Nachfolge an neuem Standort

Andrea Stoffels schließt ihr Verdener Reformhaus

Reformhaus-Inhaberin Andrea Stoffels (l.) präsentiert zusammen mit ihrer Tochter Anna-Laura die für die Gesundheitsvorsorge wichtigen Artikel in ihrem Geschäft an der Nagelschmiedestraße.

Verden - Von Volkmar Koy. Es ist das Fachgeschäft für Gesundheit und Wohlbefinden, das Einkaufen erfolgt nach eigener Aussage im Einklang zwischen Genuss und Gesundheit sowie prophylaktischem Zusatz. Gemeint ist das Verdener Reformhaus mit Inhaberin Andrea Stoffels. Doch am 28. September ist Schluss, die engagierte Ladenbesitzerin streicht die Segel.

Die Gründe für die Geschäftsaufgabe sind so vielfältig wie diskutierenswert. An zwei Standorten hatte Andrea Stoffels, seit mehreren Jahren in der Nagelschmiedestraße 9 und vorher in der Großen Straße ansässig, das Hallo-wach-Gefühl ihrer Kunden für gesundsheitsbewusstes Einkaufen geschärft. Zehn Jahre lang ging es täglich von Oldenburg nach Verden und zurück. „Dabei habe ich siebenmal die Erde umkreist“, rechnet sie vor. Entfernungsgründe sind also der Hauptgrund für die Aufgabe. Aber nicht nur: „Die Super-Baustelle auf der A 1 hat mir den Rest gegeben.“

Seit einem Jahr habe sie einen Nachfolger gesucht und nun endlich auch gefunden. Die Vernetzung der einzelnen Reformhäuser sei dabei behilflich gewesen. Rund zwei bis drei Wochen nach ihrem Abzug aus Verden werde der neue Mann, dann aber in der Großen Straße, den Reformhaus-Gedanken weiter hochhalten. Wo genau, wollte Andrea Stoffels noch nicht verraten. So entstehe jedoch nur eine kleine Lücke, freut sich die Reformhaus-Inhaberin. Ihre Einrichtung werde der Nachfolger ebenfalls übernehmen.

Ein Reformhaus heutzutage zu übernehmen, erfordere in jedem Fall eine gewisse Spezialisierung. Es gehe schließlich um ganzheitliche Gesundheit. Sie selbst habe sich mit Naturarzneien ein besonderes Zugpferd geschaffen.

Dennoch bleibt die Frage nach der Existenzgrundlage. Sie habe eine gewisse Abwanderung aus dem Umland feststellen müssen, sagt Andrea Stoffels. Folglich habe sie sich ein neues Publikum erst erarbeiten müssen. So gebe es ein festes Klientel, das das Reformhaus ansteuere. Wenn ihr Nachfolger es betriebswirtschaftlich gut mache, werde er die Kundschaft auch behalten.

Ein anderer Aspekt sei die nach wie vor viel zu hohe Pacht- oder Miethöhe für die leer stehenden Ladengeschäfte. Das Feld im Einzelhandel werde immer schwieriger, so ihre Prognose. Überdies werde nichts für die Attraktivität der Stadt getan. Diese Kritik sei auch an die Adresse der Kommunalpolitik gerichtet. Und so richtig in Fahrt, noch folgendes Zitat von Andrea Stoffels: „Jedes Bestreben, etwas zu verbessern, wird im Keim erstickt.“ Das habe auch etwas mit Stadtmarketing zu tun. Sie selbst wolle sich in Oldenburg nicht wieder selbstständig machen. Vielleicht gehe sie zurück in ihren erlernten Beruf, dem Hotelmanagement. Nach kurzer Auszeit sei das möglich.

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