Stadt Verden und Flecken Langwedel streiten um Abwassergebühren

Jahrelang falsch gemessen? – Keine Erklärung für außergewöhnliche Werte

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Zu hohe Abwassergebühren? Zwischen der Stadt Verden und dem Flecken Langwedel gibt es Differenzen.

Verden - Zwischen der Stadt Verden und dem Flecken Langwedel gibt es Differenzen bezüglich der Abwasserabrechnung. Ein Teil der Langwedeler Abwässer wird von der Verdener Kläranlage entsorgt. Für diese Leistung erfolgt die Abrechnung nach dem Grad der Verschmutzung.

Seit 2011 sind die Forderungen aus Verden deutlich gestiegen, was die Langwedeler nicht nachvollziehen können. Die Stadt ist aber nur bereit, für das Jahr 2014 eine Rückerstattung vorzunehmen, da sie nur in diesem Zeitraum einen Messfehler als erwiesen ansieht. Dieser Konflikt war am Mittwoch ein Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Betriebsausschusses.

Für die Analyse des Schmutzwassers würden einmal monatlich zeitgleich Messungen an definierten Stellen vorgenommen, erläuterte Betriebsleiter Uwe Gerdes. Die Fracht wird hierbei aus der Menge (m³) und dem CSB (chemischer Sauerstoffbedarf in mg/l) ermittelt. Den CSB-Wert stelle dabei ein zertifiziertes externes Labor fest.

In der Vergangenheit sei es stets zu Schwankungen hinsichtlich des Verschmutzungsgrades gekommen, betonte Gerdes. Das sei normal und von allen Vertragspartnern auch akzeptiert worden.

Bis zum Jahresende 2011 wurden die Proben am Langwedeler Pumpenwerk „Quappenbruch“ entnommen“. Aus Gründen der Vereinfachung habe man dann, im Einvernehmen mit dem Flecken Langwedel, die Proben auf der Kläranlage entnommen. Diese Messungen waren erstmals die Basis für die Abrechnungen 2012. „In den Jahren 2012 und 2013 lagen keine Messergebnisse vor, die nicht mit den üblichen Schwankungen zu erklären gewesen wären“, so Gerdes.

Außergewöhnlich hohe CSB-Konzentrationen im Langwedeler Abwasser seien jedoch 2014 festgestellt worden. Bei einer vom Flecken in Auftrag gegebenen Prüfung durch die hanseWasser aus Bremen konnten diese Werte nicht reproduziert werden. „Insoweit sind die enorm hohen CSB-Konzentrationen weder aus Sicht des Fleckens Langwedels noch aus Sicht des Eigenbetriebes nachzuvollziehen“, stellte Gerdes klar. Auch nach dem Umbau der Messstelle konnten bei Vergleichsmessungen keine Erklärungen für die massiv erhöhten Werte gefunden werden. Im Frühjahr 2015 seien jedoch wieder plausiblere Werte ermittelt worden.

Da die Messwerte für 2014 nicht nachvollziehbar sind, machte die Stadt Verden den Vorschlag, die Abrechnung für das besagte Jahr nach dem Mittelwert der Jahre 2005 bis 2013 vorzunehmen. Das würde eine Erstattung von rund 42000 Euro ergeben. Dieser Vorschlag wurde nach einer Beratung im Langwedeler Rat aber zurückgewiesen.

Der Flecken fordert eine Kostenerstattung auch für die Jahre 2011 bis 2013. Insgesamt würde sich die Rückerstattung somit auf circa 230000 Euro belaufen. Zudem hat Langwedel die von Verden festgesetzten Abschläge für 2016 gemindert.

Die von Langwedel angerufene Kommunalaufsicht bot ein Moderationsverfahren an. Verden sei bereit, sich der daraus folgenden Entscheidung zu unterwerfen, sofern auch Langwedel dies tue, sagte Gerdes. Dieses konnte Langwedels Bürgermeister Andreas Brandt noch nicht zusagen, das müsse der Rat entscheiden. Das wäre frühestens am 26. April, sonst kurz vor den Sommerferien der Fall.

Der Betriebsausschuss sprach sich bei drei Enthaltungen ohne Gegenstimme für die Einleitung eines Moderationsverfahrens aus.

ahk

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