Seit 15 Jahren gibt es im Rathaus das Seniorenbüro / 1539 Mal weiter geholfen

„Helfen macht Spaß“

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Eberhard Geiler, Wolfgang Paul, Christoph Gürlich und Hermann Scheibe (von links) wechseln sich im Seniorenbüro ab. Jeden Dienstag, 9 bis 12 Uhr, ist einer von ihnen da oder geht unter der Nummer 04231/12340 ans Telefon.

Verden - Von Erika Wennhold. In 15 Jahren haben Christoph Gürlich und Hermann Scheibe, später auch Wolfgang Paul und Eberhard Geiler, niemals eine Beratung in ihrem Seniorenbüro ausfallen lassen. Sie haben ihre Sache von Anfang an sehr ernst genommen und vielen Menschen, ganz genau 1539, weitergeholfen. Auch, wenn ein Besucher „nur mal mit jemandem reden wollte“.

In den meisten Fällen brauchte ein älterer Mensch jedoch Rat, und oft mussten sich die Mitglieder des Senioren-Teams selber erst einmal schlau machen. Gründungsmitglied Christoph Gürlich: „Unsere großen Themen waren in diesen Jahren die Pflegeversicherung, bis heute beschäftigen uns die Patientenverfügung und immer wieder Änderungen bei Krankenkassen-Zuschüssen.“ Das Team hilft auch beim Ausfüllen von Formularen, bei Behördenangelegenheiten, bei Fragen zum Wohngeld und so weiter.

Als die Idee nach dem Motto „Senioren helfen Senioren“ entstand, war Christoph Gürlich als Vertreter der Stadt Kreisseniorenbeirat und brachte das Ganze im Jahr 2000 voran. „Ich spürte den Bedarf, denn Gesetze für Millionen von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen sind kompliziert und für den einfachen Bürger nur schwer zu durchschauen. Es ist wichtig, dann einen Ansprechpartner zu haben.“

Bei der Stadt Verden trafen Christoph Gürlich und Hermann Scheibe auf Wohlwollen. Auch dort war man sich bewusst, dass damit die Schwellenangst vor der Behörde umgangen werden könnte. Sofort wurde Zimmer 170 im Erdgeschoss zum Seniorenbüro umgestaltet. Immer dienstags, von 9 bis 12 Uhr, hat einer der vier Team-Mitglieder hier Dienst. Hermann Scheibe: „Ein Zeitaufwand, der sich lohnt, denn es ist ein schönes Gefühl, jemandem weitergeholfen zu haben.“

Das Engagement des Seniorenbüros reicht noch weiter. Einmal im Jahr wird zum Frühlingsfest eingeladen. Da kommen bis zu 350 Personen. Im Herbst geht es dann in kleineren Gruppen aufs Schiff und eine Busfahrt rundet das Jahresprogramm ab.

Immer, wenn sich die Gelegenheit ergibt, werden Ärgernisse an die Verantwortlichen herangetragen. Da werden schon mal Gehwege zugestellt oder breiten sich Hecken zu sehr aus. Sollte aber ein politisches Gremium Entscheidungen treffen, die etwas mit den älteren Menschen der Stadt zu tun haben, dann wird Seniorenbeirat Christoph Gürlich als beratendes Mitglied hinzugezogen.

Im Rathaus hat das Team noch eine weitere Anlaustelle. Sabine Mandel vom Fachbereich 4 „Bildung und Kultur“. Zu ihr ebenso wie zu Bürgermeister Lutz Brockmann haben die vier ein entspanntes Verhältnis. Deshalb ging es gestern auch gemeinsam zum Mittagessen – mit den Ehefrauen, die ihre Männer bei deren Aufgaben unterstützen.

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