Schulmedientag: Talk mit Filmproduzenten / Geschichten aus dem Fußball

Gegen Diskriminierung und für Toleranz

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Moderator Matthias Horndasch (Mitte) im Gespräch mit Andreas Hellstab und Sarah Hahndrich.

Verden - Fußball elektrisiert und polarisiert die Massen. Und er bietet abseits des Spielfeldes viel Raum zur Ausgrenzung von Minderheiten. Fragen zum Thema diskutierten Experten auf dem vierten Schulmedientag in der Stadthalle Verden.

Auftakt zu den Medientagen bildet erstmals „Die Weiße Runde – Der Talk für Toleranz“. Zu Gast bei Moderator Matthias Horndasch waren Andreas Hellstab, Vorstand der Bildungsinitiative „Show Racism the Red Card“ und Produzent des Dokumentarfilms „Wie im falschen Film – Geschichten aus dem Fußball“, sowie Sarah Hahndrich, Schülerin des Johann-Beckmann- Gymnasiums in Hoya. Sarah hat am RTL-Kurzfilm-Wettbewerb „Medial engagiert gegen Diskriminierung und Rassismus, für Integration“ teilgenommen.

Doch es wurde nicht nur getalkt. Da Matthias Horndasch zugleich der Kopf des „Hidden Child Trios“ ist, kamen die Gäste zu Beginn auch in den Genuss eines erlesenen Konzerts. Gemeinsam mit Sebastian Hoffmann (Bass) und Kaveh Madadi (Percussion) bot Horndasch gefühlvollen World Music Jazz. Überraschend war, dass sogar Variationen von Kinderliedern in den einzelnen Stücken versteckt waren.

Über ihren Beweggrund, beim Kurzfilm-Wettbewerb mitzumachen, befragt, antwortete Sarah Hahndrich: „Integration ist voll mein Thema.“ Ihr Film handelt von einem Theaterprojekt für Kinder mit Migrationshintergrund an einer Schule in Hannover. Der Film zeige, dass das Projekt vielen geholfen habe, sich zu integrieren, verschweige aber auch nicht, dass sich einige trotzdem nach Hause zurücksehnten.

Ziel des Projekts „Show Racism the Red Card“ ist die Prävention von Rassismus und Diskriminierung. Ehrenamtliche Mitarbeiter führen mit Kindern und Jugendlichen Workshops in Schulen, Jugendeinrichtungen und Fußballstadien durch. „Warum hat das Projekt einen englischen Namen?“, fragte Horndasch. Das Projekt habe seinen Ursprung in England, er sei während seines Praktikums in Newcastle auf die Initiative aufmerksam geworden, berichtete Hellstab. „Ich habe dort interessante Einblicke gewonnen, bin mit in die Schulen gegangen, habe Workshops durchgeführt, ich war überall dabei.“ Fußball sei der Schlüssel, um das Thema Rassismus anzusprechen, gerade weil im Fußball oft rassistische Äußerungen fallen. „Wo sich Menschen anonym fühlen, tun sie oft Dinge, die sie sonst nicht tun würden.“ Wo Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen, würden oft Aggressionen ausgelebt und sexistische, schwulen- oder lesbenfeindliche Äußerungen gemacht.

In seinem Dokumentarfilm „Wie im falschen Film – Geschichten aus dem Fußball“ stehen aber nicht Hooligans im Mittelpunkt, sondern Persönlichkeiten aus dem Fußball, wie Per Mertesacker, Jérôme Boateng, Anthony Ujah und Anja Mittag. Sie erzählen ihre eigenen Geschichten zu Rassismus und Diskriminierung. „Manchmal mussten wir schon ein langes Interview führen, bis etwas Persönliches kam“, verriet Hellstab.

Der Film wird in die Workshoparbeit mit den Kindern und Jugendlichen eingebettet und an Schulen und in Kinos gezeigt. Zielgruppe sind Neun- bis Vierzehnjährige. „In diesem Alter kann man noch am meisten bewegen, dann sind die Vorurteile noch nicht so gefestigt“, so Hellstab.

Gerade mit dem Thema Fußball wolle er ein niederschwelliges Bildungsangebot schaffen. Klassische Bildungsangebote richteten sich häufig hauptsächlich an Gymnasien. „Das Thema Fußball spricht auch die an, die wenig Bock auf Schule haben.“

ahk

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