Fünf Angeklagte sollen zusammen 25. 000 Euro zurückzahlen

Spirituosendiebe kommen mit Bewährungsstrafen davon

Verden - In dem Prozess um den Diebstahl von Alkohol aus dem ehemaligen Verdener Netto-Warenlager im Gewerbegebiet Finkenberg hat die 2. Große Strafkammer des Landgerichts Verden fünf Angeklagte zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Reduziert hatte sich die Schadenssumme, der Umfang des Diebesguts und die Anzahl der Angeklagten. Dank der Geständnisse hat sich auch der Prozess verkürzt.

„Es sind Unmengen an Alkohol weggekommen“, hieß es in der mündlichen Urteilsbegründung, doch nicht alle Fehlbestände konnten den Angeklagten zugeordnet werden. In der Anklageschrift hatte die Staatsanwaltschaft deutlich größere Mengen gelistet. Unterm Strich wurde in dem Urteil ein Schaden in Höhe von gut 28 000 Euro festgestellt. Resultierend aus dem Diebstahl von über 600 Kartons hochprozentigem und hochpreisigem Whisky, Wodka, Rum und dergleichen.

Bei Hausdurchsuchungen konnte viel Alkohol sichergestellt werden. Im Rahmen der Verständigung haben sich die Angeklagten zu einer Schadenswiedergutmachung in Höhe von 25 .000 Euro verpflichtet.

Wegen des Diebstahls wurden drei Angeklagte zu Bewährungsstrafen verurteilt. Damals im Lager beschäftigt war ein 44-Jähriger aus Walle. Als Hauptakteur wurde er wegen acht Taten zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Er soll alleine 14. 000 Euro zurückzahlen.

Immer wieder Fehlbestände im Lager

Gegen seinen damaligen Kollegen, einen 46-jährigen Verdener, wurde wegen zwei Fällen eine einjährige Bewährungsstrafe verhängt. Als Dritter wurde wegen Diebstahls in drei Fällen ein Lkw-Fahrer eines anderen Unternehmens zu einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Diese Strafe wurde ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt.

Eingestellt wurde im Laufe des Prozesses das Strafverfahren gegen einen 35-Jährigen aus Verden gegen die Zahlung von 3.000 Euro. Ihm war Hehlerei vorgeworfen worden. Zur Urteilsverkündung brauchte er damit gar nicht mehr zu erscheinen. Anreisen musste dagegen der 28 Jahre alte Bruder des 44-Jährigen aus Köln. Er wurde wegen Hehlerei zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.600 Euro verurteilt.

2.250 Euro muss ein 37-Jähriger aus Langwedel zahlen. Er hat sich der Hehlerei und Beihilfe zum Diebstahl schuldig gemacht. Als Staplerfahrer in dem Netto-Lager hatte er „teilweise die Taten beobachtet“, wurde aber „zum Schweigen verpflichtet“. Im Gegenzug bekam er etwas ab von den geklauten Spirituosen.

In dem Lager war es immer wieder zu Fehlbeständen gekommen. Netto hatte daraufhin eigene Maßnahmen getroffen. „Es war interessant zu erfahren, wie kompliziert es für ein Unternehmen ist, Videokameras zu installieren“, merkte der Vorsitzende Richter Joachim Lotz fest. Sogar Peilsender waren eingesetzt worden. 

wb

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