Auf dem Pferd von Mexiko bis Alaska

Sieben Jahre durch Amerika: Der lange Ritt ins Glück

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Gut gelaunt gab's Autogramme und weitere Informationen von der Abenteuererin Sonja Endlweber (re.).

Verden - Sie sind durch wilde Landschaften geritten, durch schroffe Gebirge, reißende Flüsse, unberührte Täler, unwegsame Wälder, durch Wüsten, Steppen, Insektenschwärme, Monsunregen und Schneestürme. 10 000 Kilometer weit und sieben Jahre lang waren Sonja Endlweber und ihr Lebensgefährte Günter Wamser auf Tour: von Mexiko, durch Kanada bis Alaska, nur begleitet von den Mustangs Dino, Azabache, Rusty und Lightfoot und Jack-Russell-Hündin Leni.

Oft war die kleine Karawane monatelang in der Wildnis unterwegs und dabei ganz auf sich alleine gestellt. Dafür haben die Abenteurer zwar viele Strapazen auf sich genommen, aber auch ungezählte glückliche Momente erlebt, von denen Sonja Endlweber in einer zweieinhalbstündigen und reich bebilderten Reportage im Deutschen Pferdemuseum berichtete.

„Ich bin dieses Abenteuer völlig unbedarft und reichlich naiv angegangen“, sagte Endlweber gleich zu Beginn. Den Abenteuerreiter Warmser hatte die studierte Ökonomin und erfolgreiche Wiener Unternehmensberaterin bei einem seiner Vorträge kennengelernt und spontan beschlossen: „Da möchte ich unbedingt mit!“ Doch Warmser habe ihre Idee zunächst einmal gar nicht begeistert. „Ich habe aber einfach nicht locker gelassen und ihn schließlich erweicht“, so Endlweber.

Unendliche Weiten der Schönheit: Sonja Endlweber und Günter Wamser auf ihren Mustangs.

Und sie nahm das Publikum mit auf diese Reise, die sie mit wunderschönen Bildern und humorvollen Geschichten ganz mitreißend skizzierte. „Ich habe unglaublich viel gelernt und mich Schritt für Schritt an neue Dinge herangetastet“, sagte sie, als sie etwa von so banalen täglichen Dingen wie Hygiene oder Kochen berichtete. „Der Alltag war oft mit viel Arbeit verbunden. Abends mussten wir einen geeigneten Lagerplatz suchen, uns um den Aufbau des Lagers kümmern und die Tiere versorgen, ehe wir selber an die Reihe kamen.“

Beim Kochen hätten sie viel experimentiert. „Mit der Zeit habe ich gelernt, mit Zutaten zu improvisieren und dass man auf dem Lagerfeuer nicht nur kochen, sondern in der Glut Fladen und Brote und sogar Kuchen backen kann.“ Endlweber berichtete von vielen, zumeist fast unwirklich schönen Naturerlebnissen, von Flora und Fauna, von Erlebnissen durch die Begegnungen mit Wildtieren, dem engen Kontakt zu den eigenen Tieren und von Menschen, die sie ein Stück auf ihrem Abenteuerweg begleitet haben

. Sie sprach von ihrem Umgang mit Ängsten und Zweifeln oder wie sie und ihr Partner sich in schwachen, zweifelnden Momenten gegenseitig immer wieder motiviert hätten. Oder wie sie selbst in jedem Misserfolg immer noch das Positive gesucht und es letztlich gefunden hätten. „Es war eine wunderschöne Zeit. Eine Rückkehr und eine Besinnung auf mich selbst und ich habe gemerkt, wie wenig man braucht, um wirklich glücklich zu sein. Es ist keine Frage des Geldes“, resümierte sie am Schluss des Vortrags.

Bald geht es nach Kanada

Lange wird es die 44-Jährige vermutlich nicht im Lande halten. Spätestens im Frühsommer sind mehrere Pferde-Trekking-Touren mit „Abenteuern auf Zeit“ in den kanadischen Rocky Mountains geplant. Warmser indes ist bereits wieder unterwegs. Er hat sich ein altes Segelboot gekauft und ist nach Auskunft seiner Gefährtin vor wenigen Tagen auf der Insel Barbados angekommen. „Günter möchte noch mal etwas ganz anderes machen und hat sich diesmal eine Weltumseglung in den Kopf gesetzt. Für mich ist Segeln nichts und ich bin auch skeptisch, dass es für Günter das Richtige ist.“

Endlweber und Wamser sind einige der wenigen „Aussteiger“, die ihre Leidenschaft ausschließlich über Diavorträge, Buchverkäufe und Erlebnisreisen mit ihren Mustangs finanzieren. Das macht das Paar authentisch, da sie unabhängig von Sponsoren und nur gegenüber sich selbst – und natürlich gegenüber ihren Tieren – verpflichtet sind. 

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