Berufswünsche und Karriereplanung

Schülerbefragung offenbart unentschlossene Gymnasiasten

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Walter Schlöffel-Pitschke und Volker Busboom-Schäfer luden für gestern die Mitglieder des Bildungsverbundes Schule-Beruf nach Ottersberg ein. Der Vorsitzende Lutz Brockmann sowie Kreisrätin Regina Tryta und Ute Schwetje-Arndt (v.l.).

Ottersberg/Landkreis - Nur 28,7 Prozent aller Abiturienten im Landkreis Verden haben einen Plan, was sie nach der Schule machen wollen. Das hat eine Umfrage der hiesigen Fachkräfteoffensive ergeben. Diese wurde im Oktober vergangenen Jahres an allen weiterführenden Schulen durchgeführt - jeweils im Abschlussjahrgang. Die Zahlen könnten kaum unterschiedlicher sein. Im Rahmen einer Sitzung des Bildungsverbundes Schule-Beruf stellte Ute Schwetje-Arndt vom Landkreis die Ergebnisse Montag in Ottersberg vor.

Immerhin 48,8 Prozent der Heranwachsenden der Sekundarstufe I und sogar 50,7 Prozent der BBS-Schüler gaben bei der Umfrage an, bereits feste Vorstellungen zu haben. „Die Zahl derer, die keinen Plan hatten, was sie nach der Schule machen sollen, ist zurückgegangen“, vergleicht Schwetje-Arndt die Ergebnisse mit der vorherigen Befragung im Jahr 2016.

Ähnlich unterschiedlich sind auch die Angaben der Schüler, die bereits einen Plan hatten. Während in der Sekundarstufe I (55,8 Prozent) und bei den BBS (60,1 Prozent) der Trend eher zur betrieblichen Ausbildung geht, entscheiden sich 69,3 Prozent der Gymnasiasten für die Uni, 46,4 Prozent für ein duales Studium und immerhin 35,8 Prozent für eine Ausbildung. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Weg von Gymnasiasten nach der Schule nicht zwangsläufig in die Universität führen muss“, sagte Schwetje-Arndt.

Ebenfalls Teil der Befragung war die berufspraktische Erfahrung, die die Schüler zum Beispiel im Rahmen des Betriebspraktikums, bei Aushilfsjobs, im Ehrenamt oder beim Zukunftstag gesammelt hatten. Die Fachkräfteoffensive hakte bei den Schulabgängern nach, wie hilfreich die Angebote für die Berufswahl sind. Am wertvollsten ist demnach das betriebliche sowie das freiwillige Praktikum in Unternehmen. Auch Aushilfsjobs und ehrenamtliche Erfahrungen helfen den Schülern. Lediglich der Zukunftstag stellt nur für 37 Prozent eine zukunftsweisende Möglichkeit dar. „Daher sollte man überlegen, das Konzept oder die Vorbereitung auf den Zukunftstag zu überdenken“, meinte Ute Schwetje-Arndt.

Auch der Berufswunsch der Schüler spielte in der Befragung der Fachkräfteoffensive eine entscheidende Rolle. „An den BBS und der Sekundarstufe I gab jeweils rund ein Drittel an, dass sie bereits einen festen Berufswunsch haben. An den Gymnasien waren es nur rund 20 Prozent“, offenbarte Schwetje-Arndt. Mehr als 60 Prozent der Schüler der BBS sowie der Sekundarstufe I absolvierten daher auch ein Praktikum in diesem Beruf, bei den Gymnasiasten war es nur rund die Hälfte. Dieses Ergebnis kann damit zusammenhängen, dass sich 53,6 Prozent der Gymnasiasten nicht gut und sogar 15,5 Prozent gar nicht informiert fühlt. Zum Vergleich: An den BBS und an der Sekundarstufe I fühlen sich mehr als 60 Prozent sehr gut beraten.

Der Vorsitzende des Bildungsverbundes, Lutz Brockmann, kündigte Montag den vielen Vertretern der Schulen an, ihnen die Ergebnisse differenziert zukommen lassen zu wollen, um das Potenzial der Befragung vollkommen auszuschöpfen.

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