Sigmar Gabriel gibt Startschuss für Unternehmerinnen-Initiative

Frauenpower in Berlin

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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel im Gespräch mit Heidekreis-Unternehmerin Antje Diller-Wolff

Berlin/Landkreis - 180 Frauen aus ganz Deutschland begrüßte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Mittwoch in der Berliner Kalkscheune. Unter diesen Vorbild-Unternehmerinnen der Initiative „Frauen unternehmen“ waren auch Anika Schön und Antje Diller-Wolff aus dem Heidekreis sowie Claudia Erdmann aus dem Landkreis Verden.

Wie viele andere Frauen hatte sich auch die Verdener Versicherungsmaklerin im Frühjahr beim Bundeswirtschaftsministerium beworben, um für das neue, bundesweite Gründerinnen-Netzwerk ausgewählt zu werden. Eine Kollegin in der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft hatte sie als erste Vorsitzende des Vereins FrauenUnternehmen auf die Initiative aufmerksam gemacht.

„Am allerletzten Fristtag habe ich erst die Bewerbung eingereicht“, erzählt Erdmann. Vor zehn Jahren hat sie ihr Unternehmen Geest-Assekuranz-Service gegründet. Mit einer Zusage habe sie nicht wirklich gerechnet und sich umso mehr darüber gefreut. Erst später habe sie dann erfahren, dass auch die beiden Frauen aus dem Nachbarkreis ausgewählt wurden.

Auf der Berliner Veranstaltung sollten sich die Unternehmerinnen kennenlernen, austauschen und neu vernetzen, um ihre Vorbildrolle für andere Frauen und Mädchen wahrnehmen zu können. Die Tatsache, dass bisher nur jedes dritte Unternehmen von einer Frau gegründet werde, sei besonders auf Unsicherheiten und die Sorge vor dem Scheitern der Gründungswilligen zurückzuführen, sagte Sigmar Gabriel auf einer Podiumsdiskussion zum Start der Initiative. „Ich bin fest überzeugt: Geld und bürokratische Hürden hindern niemanden, sich selbstständig zu machen, wenn man es denn will“, so Gabriel weiter.

Zu der Initiative habe ihn unter anderem seine Frau inspiriert, die als selbstständige Zahnärztin tätig ist. „Wenn eine Frau noch Kraft hat, dich abends zu beschimpfen, dann ist es ihr sicher auch möglich, ein Unternehmen zu gründen“, erzählte der Minister augenzwinkernd.

Weiterhin betonte Gabriel, dass viele Frauen wegen der schwierigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor der Selbstständigkeit zurückschrecken. Wer sich aber erst einmal traue, empfände die Entscheidung häufig als bereichernd für sein Leben und könne so auch anderen Unsicheren Mut machen. Dies wollen die 180 ausgewählten Unternehmerinnen mit dem neuen Gründerinnen-Netzwerk in Angriff nehmen.

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