„Orchester im Treppenhaus“ setzt Kinderbuch „Frederick, die Maus“ schwungvoll um

Spannende Verbindung von Erzählung und Musik

Die Blicke sprechen Bände: Fasziniert und amüsiert verfogten die jungen Zuschauer das Geschehen auf der Bühne. - Fotos: Niemann

Verden - Das Kinderkonzert ist bei den Niedersächsischen Musiktagen inzwischen nicht mehr wegzudenken. Bei der achten Auflage begeisterten Marcel Zuschlag als Erzähler und das hannoversche „Orchester im Treppenhaus“ unter dem Dirigat von Thomas Posth mit gleich drei Orchestermärchen. Hauptfigur war stets „Frederick, die Maus“, in Buchform von Leo Lionni ersonnen.

Die Kinderkonzerte bieten klassische Musik für Mädchen und Jungen ab fünf Jahren und zwar auf besondere Weise erlebt und ohne Altersgrenze nach oben. Denn wer neugierig ist, bleibt jung und spitzt seine Ohren. So auch am Donnerstag in der ausverkauften Aula des Domgymnasiums.

Bei den kleinen Feldmäusen liefen die Vorbereitungen auf den Winter auf Hochtouren. Emsig trugen sie Nüsse und Getreide sowie wärmendes Moos und Heu in ihren Bau. Alle packten mit an – außer Frederick. Der zog es vor, sich auf seinem Lieblingsplatz die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen.

Warum er denn nicht mit sammele, wollen die Mäusefreunde von ihm wissen. „Aber ich sammele doch“, erwiderte Frederick. „Ich sammle Sonnenstrahlen, die vom Himmel fallen. Ich sammle Lieder, die die Vögel singen. Ich sammle Geschichten, die der Wind erzählt.“

Das hannoversche „Orchester im Treppenhaus“ unter dem Dirigat von Thomas Posth.

Als dann im Winter die Vorräte zur Neige gingen und die Mäuse die Kräfte verließen, fiel ihnen wieder ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. „Macht die Augen zu“, sagte Frederick. „Jetzt schicke ich Euch die Sonnenstrahlen.“ Und auch mit den Farben und Wörtern wärmte Frederick die anderen und vertrieb die Kälte.

Schwungvoll und bildgewaltigen hatten Dirigent und Erzähler zunächst das bekannte Kinderbuch nachgezeichnet und instrumental originell arrangiert. Das Ergebnis war eine spannende Verbindung von Erzählung und Musik, die bei manchen Kindern vermutlich die Erinnerung an die Bildgeschichten Lionnis wachrief. Das traf auch auf die nachfolgenden Kompostionen nach Lionnis Kinderbüchern „Frederick: Geraldine und die Mäuseflöte“ und „Alexander und die Aufziehmaus“ zu, mit deren Hilfe bereits die jüngsten Konzertbesucher die Instrumentensprache eines Orchesters verstehen konnten.

Denn der Kontakt zu den Kindern ist dem Ensemble mit Thomas Post und Marcel Zuschlag hervorragend gelungen, da jeder Figur nicht nur ein prägnantes Motiv zugeordnet war, sondern außerdem ein charakteristisch eingesetztes Instrument oder eine ganze Instrumentengruppe.

Kinderkonzert in Verden

Auch wurden die Kinder mehrmals ins Geschehen einbezogen. Sie konnten Geräusche machen, sich bewegen oder mit den Musikern eine kleine Mäuseparty feiern. Hinterher durften sie auf der Bühne auch noch die Instrumente anfassen und einige von ihnen sogar ausprobieren. 

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