Austausch im Beirat

Senioren diskutieren Enkeltrick

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Referent Joachim Kopietz beim Anbringen des Aufklebers mit den Telefonnummern der örtlichen Polizei an der Tür. Beatrix von Busch, Frank Gardeike, Dietrich Daude, Hans-Rainer Strang, Marina Müller-Edelberger und Irmtraud Meyer-Sauerborn (v.l.) vom Seniorenbeirat schauen zu.

„Hallo, erkennst du mich nicht? Ich bin es, dein Enkelkind.“ Mit diesen Worten melden sich immer wieder unbekannte Anrufer bei Senioren im Landkreis Verden. Obwohl die Polizei oft vor einem solchen Betrug warnt, fallen weiter viele Rentner auf diesen Enkeltrick rein.

Verden – „Den Enkeltrick kenne ich ja nun schon“, erklärte der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Hans-Rainer Strang, selbstbewusst bei der Vorstellung des Referenten von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Joachim Kopietz. Der Kriminalhauptkommissar referierte im Kreishaus vor dem Seniorenbeirat zum Thema Straftaten gegen ältere Menschen.

Joachim Kopietz erläuterte die immer noch grassierenden Betrugsmaschen. Aktuell sind es falsche Polizisten und ähnliche Amtspersonen, die sogar schon um 4 Uhr morgens mit dramatischen Geschichten – unterlegt von echten Hintergrundgeräuschen – ihr suggestives Lügennetz spinnen.

Auch ein Rückruf bei der Polizei kann unterlaufen werden, wenn das vermeintlich aufmerksame Opfer im Eifer nicht richtig auflegt und sich etwa durch ein eingespieltes Telefonsignal täuschen lässt.

„Die Opfer sind nicht dumm“, bestätigte der Beamte der Polizeiinspektion Verden/Osterholz aus eigener Erfahrung. Ältere Menschen werden aber gerne ausgesucht, weil sich die Kriminellen eine gewisse Verlangsamung und Unaufmerksamkeit erhoffen. Auch eine leider häufige Vereinsamung im Alter spielt den Tätern in die Hände. Das Thema wurde lebhaft im Seniorenbeirat diskutiert, der auch politische Gegenmaßnahmen ansprach. „Brauchen wir mehr Personal bei Polizei und Staatsanwaltschaft? Sind härtere Strafen angebracht? Und sollte staatspolitisch entschiedener gegen oft im Ausland angesiedelte betrügerische Call-Center vorgegangen werden?“ Diese und weitere Frage musste Kopietz beantworten. Bedauernd wies er darauf hin, dass die Hintermänner oft nicht zu fassen sind. Selbst die manchmal zu schnappenden Läufer, also die, die nach einem erfolgreichen Telefonbetrug die Wertsachen an der Tür abholen, werden inzwischen durch beauftragte ahnungslose Taxifahrer ersetzt. „Aber die neuen rechtlichen Möglichkeiten, die erlauben, betrügerisch erworbenes Vermögen zu entziehen, helfen schon,“ meinte der Kriminalbeamte.

Ein weiteres wichtiges Anliegen war dem präventiv tätigen Beamten der Betrug direkt an der Eingangstür: „Dubiose Handwerker, die nur kurz das Dach ausbessern wollen: Scheinbar harmlose Mitmenschen, die dringend gerade bei Ihnen aufs Klo müssen“, nannte Joachim Kopietz als Beispiele.

„Öffnen Sie nicht ungeschützt die Eingangstür, geben Sie Unbekannten kein Geld oder Wertsachen“, warnte der Kriminalhauptkommissar. Die Eingangstür sollte am besten durch einen Sperrriegel gesichert sein. „Lassen Sie sich nicht auf Ausweise ein, Fälschungen kann selbst ich an der Tür oft nicht erkennen“, mahnte er.

In Zweifelsfällen hilft immer ein Anruf bei der Polizei, empfahl Kopietz. Hier hatte der Kriminalbeamte auch gleich einen Aufkleber mit Telefonnummern der Polizei dabei und demonstrierte das Aufbringen an geeigneter Stelle wie der Haustür.

Den Seniorenvertretern des Landkreises war angesichts des weiterhin aktuellen Themas die notwendige Weitergabe der schützenden Möglichkeiten bewusst und sie wollen nach Kräften die polizeiliche Präventionsarbeit unterstützen.

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