Geschichte der legendären Vier im Domherrenhaus

Spuren der Beatles bis nach Verden

Beatles-Leidenschaft mit Liebe zum Detail in Szene gesetzt (v.l.): Wolfgang Bielfeldt, Harry Schwertner, Werner Bolte, Gerd Coordes und Thomas Halfbrodt.
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Beatles-Leidenschaft mit Liebe zum Detail in Szene gesetzt (v.l.): Wolfgang Bielfeldt, Harry Schwertner, Werner Bolte, Gerd Coordes und Thomas Halfbrodt.

Verden – Die Beatles zählen zweifellos zu den einflussreichsten Bands der jüngeren Musikgeschichte. Im Domherrenhaus – Historisches Museum Verden – werden die „legendären Vier“ anlässlich des 50. Geburtstags des Popsongs „Imagine“ bis Sonntag, 14. November, mit einer gleichnamigen Sonderausstellung gefeiert. Schließlich haben sie auch in Verden ihre Spuren hinterlassen.

Ausstellungseröffnung im Domherrenhaus Verden

Am Samstagabend – John Lennon wäre an diesem Tag 81 Jahre alt geworden – wurde die Schau mit zahlreichen Gästen von Bürgermeister Lutz Brockmann und Organisator Harry Schwertner eröffnet und damit zugleich an den Besuch Lennons 1966 in Verden zu den Dreharbeiten zu Richard Lesters Anti-Kriegsfilm „How I Won the War“ erinnert.

Fotos, Zeitungsartikel, Platten, CDs, Kleidung und Instrumente

„Imagine“ greift tief in die Wunderkiste jener Jahre. Die Ausstellung, die federführend Harry Schwertner gemeinsam mit Thomas Halfbrodt, Gerd Coordes, Werner Bolte und Wolfgang Bielfeldt konzipiert und verwirklicht hat, erzählt mit Original-Fotos, in Pop-Art, bearbeiteten Fotos, Plakaten, Zeitungsartikeln, Schallplatten, CDs, Devotionalien, Kleidung oder Instrumenten aus jener Zeit von John Lennon und den Beatles und sorgt dafür, dass ein wichtiger Teil der musikalischen Ära jener Jahre nicht aussterben wird.

Bürgermeister Lutz Brockmann, selbst ein Beatles-Fan, ging in seinem Grußwort auf die Hintergründe ein, die die Allerstadt mit den Beatles verbindet. „Verden ist die erste Stadt in Deutschland, die John Lennon ein Denkmal gewidmet hat“, betonte er, wobei das Umfeld des Denkmals noch aufzuwerten sei. Brockmann sagte außerdem, dass die Beatles zu ihrer Zeit für eine Aufbruchsstimmung gesorgt hätten, ihre Musik zwar teils aufsässig, gleichzeitig aber auch friedvoll und melodisch gewesen sei. „Sie hat damals ganz viel ausgelöst“, meinte der Bürgermeister.

„Menschen aller Altersklassen mögen die Musik“

Er dankte den Initiatoren der Ausstellung für ihr Engagement und sprach dem Museumsteam um Gabriele Müller für die Vorarbeit Dank aus. Dem schloss sich Schwertner an. Er blickte zurück, erzählte von seiner persönlichen Begegnung mit Lennon und erinnerte an den langen Weg, den es wegen Terminschwierigkeiten und Corona gebraucht habe, um die Ausstellung zu verwirklichen. Sie sei als Brückenschlag gedacht, zwischen denen, die das Geschehen selbst erlebt hätten und Jüngeren. „Menschen aller Altersklassen mögen die Musik bis heute“, so Schwertner.

Erinnerungen an früher

Die Ausstellungseröffnung bot aber noch viel mehr: beispielsweise Geschichten, mit denen die Initiatoren auch etwas melancholisch an die Zeit zurückdachten, als sie den Beatles nachzueifern versuchten, die Schallplatten noch ehrfürchtig aus dem Regal holten und sie aus Sorge vor Kratzern mit größter Vorsicht auf den Plattenspieler legten. Ein älterer Gast erinnert sich. „Das waren und sind ganz große Schätze und das Wichtigste, was ich mir zum Geburtstag oder zu Weihnachten gewünscht habe. Bis heute hänge ich daran.“ Und es gab auch einen besonderen Gast: Moritz Brandstetter war eigens aus München angereist, um der Ausstellung ein weiteres Highlight hinzuzufügen: ein Original-Autogramm von John Lennon, das seine 2016 verstorbene Mutter, Helma Plaß, am 14. September 1966 auf einem Parkplatz in der Strukturstraße von dem Künstler ergattert hatte. „Wie Schwertner hat auch meine damals 16-jährige Mutter die Schule geschwänzt, um an ihr Idol heranzugekommen“, wusste er. Überhaupt sei seine Mutter ein riesiger Beatles-Fan gewesen. „Die Band hat sie ihr ganzes Leben begleitet“, so Brandstetter, der in seinem Elternhaus selbst ein Beatles-Zimmer eingerichtet hat.

Die Beatles haben auch das Leben von Reinhard Sattler-Brandt geprägt, der ebenfalls von einer Begegnung mit John Lennon berichtete. Der damals 14-jährige war durch diverse Löcher im Zaun auf das Gelände der britischen Kaserne geschlüpft, wo die Dreharbeiten zu „„How I Won the War – Wie ich den Krieg gewann“ stattfanden. Den Kontakt mit Lennon beschrieb er als ebenso kurz wie prägnant und dass er das Autogramm, das er leider nicht mehr habe, bis heute in seinem Inneren bewahre.

Am Sonnabend, 16. Oktober, kommen Beatles-Fans erneut auf ihre Kosten. Das bekannte John-Lennon-Double Johnny Silver spielt ab 19 Uhr ein Clubkonzert im Domherrenhaus.

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