Das Selbstverteidigungssystem Krav Maga stärkt das Selbstbewusstsein

Den Angriff heil überstehen

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Dirk Oefele zeigt mit der Krav-Maga-Methode, wie man Angriffe wirksam abwehrt.

Verden - „Krav Maga ist ein modernes Selbstverteidigungssystem, das von der israelischen Armee praktiziert wird“, weiß Dirk Oefele. In Verden betreibt er eine Shímáo Wing Tsun Academy. Bekannt sei die Selbstverteidigungstechnik aus verschiedenen Hollywood-Filmen. Wie sie in der Praxis funktioniert, vermittelt er derzeit in einem Kurs, der, übrigens unabhängig von den Geschehnissen in der Silvesternacht in Köln, Anfang Januar begonnen hat.

„Es ist kein Kampfsport, sondern eine reine Selbstverteidigungsmethode“, betont der 29-Jährige. Da es keine Wettkämpfe gibt, bestehe auch kein Regelwerk. Bei Krav Maga werden auch Methoden trainiert, die bei anderen Formen der Selbstverteidigung verboten sind, weil sie Regeln widersprechen. Wenn es um Notwehr geht, sei vieles erlaubt und hilfreich. Krav Maga zeichne sich zudem durch einfache Techniken aus.

Wichtig ist es Oefele, seinen Kursteilnehmern zu vermitteln, wo Notwehr anfängt und wo sie aufhört. „Es geht nicht darum, jemanden kaputt zu machen, sondern aus einer gefährlichen Situation wieder herauszukommen. Und dann nichts wie weg“, erklärt der 29-Jährige. Es werde dabei viel geschlagen und getreten, auch in die Körperregionen, in denen es besonders schmerzt. „Ziel ist es, das Ganze möglichst schnell zu beenden.“

Ein weiterer Punkt, den Oefele in seinen Kursen anspricht, sind die Schritte, die nach einem erfolgreich abgewehrten Angriff zu beachten sind. „Wenn ich drei Schlägern gegenüberstand und da heil ‘rausgekommen bin, bleibt es im Nachhinein dennoch eine belastende Situation“, weiß Oefele. Wichtig sei, die Polizei zu informieren und Anzeige zu erstatten, und bei Bedarf sollte man zudem psychologische Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie Krav Maga in der Praxis aussieht, zeigte das Training in den Räumen des SOS-Sportstudios in Eitze. Wenn sich jeweils zwei Kursteilnehmer gegenüberstehen, geht es um konkrete Techniken. Doch es wird auch versucht, möglichst real zu trainieren. Beim „Stressdrill“ steht eine Person in der Mitte und wird nacheinander von vier anderen Kursteilnehmern „angegriffen“. Es bleibt keine Zeit zum Durchatmen oder um lange zu überlegen, was die richtige Reaktion ist.

„Es macht Spaß, ist ein toller Ausgleich zur Büroarbeit und stärkt das Selbstbewusstsein“, sagt Nathalie Laner und schnell wird klar, dass man sich mit ihr besser nicht anlegen sollte. Die 30-Jährige weiß sich Dank des Kurses schon sehr gut zu wehren. Und genau das gibt einem ein gutes Gefühl, wie andere Kursteilnehmer bestätigen.

Regina Lange nimmt zusammen mit ihrem Partner an dem Kurs teil. Sie besuchen den Kurs nicht aus einem Angstgefühl heraus, sondern weil es ihnen einfach Spaß macht. Gemeinsames Fitnesstraining mit dem Erlernen von Selbstverteidigungstechniken. Wie sie und andere Kursteilnehmerinnen berichten, habe die Teilnahme an dem Kurs mit den sexuellen Übergriffen, die es vielerorts in der Silvesternacht gegeben hat, nichts zu tun.

wb

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