Veranstalter zieht frühzeitig Notbremse / Auch Sportlerwahl legt Pause ein

Sport & Schau auf 2022 verschoben

Das Gesicht der Sport & Schau: Moderator Yared Dibaba wird am 8. Januar 2022 in seinem „Wohnzimmer“ zurückerwartet.  
Foto: Hägermann
+
Das Gesicht der Sport & Schau: Moderator Yared Dibaba wird am 8. Januar 2022 in seinem „Wohnzimmer“ zurückerwartet. Foto: Hägermann

Verden – Die Coronakrise beschäftigt die Region über den Jahreswechsel hinaus. Als erste ziehen jetzt die Veranstalter von Norddeutschlands größter Sportgala die Notbremse. „Die Sport & Schau wird verschoben“, teilt Verlagsleiter Frank Schmid von der federführenden Kreiszeitung Verlagsgesellschaft mit. Die 36. Auflage dieser Traditionsveranstaltung in der Verdener Niedersachsenhalle geht demzufolge am 8. Januar 2022 über die Bühne. „Wir werden auch dann wieder Weltmeister, Olympiasieger, Europa- und Deutsche Meister zu Gast haben“, sagt Veranstaltungsleiter Arndt Niederländer.

Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen, letztendlich habe er aber keine andere Lösung gesehen. „Der Juli ist normalerweise der Monat, in dem die letzten Details des Programms festgelegt und die hochkarätigen Sportler aus aller Welt abschließend verpflichtet werden.“ Dieser Zeitablauf können jetzt nicht gehalten werden. „Die Lage ist einfach noch zu unklar.“ Ihm sei es wichtig, sagt Niederländer, dass der Zuschauer die mehr als zwei Stunden mit zahlreichen Highlights uneingeschränkt genieße. Und das könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht gewährleisten. „Wir haben bis zum letzten Moment gewartet, es musste eine Entscheidung getroffen werden.“ Im Herbst sei es zu spät. „Dann haben die hochkarätigen Artisten längst ihre Jahresplanung abgeschlossen.“

Sowohl bei den betroffenen Sportlern als auch im Umfeld sei er auf großes Verständnis gestoßen. Der langjährige Moderator Yared Dibaba, der die Sport & Schau gelegentlich als sein Wohnzimmer bezeichnet und die Zuschauer als gute Freunde, die er gerne jedes Jahr wiedertreffe, habe sich den 8. Januar 2022 schon fest in den Terminkalender eingetragen. Auch die Verantwortlichen der Niedersachsenhalle reagierten unaufgeregt. „Da ist man uns sehr entgegengekommen“, so Niederländer. Sehr bedauert wurde die Verlegung beim ehrenamtlichen Team hinter den Kulissen. Es fehle ihnen der fulminante Start ins Jahr, auf den man sich gefreut habe, hieß es in den Reaktionen, die Niederländer einholte. Aber auch hier habe er viel Zuspruch für die frühe Entscheidung erhalten.

Wer jetzt schon seinen Sitzplatz für den kommenden Januar gesichert hat, muss gar nichts tun. „Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit“, sagt Jürgen Hesse vom Ticketservice der Mediengruppe. Dafür ist nicht mal ein Ticket-Tausch erforderlich. Die vergebenen Plätze seien überwiegend bereits in die digitalen Bestuhlungspläne für 2022 eingepflegt. Es sei aber auch möglich, den Kaufpreis zurückzuerhalten, und zwar in jener Geschäftsstelle, in der die Eintrittskarte erworben wurde.

Gleichzeitig zeichnet sich der Ausfall einer zweiten langjährigen Initiative zum Jahresende ab. Auch die Wahl der Sportler des Jahres wird erst Ende 2022 in die nächste Auflage gehen. „Die Sportserien wurden abgebrochen, es sind nur vereinzelte Meisterschaften ausgetragen worden“, heißt es aus der Sportredaktion dieser Zeitung, „es gibt praktisch niemanden, den man in der Kandidatenliste aufführen könnte.“ Bedauert wird dieser Schritt auch beim Kreissportbund Verden. „In der Vergangenheit war diese Ehrung vor großer Kulisse in der Niedersachsenhalle Verden für unsere Sportlerinnen und Sportler immer ein echtes Erlebnis“, sagt Vorsitzender Gerhard Behling. Allerdings komme die Absage natürlich nicht überraschend. „Wir freuen uns schon auf die nächste Auflage.“  kra

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Hochsommerliche Hitze stellt sich ein

Hochsommerliche Hitze stellt sich ein

Tierische Begegnungen in Badeseen

Tierische Begegnungen in Badeseen

Vogelbeobachtung ist nicht nur etwas für Nerds

Vogelbeobachtung ist nicht nur etwas für Nerds

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Meistgelesene Artikel

„Bäume sind öffentliches Eigentum“

„Bäume sind öffentliches Eigentum“

Weniger ist mehr

Weniger ist mehr

Arbeitstitel: „Aller-Wölpe – Leben am blauen Band“

Arbeitstitel: „Aller-Wölpe – Leben am blauen Band“

Digger will nach Hause

Digger will nach Hause

Kommentare