Stadt und Landkreis informieren über Containersiedlung für Flüchtlinge am Kreishaus

Bereit für die neue Nachbarschaft

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Auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung entsteht ein Containerdorf als Sammelunterkunft für Flüchtlinge.

Verden - Auf dem Parkplatz der Kreisverwaltung entsteht zurzeit eine Containersiedlung als Sammelunterkunft für Flüchtlinge. Die vier geplanten Moduleinheiten bestehen aus je 62 Containern, die in Doppelstockbauweise aufgestellt werden. Sind sie bezugsfertig, bieten sie Platz für bis zu 480 Asylbewerber. Um die Bürger über die neue Nachbarschaft zu informieren, hatten Stadt und Landkreis am Donnerstag ins Kreishaus eingeladen.

1400 Flüchtlinge aus der Regelzuweisung müssen bis Ende April im Kreisgebiet untergebracht werden. „Das ist eine große Herausforderung“, so Landrat Peter Bohlmann. Ohne Sammelunterkünfte wie das Containerdorf sei das nicht zu bewältigen. Selbst bei abnehmenden Zuwanderungszahlen könne von Entspannung also keine Rede sein.

Die Containersiedlung werde als Puffer dienen, um auf die Zuweisungen flexibel und schnell reagieren zu können. 240 Flüchtlinge sollen frühestens Mitte März dort eine Bleibe finden können. Die Module bieten alles nötige, auch Kochgelegenheiten, damit sich die Asylbewerber selbst versorgen können.

„Ich kann verstehen, dass diese Zahlen für einige Bürger besorgniserregend sind“, sagte Bohlmann. Er betonte aber, dass gerade bei der Größe der Einrichtung das Sicherheitskonzept umfassend und eine ganztägige Betreuung der Bewohner gewährleistet sei. „Man kann die Menschen nicht allein lassen. Die Flüchtlinge, aber auch die ehrenamtlichen Helfer brauchen Ansprechpartner“, stimmte Erste Kreisrätin Regina Tryta zu. Es gebe einen engen Kontakt zur Polizei.

Hauptkommissar Timo Gerdes ist als Koordinator Bindeglied zwischen Landkreis, Flüchtlingen und Anwohnern. Er nannte als Ziel auch Gefahrenabwehr und Prävention. „Ich kenne mich in Unterkünften wie diesen aus und bin Ansprechpartner für Sorgen und Nöte der Anwohner“, sagte Gerdes.

Wenn die ersten Flüchtlinge ab März am Kreishaus wohnen, wird das DRK die Containersiedlung betreuen. „Wir sind dauerhaft, in drei Schichten anwesend“, erklärte Niklas Diering. Er und seine Kollegen seien Ansprechpartner für die Flüchtlinge, aber auch verlängerter Arm des Kreises. „Wir sorgen für die Administration und, wenn nötig, dafür, dass die Menschen zum Arzt kommen.“

Auch die soziale Betreuung sei gewährleistet und die Einhaltung der Grundordnung, damit kein Müll vor der Tür liegt und der öffentliche Bereich sauber gehalten wird. „Wir sind zudem Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen und koordinieren ihre Hilfe“, erklärte Diering.

Bürgerinnen und Bürger standen an diesem Abend ihrer neuen Nachbarschaft nicht ablehnend gegenüber, sie hatten sachliche Fragen. Verdens Bürgermeister Lutz Brockmann konnte die Befürchtung beruhigen, dass die Turnhalle und der Sportplatz der Grundschule am Lönsweg nicht mehr zur Verfügung stehen könnten. Auch Sorgen, dass die Einrichtung der Zahl der Flüchtlingskinder nicht gewachsen sein könnte, konnte Hans-Jürgen Bohling von der Stadt Verden zerstreuen. „Momentan sind es pro Jahrgang höchstens fünf Kinder, das kann die Schule aufnehmen.“ Später soll der Einzugsbereich der Schulen geändert werden, so dass die Kinder auch zur Jahnschule gehen können.

Eine weitere Frage, ob es bereits Angriffe auf Frauen und Christen gegeben habe, konnte Polizeirat Ingo Jans verneinen. Er sprach von einer „unaufgeregten Kriminalitätslage“.

ahk

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