördernden Kinder.

Feuerhahn skizzierte die Schulbussituation im Landkreis, für die der Landkreis jährlich rund sieben Millionen Euro ausgibt. „Der Landkreis bedient derzeit 50 Schulen. Alleine die Verdener Gymnasien benötigen alle 17 Linien, damit die Schüler zur Schule kommen.“ Laut Erlass habe jede Schule Anspruch auf je zwei Fahrten am Morgen und am Nachmittag und die Beantragung einer Schulbeförderung für Grundschüler sei ab einem Weg von zwei Kilometern und für weiterbildende Schulen ab drei Kilometern möglich. Für die Lönswegschule gäbe es außerdem eine Sondergenehmigung vom Landrat für die Winterzeit.

Als mögliche Arbeitsschwerpunkte des Gremiums im neuen Jahr könnte sich laut Wendt die Frage nach der Zukunft von Haupt- und Realschule entwickeln. Auch werde das Thema „Flüchtlinge“ den Stadtelternrat sicher noch längere Zeit begleiten.

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