Warnsystem wird an Digital-Alarm angepasst

Nicht erst nach dem Hochwasser: Sirenen warnen verlässlicher

Eine der alten Sirenenschüssseln  auf einem Hausdach.
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Die alten Sirenen sollen vielfach ersetzt werden. Neue Anlagen sind leistungsfähiger und bieten mehr Möglichkeiten.

Landkreis – Nicht erst seit der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz setzen die Städte und Gemeinden im Landkreis auf Sirenen. Mit ihrem Geheul erreichen Warnungen verlässlicher die Bevölkerung als so manches elektronische System. „Während in anderen Regionen die Zahl der Schüsseln auf den Dächern zurück geht, haben wir hier im Landkreis verabredet, die Sirenen zu erhalten“, berichtet Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling.

Schnell nach dem verheerenden Hochwasserereignis hatten verschiedene Seiten und nicht zuletzt betroffene Bürger kritisiert, dass die Vorwarnung der Bevölkerung in den stark betroffenen Gebieten lückenhaft war. Vor allem Ausfälle im Stromnetz hatten diverse Systeme unwirksam gemacht und Warnungen über Rundfunk und Fernsehen verhindert. So hatte manche die Flutwelle völlig unvorbereitet erreicht.

Nicht erst seit der Flutkatastrophe Strategie im Landkreis

Dass das Sirenennetz im Betrieb bleiben soll, ist nicht erst seit der Hochwasser-Katastrophe Strategie im Landkreis. Da seien die Gemeinden, als die zuständigen, mit dem Landkreis übereingekommen. Lange vor dem Starkregen und der Forderung von Innenminister Boris Pistorius nach dem Ausbau des Sirenennetzes. Dabei ist nicht nur dem Kreisbrandmeister bewusst, dass die Gefahr von Flutkatastrophen in einem solchen Ausmaß in der Region geringer ist. „Wir sind hier Flachlandtiroler“, weist Fehling auf einen wichtigen Unterschied hin. Es gehe mehr um die Betriebssicherheit und Verlässlichkeit des Warnsystems, und davon ist er überzeugt.

187 Sirenen im Kreisgebiet werden umgestellt

Deswegen waren die Sirenen auch im Großprojekt zur Umstellung auf die digitale Alarmierung einbezogen worden, das mittlerweile vor dem Abschluss steht. Gerade würden die 187 Sirenen im Kreisgebiet umgestellt. Damit werde das System nach und nach zusätzliche Möglichkeiten erhalten, mit denen man in Ahrweiler und Erftstadt noch Menschen vor den Wassermassen hätte warnen können, als Handy- und Stromnetz schon zusammengebrochen waren. Dann erreicht auch die beste Warn-App nicht mehr ihr Ziel.

„Die alten Sirenen können nur heulen und je nach Signal noch Hinweise auf die Gefahr geben“, erklärt der Feuerwehrsprecher. Das sei aber sehr beschränkt. Neue Sirenen seien leistungsfähiger, könnten mehr Signale und sogar gesprochene Botschaften übertragen, fasst Fehling Vorteile zusammen. Auch seien sie mit Batterien ausgestattet, sodass der Zusammenbruch des Stromnetzes sie nicht außer Gefecht setzt.

Die alten Schüsseln allerdings seien zwar sehr wartungsintensiv, aber ansonsten fast unverwüstlich. „Da ist das dann ein Rechenexempel, ab wann es sich lohnt, alte Anlagen zu ersetzen“, sagt Fehling. Zumal, wenn in einer Gemeinde mehrere alte mit einer der wirksameren neuen ersetzt werden können. „Die Stadt Verden ist da schon dran“, weiß der Kreisbrandmeister.

Verden will neue Anlagen mit neuem Standortkonzept installieren

„Das stimmt“, kann Philipp Rohlfing bestätigen. In Verden sollen sämtliche Sirenen mit den neuen ersetzt werden, berichtete der Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung im Rathaus. Weil die neue Technik aber größere Räume abdecken kann, könne sich ihre Zahl, zwischen 25 und 30 weiß Rohlfing, verringern. Zugleich werde das Standortkonzept überarbeitet, damit die Anlagen das gesamte Stadtgebiet abdecken. Ganz billig werde das nicht, erwartet Rohlfing. Eine Summe konnte er noch nicht nennen, derzeit werde die Ausschreibung erarbeitet.

26 neue Anlagen in Kirchlinteln

Die 26 Anlagen in der Gemeinde Kirchlinteln und ihren Ortschaften sind fast schon komplett ersetzt, kann Kämmerer Frank Weiberg berichten. Die letzten acht seien für das kommende Jahr geplant. Dann werde diese Maßnahme immerhin 305 000 Euro verschlungen haben.

Dass die neue Technik klare Vorteile gegenüber den alten Schüsseln hat, konnte er bestätigen. Nachdem der Langwedeler als Feuerwehrmann im Flutgebiet in Rheinland-Pfalz war (wir berichteten), kann er die Möglichkeiten der neuen Geräte, vor allem die Sprachdurchsagen, schätzen. „Dann hätte man die Menschen dort gezielter warnen können.“

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