Ratsausschuss arbeitet an Stellungnahme zu FFH-Gebiet

Schutz für die Verdener Dünen

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Eine geologische Besonderheit, in der seltene Insekten und eine spezialisierte Pflanzengesellschaft ihren Lebensraum finden: Der Landkreis bereitet die Unterschutzstellung der Verdener Dünen vor.

Verden - Die Verdener Dünen sind etwas ganz Besonderes und müssen geschützt werden. Daran hatten die Mitglieder des Ausschusses für Straßen und Stadtgrün und der Scharnhorster Ortsrat keinen Zweifel.

Was bei diesem Schutz aus Sicht der Stadt und der Ortschaft zu bedenken wäre, trugen die Rats- und Ortsratsleute in einer intensiven Beratung zusammen. Dabei war ihnen nicht nur die Erhaltung, sondern auch die angemessene Erlebbarkeit der geologischen Besonderheit wichtig.

Als einzigartiger Lebensraum für schutzbedürftige Insekten wie die Sandbiene und spezielle, biotopspezifische Pflanzenarten war die Dünenlandschaft bei Verden bereits unter Naturschutz und das angrenzende Halsetal unter Landschaftschutz gestellt. Die beiden Gebiete müssten aufgelöst werden, weil die neuen Flächen am Verdener Stadtwald sich an der bisherigen Ausdehnung nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) orientieren, erläuterte der Umweltbeauftragte der Stadt, Bernd Kiefer. 

Der Hintergrund der Initiative der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis ist derselbe, der auch zur Unterschutzstellung der Aller führte. Die EU pocht auf Einhaltung und Umsetzung der FFH-Vorgaben. Die Unterschutzstellung der Dünen soll das absichern.#

Stadtwald spielt wichtige Rolle

Einen Entwurf für eine städtische Stellungnahme dazu hatte Kiefer schon mal angefertigt. Darin weist er darauf hin, dass der Stadtwald intensiv zu Naherholung genutzt wird und dies auch so bleiben sollte. Dabei stellt er den beabsichtigten Schutz nicht infrage. In diesem Spannungsfeld bewegten sich die Äußerungen in der Sitzung. Wie diffizil der scheinbare Gegensatz zwischen Nutzung und Schutz ist, machte Heike Vullmer deutlich. 

Es sei richtig, dass spielende Kinder und andere Freizeitnutzung auf den Sanddünen die schutzbedürftigen Insekten und ihre Brutröhren im Sand sehr beeinträchtigen. Das beratende Ausschussmitglied warnte aber auch davor, den Besuch nur auf einen Weg durch das Gelände zu beschränken. Die Vegetation würde sich ungehindert ausbreiten. Pflegemaßnahmen, teilweise mit schwerem Gerät, könnten nötig werden.

Dass das den Besuchern, die nicht über den Weg hinaus dürfen, auf lange Sicht schwer plausibel zu machen sein würde, überzeugte die Ausschussmitglieder. Sie stimmten Vullmer deswegen zu, dass das Betretungsverbot nicht zu starr ausfallen sollte.

Rasmus Grobe (Grüne) war nicht glücklich damit, dass die Ausweisung des neuen Schutzgebiets im Endeffekt zur Verkleinerung der bestehenden Landschafts- und Naturschutzflächen führen soll. In die Stellungnahme der Stadt wird das aber wohl nur am Rande eingehen.

Umso mehr war den Ratsmitgliedern wichtig, dass die Vermittlung von Möglichkeiten und Einschränkungen für Besucher möglichst einfach und dennoch sinnvoll gestaltet werden. In dem Zusammenhang sahen sie eine Verlegung der Aussichtsplattform für und Maßnahmen gegen Vandalismus und Fehlverhalten für erstrebenswert an.

kle

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