Fernsehsendung gibt Rüdiger Meyer Rückenwind

Der schwarze Mann im Abendprogramm

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Sondervorstellung für den schwarzen Mann.

Landkreis - Von Ronald Klee. Bislang spielte der schwarze Mann von Verden eher Kreisklasse. Die ZDF-Sendung Frontal 21 katapultierte den Kirchlintler Geschäftsmann Rüdiger Meyer am Dienstagabend aber in die Bundesliga. Mit entsprechendem Stolz bezog er Mittwoch auch mit Frack und Zylinder seinen Platz vor der Kreissparkasse. Der bundesweit ausgestrahlte Bericht über seinen Kampf gegen die Bank hatte die Aufrufe seiner Internetseite „Sparkassenopfer. info“ noch während der Sendung in die Höhe schnellen lassen. Bei der Bank und den ebenfalls angegriffenen Gerichten blieb es eher ruhig.

„Innerhalb von zwei Stunden stieg die Zahl der Zugriffe um 2 000 Prozent“, jubelte Meyer gestern. Glückwünsche und Aufmunterungen hagelte es im E-Mail-Postkasten des schwarzen Mannes. „Das war ein Schuss vor den Bug“, war seine Einschätzung. Für seine Sache, den Schadensersatz für ein schiefgegangenes Auslandsgeschäft, fühlt er zumindest Rückenwind. Immerhin geht es um seine Existenz. 1,8 Millionen Euro Schaden, so sagt Meyer, habe die unsachgemäße Abwicklung im Bankhaus verursacht.

Seine Gegnerin, die Kreissparkasse sieht das ganz anders. In einer Stellungnahme der Bank teilt Sprecherin Dr. Beate Patolla mit, dass die in dem Beitrag von Frontal 21 genannten Sachverhalte bereits Gegenstand in diversen Gerichtsverhandlungen gewesen seien, teilweise sogar durch mehrere Instanzen. „Alle gerichtlichen Verfahren wurden zugunsten der Kreissparkasse Verden entschieden. Es ist damit juristisch geklärt, dass die von Herrn Meyer behaupteten Ansprüche gegen die Kreissparkasse Verden unbegründet sind.“

Der große Auftritt: Rüdiger Meyer löst mit seinem schrillen Protest nach der Sendung (hier ein Screenshot) eine große Resonanz aus.

Die Pressesprecherin des ebenfalls im Bericht genannten Landgerichts Verden, Dr. Katja Kruschke, machte ganz deutlich, dass keine allzu große Nähe zwischen Bank und Justiz bestehe: „Das ist auf keinen Fall gegeben“, stellte sie für sich und ihre Kollegen klar. Die Sendung hatte nämlich vorsichtig angedeutet, dass die Abweisung von Meyers Klage nicht ganz in Ordnung sein könnte.

Über das Oberlandesgericht in Celle wird der Bericht um einiges deutlicher: Von einem „Prozessbetrug“ der Sparkasse ist da die Rede, falschen Angaben, die zu einem falschen Urteil geführt hätten. Dr. Beate Patolla teilt mit: „Auch der Vorwurf des Prozessbetrugs ist von den zuständigen Stellen geprüft und als unbegründet zurückgewiesen worden.“ Aber was ist, wenn sich der schwere Vorwurf bestätigen würde? Die Antwort des Celler Gerichts steht noch aus. Bis Redaktionschluss war sie nicht zu erhalten.

Auch Amtsgericht bekommt etwas ab

Auch das Verdener Amtsgericht bekam in dem Fernsehbeitrag sein Fett weg. Das Insolvenzverfahren gegen Meyer, dass die Kreissparkasse angestrebt hatte, „hätte nie in Gang gesetzt werden dürfen“, wird Professor Hans Haarmeyer vom Deutschen Institut für angewandtes Insolvenzrecht zitiert. Das Amtsgericht Verden habe seine Pflicht versäumt und nicht ausreichend geprüft, ob das Insolvenzverfahren überhaupt berechtigt sei. Eine Stellungnahme des Gerichts gab es gestern nicht.

Rüdiger Meyer kämpft mittlerweile seit Jahren „um mein Recht“. Durch die Insolvenzverwaltung seiner Firma, kann er nicht mehr wirtschaften, hat kein Einkommen und vor Gericht sind ihm die Hände weitgehend gebunden.

Für den schwarzen Mann war der Auftritt vor der Bank deshalb gestern natürlich Pflicht. „Eine Sondervorstellung“, stellt er auf seinem Plakat zufrieden fest.

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