Sechs Sorgenkinder

Vollbesetztes Storchennest aus Baum gestürzt

Frau am Storchennest.
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Zuversichtlich: Petra Müller mit dem aktuell jüngsten Storchennachwuchs.

Sechs kleine Sorgenkinder hielten die Storchenstation Verden in diesen Tagen auf Trab. Jetzt zeichnet sich so etwas wie Entwarnung ab. Storchenpaten werden dennoch benötigt.

Landkreis – Der Landkreis Verden ist auch in diesem Jahr bei Weißstörchen überaus beliebt. „Die gute Entwicklung der Population setzt sich fort“, resümiert der Storchenbeauftragte Hans-Joachim Winter. „Vor zehn Jahren wurden etwa 70 Störche gezählt, jetzt sind es um die 200“, sagt er. Dabei habe auch die Zahl der Naturbruten zugenommen. In Dauelsen und in Eissel haben Störche ohne menschliche Hilfe mehrere Baumnester gebaut. „Das ist besonders und sehr erfreulich“, meint er, auch wenn immer noch viel passieren könne.

Dass die Population derart gestiegen ist, hat für Winter gleich mehrere Gründe. Beispielsweise habe sich der Vogelzug verändert und regionale Naturschutzprogramme zeigten inzwischen Erfolg. Und nicht zu vergessen: Die Storchenpflegestation in Dauelsen, die „Storchenmutter“ Petra Müller mit fachlicher Kompetenz und großem Engagement leitet.

Aktuell sind es sechs Jungstörche, die die Storchenmutter bereits seit einigen Wochen auf Trab halten, wobei es teils beträchtliche Größenunterschiede beim Nachwuchs gibt. Doch inzwischen ist Müller sicher, dass auch das kleinste im Storchensextett durchkommen wird und daher werden nun im sechsten Jahr in Folge auch wieder Paten für die kleinen Adebare gesucht (siehe Kasten). „Meine einstigen Sorgenkinder sind in einem gutem Zustand. Sogar das Schwächste der Kümmererriege hat es inzwischen geschafft. Es konnte bereits die ,Müllersch‘e Intensivpflege‘ verlassen und in die reguläre Storchenpflegestation umziehen“, berichtet Müller.

Die Gründe, warum die Kleinen von Petra Müller und nicht von ihren Eltern aufgezogen werden, sind vielfältig. Nur die Tatsache, dass am Anfang die Frage nach den Überlebensaussichten der Kleinen im Fokus steht, ist stets dieselbe. Beispielsweise bei dem Storch, der in Etelsen durch einen Fremdstorch aus dem Nest hinaus katapultiert wurde. „Der Fremde hat da richtig Randale gemacht und den Winzling aus dem Nest hinaus befördert“, erzählt Müller.

Die Eigentümerin des Horst habe daraufhin Winter informiert, der das Storchenkind dann zu ihr gebracht habe. „Das Kleine war vielleicht eine Woche alt und noch so winzig, dass es kaum von den Futterküken zu unterscheiden war. Jetzt ist schon ein ganz puscheliger aus ihm geworden, ein richtiger Pummel“, erzählt sie. Oder das Trio, das eng aneinander gekuschelt in seinem Nest verweilt. „Diese Drei sind unweit unserer eigenen Hofstelle mitsamt dem ganzen Baumnest abgestürzt. Insgesamt waren fünf Jungstörche darin, doch zwei haben den Absturz nicht überlebt“, bedauert sie. Auch hier habe sie zunächst Sorge gehabt, das Trio nicht durchzubringen.

„Äußerlich hatten sie zwar keine Blessuren, aber die Gefahr innerer Verletzung bestand.“ Auch der aktuell kleinste der Storchenriege habe ihr anfangs viel Kummer gemacht, erzählt Müller weiter, die seine Überlebenschancen als zunächst sehr gering eingeschätzt hat. Seine Eltern sind ein flugunfähiges Storchenpaar, das als Dauergäste auf der Storchenpflegestation lebt. Jetzt ist das Junge über den Berg.

Nach der Situation für die Störche befragt, meint Müller, dass es bislang ein durchschnittliches Jahr mit eher positiver Tendenz sei. Von den Pfleglingen einmal abgesehen, sei die Situation der Population stabil und es finde aktuell – anders als in manchen Vorjahren – auch keine Fütterung wildlebender Störche statt. Frösche fänden die Vögel zwar nicht mehr viele, aber dafür Regenwürmer, Heuschrecken, Käfer und vor allem Mäuse, die, so Müller, inzwischen die Hauptnahrung von Störchen wären. Wie Winter freut sich auch die Storchenmutter über die Zunahme an Naturbruten von Störchen in der Umgebung zur Storchenstation und sie hofft, dass diese Entwicklung das Potenzial hat, sich auf Dauer zu festigen. 

Storchenpatenschaften zu gewinnen

Gemeinsam mit dem Förderverein zum Schutze des Weißstorches im Landkreis Verden verlost die Verdener Aller-Zeitung wieder Patenschaften, in diesem Jahr für sechs kleine Störche. Für einen Beitrag von 50 Euro können die Gewinner dann „ihrem“ Jungstorch beim Besuch der Station einen Namen geben, sie erhalten eine Urkunde und werden, so es etwas Berichtenswertes gibt, über die Aktivitäten des Tieres informiert.

Wer mitmachen möchte, schickt einfach unter dem Stichwort „Storchenpatenschaft“ eine E-Mail an gewinnspiel-verden@kreiszeitung.de oder eine Postkarte an die Redaktion der Verdener Aller-Zeitung, Große Straße 1, 27283 Verden. Einsendeschluss ist Donnerstag, der 10. Juni. Aus den Einsendungen werden die sechs Paten ausgelost und ihre Kontaktdaten an den Förderverein weitergegeben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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