Spannung pur mit Blick auf ein düsteres Kapitel

„Die Nachtflüsterer“ lassen im Verdener Dom Geschichte lebendig werden

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Catherine (Stefanie Bühring) bittet Gott um Hilfe. Sie hat doch nichts getan. 

Verden - Mucksmäuschenstill ist es im Verdener Dom, nur das leise Atmen der Besucher ist zu hören. Kerzenschein wirft Halbschatten in den Altarraum, die Stimmung ist gespannt. „Geisterstunde“ könnte man meinen und ist damit nicht so weit von der Wahrheit entfernt.

Beim Stadttheater „Hexennot“ kommen „Die Nachtflüsterer“ zu abendlicher Stunde im Dom aus dem Dunkel der Vergangenheit: Schauspieler in historischen Kostümen und Erzählerin Helga Flatow holen historische Teile der Verdener Geschichte wieder zurück in die Gegenwart.

Diesmal setzen „Die Nachtflüsterer“ unter der Regie von Flatow die von Dr. Björn Emigholz sorgfältig recherchierten Fakten und zusammengefügten Geschichten ebenso spektakulär wie eindrucksvoll in Szene. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe wurden die Besucher mit einer Welt voller Elend und Angst konfrontiert: Hexenverfolgung und -prozesse. Dem interessierten Publikum wurde damit eines der dunkelsten Kapitel der Verdener Stadtgeschichte vor Augen geführt und im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Verden aufgeschlossen“ nähergebracht.

Hexenverfolgungen gehören auch in Verden zu den düstersten Kapiteln des 16. und 17. Jahrhunderts. Ein Beispiel von vielen: Der Hexerei bezichtigt wird im Jahre 1647 wie fast alle ihre Familienangehörigen die Frau des Bürgermeisters, Catherine Wolpmann (Stefanie Bühring). Einzig deren Mutter (Evelyn Coels) und ihr Halbbruder Friedrich Panning (Martin Hellerbach) bleiben auf freiem Fuß. Zuvor hatte sich Catherine geweigert, mit dem Superintendenten (Hans-Jürgen Schulz) die Ehe zu brechen, sodass der es aus Rache gar nicht erwarten kann, sie dem „reinigenden Feuer“ zu übergeben. Friedrich setzt alle Hebel in Bewegung, um Catherine zu retten, doch der rachsüchtige Kirchenherrscher lässt sich nicht erweichen, zumal auch das Domkapitel und der Magistrat auf seiner Seite stehen.

Das szenische Spiel im Dom zu Verden ließ – teils sensibel von Tillmann Benfer an der Orgel begleitet – dieses Detail der Verdener Geschichte in seiner ganzen Dramatik wieder aufleben. Die Ereignisse im originalen Kontext und in historischer Umgebung dargestellt, haben aus der Vergangenheit wieder ein Stück lebendige Gegenwart gemacht.

Karten für die Aufführungen am Donnerstag und Freitag, 2. und 3. November sowie 9. und 10. November, jeweils um 18 Uhr, sind im Vorverkauf zum Preis von 22 Euro bei der Tourist-Information in der Großen Straße 40 erhältlich. Der Abend klingt bei Speis’ und Trank (im Preis inbegriffen) in gemütlicher Runde in der Gaststätte Lugenstein aus.

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