Seit 30 Jahren im Ehrenamt

Acht Damen organisieren die Seniorennachmittage in St. Nikolai, darunter (v.l.) Edeltraud Storch, Waltraud Chwieralski, Renate Bertram, Edith Giere, Christa Scheibe, Brunhilde Geiler, Margret Stephan und Ingelore Ahlers.

Der Seniorennachmittag in der Gemeinde St. Nikolai am Plattenberg hat Tradition. Seit fast 50 Jahren gibt es das Angebot. Ingelore Ahlers und Christa Scheibe engagieren sich seit 30 Jahren ehrenamtlich.

VON ANTJE HAUBROCK-KRIEDEL

Verden – Am 12. April 1972 organisierten ehrenamtliche Helferinnen den ersten Seniorennachmittag in St. Nikolai. Bis heute finden die Treffen einmal in der Woche statt. Bei den älteren Herrschaften sind die Stunden des gemütlichen Beisammenseins nach wie vor äußerst beliebt. Christa Scheibe und Ingelore Ahlers gehören bereits seit 30 Jahren zum Stamm der ehrenamtlichen Helferinnen.

„So lange der Seniorenkreis besteht, hat es nie Zeiten gegeben, in denen die Nachmittage nicht stattfinden konnten, weil niemand bereit war, die ehrenamtliche Arbeit zu übernehmen“, erzählt Christa Scheibe. Woche für Woche sind momentan acht ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zur Stelle, um den Senioren ein paar gemütliche, unbeschwerte Stunden zu schenken. „Ich denke, ich spreche für alle Helferinnen, wenn ich sage, dass uns allen sehr viel fehlen würde, wenn wir die Nachmittage nicht mehr gestalten könnten. Man gibt ja nicht nur, sondern bekommt auch sehr viel zurück“, so Scheibe.

Eigentlich sind die beiden Damen bereits in einem Alter, in dem sie sich selbst gemütlich zurücklehnen und anderen das Zepter überlassen könnten. Christa Scheibe feiert in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag, Ingelore Ahlers blickt sogar ihrem 83. Wiegenfest entgegen. Aber aufhören kommt für beide nicht infrage. „Nur sitzen und zuhören ist nichts für uns, dafür sind wir schon zu lange dabei“, schmunzelt Ingelore Ahlers.

Christa Scheibe erinnert sich an die Anfänge vor 30 Jahren. „Geworben wurden wir von Rosel Stelter, eine der Begründerinnen des Seniorenkreises. Sie hat immer wieder gefragt, ob wir nicht Lust hätten.“ Die Kinder waren groß, und da beide nicht berufstätig waren, willigten Ingelore Ahlers und Christa Scheibe schließlich ein.

Sie habe sich zunächst gescheut, Geschichten vorzulesen und mit dem Kaffeekochen angefangen, erzählt Ingelore Ahlers. Doch schon bald wuchs sie in die Rolle der Vorleserin hinein. Mitspracherecht bei der Auswahl der Texte hatten die beiden Neulinge indes nicht. „Wir waren die Lehrlinge und uns wurde gesagt, was wir zu lesen hatten. Heute ist es da viel schöner, weil wir die Nachmittage selbst gestalten können“, berichte Mitstreiterin Christa Scheibe.

Oft sind es lustige Geschichten, die den Senioren ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ingelore Ahlers, die in Ostpreußen geboren wurde, liest aber auch manchmal Geschichten aus der alten Heimat vor. „Leider kann ich den Dialekt nicht mehr“, bedauert sie.

Im Laufe ihrer langjährigen Tätigkeit haben die beiden ehrenamtlichen Helferinnen erfahren müssen, dass Neuerungen nicht immer gefragt sind. „Frisch zurück vom Seminar, wollten wir einmal die angestammte Sitzordnung ändern“, erzählt Christa Scheibe.

Eine Idee, die bei den Gästen gar nicht gut ankam. „Wir mussten die Leute von der Treppe zurückholen, sie wollten nicht mehr wiederkommen“, so Scheibe. Also durfte wieder jeder neben seinem gewohnten Nachbarn Platz nehmen. „Das ist heute noch genau so wie damals, Veränderungen sind nicht so gefragt“, weiß die ehrenamtliche Mitarbeiterin.

Zu Spitzenzeiten besuchten 90 Gäste die Seniorennachmittage und es gab 20 ehrenamtliche Helferinnen. Heute sind es regelmäßig über 20 Senioren, die sich auf die wöchentlichen Treffen freuen, die Zahl bleibt stabil. „Einsamkeit ist heute ein großes Thema. Wir freuen uns, wenn unsere Senioren gern zu uns kommen. Wenn sie uns dann sagen, dass der Donnerstag der schönste Tag in der ganzen Woche ist, gibt das uns Kraft und Motivation, um weiterzumachen. Wir alle sind mit sehr viel Herzblut dabei“, sagt Christa Scheibe.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Karpfen werden umgesiedelt

Karpfen werden umgesiedelt

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Meistgelesene Artikel

Achimer Amazon-Massen: Mehr Züge frühestens ab 2022

Achimer Amazon-Massen: Mehr Züge frühestens ab 2022

Achimer Amazon-Massen: Mehr Züge frühestens ab 2022
„Hut ab vor deiner Lebensleistung!“

„Hut ab vor deiner Lebensleistung!“

„Hut ab vor deiner Lebensleistung!“
Sabatier als Galerie und Kunsthandel weiter in Verden

Sabatier als Galerie und Kunsthandel weiter in Verden

Sabatier als Galerie und Kunsthandel weiter in Verden
Rathausplatz in Verden: Weihnachtsmarkt<br/> nach klaren Regeln

Rathausplatz in Verden: Weihnachtsmarkt
nach klaren Regeln

Rathausplatz in Verden: Weihnachtsmarkt
nach klaren Regeln

Kommentare