Begrenzte Möglichkeiten zur Umsetzung

Stadt schreibt Lärmaktionsplan fort: Lösungen liegen im Kleinen

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Carsten Kurz und Stephanie Thies hatten auf ein größeres Interesse aus der Bürgerschaft gehofft.

Verden - Von Bürgerinteresse konnte nicht gerade die Rede sein: Die Stadt Verden hatte zur Informationsveranstaltung über die Fortschreibung des städtischen Lärmaktionsplanes eingeladen. Doch die Vorhaben, die sich an den Vorgaben der EU-Umgebungslärmrichtlinie und des Bundesimmissionsschutzgesetzes orientieren, lockte nur wenige Menschen ins Rathaus.

Dabei hatten sich sowohl Carsten Kurz vom Planungsbüro Lärmkontor in Hamburg als auch Stephanie Thies vom Fachbereich Stadtentwicklung weitere Anregungen zum Thema von den Bürgern erhofft. „Ein bisschen mehr Resonanz habe ich schon erwartet“, so Kurz.

Der Grund für das augenscheinliche Desinteresse liegt aber vermutlich nicht darin, dass sich die Anwohner, die in Nähe der Hauptverkehrsachsen mit der Situation abgefunden haben: Autobahn 27 (33.400 bis 46.100 Kraftfahrzeuge pro Tag), Bundesstraße 215 (8100 bis 16.700 Fahrzeuge) und den Landesstraßen 160 (im Schnitt 9600 Fahrzeuge),  171 (10.300 Fahrzeuge) und  203 (8000 Fahrzeuge). Vielmehr könnte die mangelnde Beteiligung dem geschuldet sein, dass ein Fragezeichen hinter dem Nutzen steht.

Denn die Stadt Verden muss den Aktionsplan zwar nach EU-Recht aufstellen und fortschreiben, verfügt aber nicht über die alleinige Handhabe, diesen auch umzusetzen.

Oft auch das Land beteiligt

Aus dem Aktionsplan ergeben sich daher zwar eine Fülle von potenziellen Maßnahmen. Allerdings ist nicht die Stadt der ausschließliche Lastträger, sondern oftmals das Land, sodass Vorschläge wie eine Temporeduzierung in bestimmten Bereichen oder konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung an einer Straße von der städtischen Kommune nicht immer in die Wege geleitet werden können.

Für die genannten Hauptverkehrsstraßen ist die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) der zuständige Baulastträger. Carsten Kurz: „Maßnahmen zur Lärmminderung an diesen Hauptverkehrsstraßen müssen in Zusammenarbeit mit dieser für die Umsetzung zuständigen Behörde erarbeitet werden.“

Der Experte zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die Fortschreibung des Lärmaktionsplans in der Allerstadt weitere Aktionen auslösen wird. Er sei mit diesem Thema schließlich in vielen Kommunen unterwegs, aber kaum eine zeige ein derartiges Interesse wie Verden. „Es wurden bislang zwar keine Großprojekte wie der Bau einer Umgehungsstraße umgesetzt, aber dafür bereits viele kleinere Maßnahmen realisiert“, lobte Kurz, für den es auch in Zukunft noch ausreichend Handlungsspielräume im Kleinen gibt. Beispielsweise der Einbau von Flüsterasphalt, das Aufstellen von Schildern im Bereich von Schulen, Kindergärten und Senioreneinrichtungen oder nächtliches Tempolimit entlang besonders belasteter Straßen.

Plan liegt noch bis Januar aus

Laut Kurz ist im Rahmen der Fortschreibung eine neue Kartierung der verschiedenen Lärmvorkommen erfolgt. Mit den daraus gewonnenen Informationen habe das Land „strategische Lärmkarten“ erarbeitet, die zeigten, wo es wie laut ist und wo die Bürger davon betroffen seien.

Der Entwurf des Lärmaktionsplanes, Stufe 3, liegt noch bis einschließlich 7. Januar im städtischen Rathaus, Ritterstraße 10, zur Einsichtnahme öffentlich aus. Im Zeitraum der Auslegung sind die Unterlagen zusätzlich über das Internet zugänglich: www.verden.de/laermaktionsplan. Stellungnahmen hierzu können während der Auslegung bei der Stadt Verden, Große Straße 40, 27283 Verden, oder per E-Mail an bauleitplanung@verden.de eingereicht werden. 

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