Alpaka Ferdinant

Unerwarteter Nachwuchs im Magic Park: Der Sechs-Kilo-Flausch

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Ein Herz und eine Seele: Ferdinant weicht seiner Pflegemutti Julia Linz nicht von der Seite.

Verden - Vor knapp vier Wochen kam es im Magic Park zu einer Geburt, mit der niemand gerechnet hatte. Alpaka-Junge Ferdinant hatte sich durch nichts angekündigt und selbst seine Mutter war offenbar so überrascht, dass sie nicht ausreichend Milch für den Sechs-Kilo-Flausch hatte. Drum wird er nun mit der Flasche aufgezogen.

Tierpflegerin Julia Linz hat die Rolle der Ersatzmutter übernommen. Ferdinant folgt ihr auf dem Fuß und wenn sie ihm alle zwei Stunden die Milch zubereitet, steigert er ungeduldig seine zuckersüßen Laute, die wie eine Mischung zwischen Summen und Knurren klingen. Inzwischen verschlinge er 260 Milliliter pro Mahlzeit, sagt die Verdenerin. „Nur ein Milliliter war es nach der Geburt.“

Das war am Nachmittag des 15. Septembers. Ein Sonnabend und entsprechend viel Betrieb herrschte in Verdens Freizeitpark. Dann verhielt sich Alpaka-Mama Fee irgendwie merkwürdig und kurz darauf schaut schon ein Bein heraus, berichtet die Tierpflegerin. Eine Kollegin habe sie angerufen und über das Telefon gab die 36-Jährige Anleitungen zur Geburtshilfe. Die Geburt konnte sie dann noch selbst miterleben.

„Das verlief ganz unkompliziert“, schildert sie. Doch Fee habe nur eine ganz leichte Euter-Ausbildung gehabt und nicht ausreichend Milch für ihr Baby. Somit war schnell klar, dass Ferdinant die Flasche braucht und das in den ersten Wochen alle zwei Stunden. Die gelernte Tierarzthelferin zögerte nicht, die Fütterung des Alpaka-Sprosses zu übernehmen. Viele Tierkinder hat die 36-Jährige schon mit der Flasche großgezogen, ein Alpaka ist aber auch für sie eine Premiere.

Nicht nur bei den Artgenossen beliebt: Der kleine Ferdinant kann sich über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen.

So oft, wie es geht, hat der Kleine aber noch Kontakt zu der Alpaka-Gruppe im Magic-Park. „Damit er merkt, ich bin ein Alpaka“, erklärt seine Ersatzmutter schmunzelnd. Er werde akzeptiert in der Gruppe und von seiner jungen Mutter, „aber eine Mutter-Kind-Bindung wird sich da nicht mehr aufbauen“, weiß die Tierpflegerin. „Das ist Natur.“ Aber die Oma, selbst Mutter eines etwa sechs Monate alten Alpaka-Babys, kümmere sich um Ferdinant.

Die Alpakas gehören zu den Lieblingen im Streichelzoo des Magic Parks. Neben den Schafen, Ziegen, Kaninchen, Enten und Hühnern. Ferdinant kann dort noch nicht mitlaufen. Sein Immunsystem ist noch nicht voll entwickelt, erklärt die gelernte Tierarzthelferin. Deshalb brauche er derzeit noch viel Wärme und natürlich Liebe.

Der Magic Park hat diese komplette Woche und danach nur noch am 21. und 22. Oktober geöffnet. Dann folgt die Winterpause.

Die Tiere ziehen in dieser Woche in den zur Familie der Eigentümer gehörenden Serengeti-Park um. Flaschenkind Ferdinant bleibt vorerst noch bei seiner Ziehmutter zu Hause. - wb

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