Seminar der Familienwerkstatt behandelt am Montag „Forscher in Windeln“

„Ein Schatz für das Leben“

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Prof. Dr. Hannsjörg Bachmann ist Mitbegründer der Familienwerkstatt und am Montag auch einer der Referenten.

Verden - „Eine Raupe, aus der ein Schmetterling wird“, so habe man Babys und Kleinkinder lange gesehen. Dabei sei es eigentlich genau umgekehrt, sagt Prof. Dr. Hannsjörg Bachmann. In keiner Phase lerne der Mensch so viel wie in den ersten vier Lebensjahren, schwärmt der Kinderarzt von dem Forscherdrang, der die Kleinen antreibt.

Eltern dafür zu sensibilisieren, ihren Blickwinkel so zu verändern, dass sie die Neugier, Kreativität und Experimentierfreude ihres Nachwuchses als etwas Positives betrachten, das will die Familienwerkstatt des Landkreises Verden mit ihrem nächsten Seminar. Am Montag, 8. Februar, 19.30 bis 21.30 Uhr, geht es um „Forscher in Windeln“.

Bachmann und die Pädagogin Cornelia Wolf-Becker möchten interessierten (Groß-)Eltern von Mädchen und Jungen im ersten Lebensjahr an diesem Abend „Bewunderung vermitteln für das, was Kinder lernen“.

„Wir möchten diese Zeit wertvoll machen“, sagt Bachmann. Denn ein guter Teil des Lebensfundamentes werde in den ersten vier Jahren gelegt. Bindungen entstehen, das Selbstwertgefühl entwickelt sich und macht stärker für kommende Herausforderungen. Das sei „ein Schatz, den man mit ins Leben nimmt“.

Auf die Welt zu kommen, sei mit der Landung auf einem fremden Planeten zu vergleichen, sagt der Mediziner. Das Potenzial, sich binnen kürzester Zeit zurechtzufinden, trage das Kind in sich. Um es auch nutzen zu können, brauche es jedoch die liebevolle Begleitung durch die Erwachsenen.

Ihre Umwelt, die Sprache, sich selbst und schließlich andere – all das entdecken Kinder in den ersten vier Jahren. „Eine Hochleistung“, sagt Bachmann anerkennend. Das Lernen mit allen Sinnen sei allerdings für Erwachsene nicht immer gleich sichtbar, denn es finde spielend statt. Das könne sicher auch mal nervig sein, weiß der Kinderarzt, selber Vater und Opa, und denkt dabei an das nasse Spiel mit Wasser oder das Ein- und Aus- und Ein- und Ausräumen von Schränken.

Dann sei es wichtig für Väter und Mütter zu verstehen, dass sich dieses Spiel nicht gegen sie oder gegen die Ordnung richte, sondern die Art und Weise sei, wie Kinder lernen, die Welt zu begreifen. „Hinter ihrem Tun steckt eine große Sinnhaftigkeit“, formuliert es der Mediziner und rät den Eltern, gelassen zu bleiben.

Die Unterstützung, die die Mamas und Papas ihren Kleinen geben können, ist denkbar einfach. Sie kostet vor allem eines: Zeit. Es geht nicht darum, schon mit den Jüngsten von Kurs zu Kurs zu fahren. „Das ist ein Erwachsenenkonzept, das man den Kindern aufhalst“, macht Bachmann deutlich. „Aber das Kind setzt die Themen.“

Daher möchte die Familienwerkstatt dazu auffordern, die Kinder im Blick zu haben, zu beobachten, wo gerade die Interessen liegen und ihnen entsprechende Materialien zur Verfügung zu stellen. Das kann auch einfach bedeuten: Es ist okay, wenn du den Inhalt der Tupper-Schublade ein weiteres Mal in der Küche verteilst.

Die Jüngsten auf Expedition durchs Leben, mit den Großen als Partnern, so wäre es ideal. „Kinder brauchen eine sichere Basis“, sagt der Experte und erklärt, warum: „Wenn ich mich sicher fühle, kann ich auch gut lernen.“

kp

Zusätzlich zu den „Forscher in Windeln“ bietet die Familienwerkstatt des Landkreises Verden in der kommenden Woche zwei weitere Seminare für Eltern mit kleinen Kindern an. „Trotzalter oder Selbstständigkeitsalter?“ lautet der Titel des Seminars am Dienstag, 9. Februar, für Eltern mit Kindern im zweiten Lebensjahr. Die Leitung haben die beiden Pädagoginnen Hilde Zimmermann und Anja Laforce. Am Mittwoch, 10. Februar, folgt schließlich das Seminar „Sauber und trocken – wie? wann?“ rund um Kinder im dritten Lebensjahr, mit Birgit Asmuß und Hannsjörg Bachmann. Neben leicht verständlichen Informationen steht der gemeinsame Austausch über die Entwicklungsschritte des Kindes im Zentrum der Seminare. Dabei bleibt viel Raum für Fragen. Alle Seminare finden jeweils von 19.30 bis 21 Uhr in der Stadtwaldfarm, Am Bürgerpark 33, in Verden statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um beiden Elternteilen das Kommen zu ermöglichen, können sie einen Bonus für den Babysitter erhalten. Anmeldungen nimmt Fokus unter Telefon 04231/982501 oder per E-Mail an info@fokus-verden.de entgegen. Weitere Infos sind unter www.familienwerkstatt-info.

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