Für Oberstufenschüler und Azubis im Landkreis Verden attraktiv

Der Schulbus für alle kommt

Gerechter und attraktiver soll die Schülerbeförderung werden. Für die Oberstufenschüler und die Azubis war der Weg zum Gymnasium oder zu Berufsschule oft teuer. Ab dem nächsten Schuljahr soll es für einen Euro pro Tag zur Schule gehen.

Der Schulbus ist gerade in den ländlichen Gemeinden die wichtige Verbindung für die Schüler.

Ohne einen reibungslos funktionierenden Schulbusverkehr können die Schüler und Schülerinnen ihre Klassenräume auf dem Lande oft nicht besuchen. Der Landkreis muss das zumindest für die Einrichtungen bis zum Ende der Mittelstufe sicherstellen. Eine gerechte und attraktive Lösung für die Oberstufenschüler und Auszubildenden sucht die Gebietskörperschaft schon lange. Die soll im nächsten Schuljahr starten.

Landkreis – Wenn der Schulbus regelmäßig zu spät zum Unterrichtsbeginn ankommt, ist Ralf Felden in der Kreisverwaltung derjenige, der sich um die Lösung kümmern muss. Nicht immer läuft die Schülerbeförderung in Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die der Landkreis beauftragt hat, so reibungslos, wie es für das junge Publikum und den Schulbetrieb nötig ist. Und als es in den zurückliegenden Wochen immer wieder auf der Linie 760 hakte, war Feldens Verhandlungsgeschick gefragt.

Probleme mit zu späten Bussen sind gelöst

„Wir hatten am Mittwoch eine Telefonkonferenz mit Weser-Ems-Bus und hoffen, das Problem gelöst zu haben“, sagte Felden auf Nachfrage. Der Mitarbeiter der Stabsstelle Planung im Kreishaus bestätigte damit, was Landrat Peter Bohlmann bereits in der Sitzung des Schulausschusses zum Beginn der Woche angekündigt hatte. Die Probleme im Linienbündel Nord auf der Verbindung zwischen Fischerhude und der Kreisstadt hatten bereits den Kreiselternrat auf den Plan gerufen. Dessen Vorsitzende Silke Garbelmann hatte sich an den Landkreis gewandt. Nachdem das Busunternehmen seine Umläufe „optimiert“ hatte, so erklärte Felden, was da passiert war, sei der Bus mit den Schülerinnen und Schülern aus dem Raum Völkersen regelmäßig nach der Schulglocke angekommen. „Der Fehler ist korrigiert“, konnte er nach dem Gespräch berichten. Jetzt müsse sich zeigen, ob sich die Lösung bewährt.

Die Frage werde aber ohnehin erneut auf den Tisch kommen. Spätestens, wenn sich Felden mit den Unternehmen Ende Januar an die große Analyse macht. Dabei würden alle Fahrten im Linienbündel Nord, den die Weser-Ems-Bus betreut, Ost, in den die Busse der WVE und ihres Tochterunternehmens VVG fahren und das vom Unternehmen Rahden bediente Linienbündel Süd genau untersucht.

Start mit dem nächsten Schuljahr

Knapp fünf Millionen Euro, so berichtete Felden, lässt sich der Landkreis die Schülerbeförderung im kommenden Jahr kosten. Erstmals wird eine Leistung hinzukommen, die es bislang im Landkreis noch nicht gab. Die lang gesuchte Lösung, die auch für Oberstufenschüler, Auszubildende und Freiwilligendienstleistende ein attraktives Angebot für den Weg zu ihren Einrichtungen schaffen sollte, ist gefunden und soll im nächsten Sommer mit dem neuen Schuljahr anlaufen.

Keine Tarifzonen, für alle derselbe Preis

Schulausschuss hatte Landrat Bohlmann darauf hingewiesen, dass mit dem Schüler- und Azubiticket nicht nur eine günstige Lösung für ein Euro pro Tag gefunden sei. „Der größte Wurf liegt darin darin, dass es keine Tarifzonen im Landkreis mehr für die Inhaber eines solchen Tickets gäbe und deshalb unabhängig vom Wohnort zukünftig der gleiche Fahrpreis erhoben wird.“ Bisher koste ein Monatsticket für vier Tarifzonen, wie sie etwa von Oyten nach Verden durchfahren werden, 99,5 Euro. Wenn die Fahrgäste ihr Ziel aber nur in einer Tarifzone erreichen nur 37,9 Euro.

Der Landkreis hatte seit Jahren an einer Lösung gearbeitet. Eigentlich ist er nicht für die Schülerbeförderung über die Mittelstufe hinaus zuständig. Aber auch der Kreistag hatte das Ziel unterstützt, dass nicht die Belastung durch die Fahrtkosten zum Hindernis für die Wahl eines Ausbildungsplatzes oder den Besuch einer weiterführenden Schule führen sollte.

Jetzt scheint die Lösung in einer Arbeitsgruppe gefunden, in der der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN), der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN), die Landkreise und die beiden Bundesländer Niedersachsen und Bremen vertreten waren.

Am Sonntag und in Ferien überall im VBN-Gebiet fahren

Das jetzt angestrebte VBN-Jugend-Abo unterstützt der Landkreis im kommende Jahr mit einen Betrag 55 000 Euro. Auf Dauer wird das Angebot den Landkreis aber mindestens 130  000 Euro kosten. Diese Beiträge sollen das Defizit ausgleichen, das die betroffenen Verkehrsunternehmen erwarten, wenn sie die Einnahmen nicht mehr aus ihrem Ticketverkauf an Selbstzahler erzielen. Dass sie wechseln werden, ist zu erwarten, denn die Abo-Nutzer können für jährlich 360 Euro im gesamten VBN-Gebiet die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. „Für die Schülerinnen und Schüler ergäbe sich als weiterer Vorteil, dass das Ticket ganzjährig, auch in den Ferien, und im gesamten Gebiet des VBN gilt“, machte Bohlmann deutlich.  kle

Rubriklistenbild: © Imago Images

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Glasfaser in Verden: Hausbesitzer reagieren irritiert

Glasfaser in Verden: Hausbesitzer reagieren irritiert

Glasfaser in Verden: Hausbesitzer reagieren irritiert
Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit

Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit

Flüchtlingen droht Obdachlosigkeit
Doppelmord von Fischerhude: Tatverdächtiger gesteht Schüsse ein

Doppelmord von Fischerhude: Tatverdächtiger gesteht Schüsse ein

Doppelmord von Fischerhude: Tatverdächtiger gesteht Schüsse ein
Serie Hinterm Tresen: Dogan Can vom „Kebap House“ in Verden

Serie Hinterm Tresen: Dogan Can vom „Kebap House“ in Verden

Serie Hinterm Tresen: Dogan Can vom „Kebap House“ in Verden

Kommentare