1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Verden

Domgymnasium: Stifte für die Schüler aus der Ukraine

Erstellt:

Von: Ronald Klee

Kommentare

Frau in größerem Raum vor Publikum.
Schulleiterin Dorothea Blume verteilte die Bergrüßungstüten in der Bibliothek. © Klee

In fast jeder Klasse wurden russisch sprechende Schüler gefunden, und eine große Hilfsbereitschaft herrschte ebenfalls vor. Jetzt wurden die neuen ukrainischen Mitschüler im Domgymnasium besonders willkommen geheißen.

Landkreis – Etwas verloren wirkten sie noch, als sie sich da gestern Vormittag im Domgymnasium wiederfanden. Einige aus dem ukrainischen Schülergrüppchen besuchen schon etwas länger den Unterricht, andere sind zum erstenmal in der Verdener Schule. Von den derzeit etwa 245 schulpflichtigen Kindern unter den Geflüchteten aus der Ukraine besuchen 15 die Verdener Einrichtung, berichtet Sabine Struß. Sie erwartet, dass es mehr werden, aber wieviel und wann könne man nicht sagen. So genau weiß das niemand.

Nicht nur über die zentralen Aufnahmestationen kommen die ukrainischen Flüchtlinge in den Landkreis. „Sie können ja auch ganz legal alleine einreisen“, weiß Sabine Struß. Etwa 1100 sind nach Angaben der Kreisverwaltung mittlerweile im Landkreis angekommen. 115 davon seien Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren und 355 zwischen sechs und 17 Jahre alt. Landrat Peter Bohlmann hatte das Zuwanderungsgesechehen zugleich aber auch als „sehr dynamisch“ beschrieben. (Wir berichteten.) Waren zuletzt 1253 Frauen, Jugendliche und Kinder gezählt worden, könne man mittlerweile davon ausgehen, dasss ein gutes Drittel davon bereits bald wieder abgereist sein werde.

Dennoch treffen stetig neue Flüchtlinge ein und so sind denn auch immer mal wieder auf allen Schulen im Landkreis neue Schüler zu erwarten. Einen zentralen Termin, wie diesen, bei dem die Neuzugänge aus dem überfallenen Land im Osten alle zusammen in ihrer neuen Schule begrüßt werden sollen, werde es denn auch nicht noch einmal geben. Gestern aber erhielten alle Neuen erstmal einen Willkommensgruß des Gymnasiums. Mit Schulleiterin Dr. Dorothea Blume und Unesco--Koordinatorin Teodora Wagenknecht verteilte Struß eine Tüte mit Schulmaterial, Federmappe und Stiften. „Das wird aus Spenden finanziert“, erklärte Wagenknecht. Eine Kollegin habe schon vor Tagen einen Poetry-Slam dafür organisiert. Künftig soll jeder weitere Schüler seine Tüte gleich erhalten.

Willkommen jedenfalls sollten sich die Schüler fühlen, und Dr. Blume ging auch davon aus, dass sich die neuen am Domgymnasium bald viel heimischer fühlen werden. „In fast jeder Klasse fanden wir russisch sprechende Schüler und eine große Bereitschaft, als Übersetzer zu helfen“, berichtete die Schulleiterin. Auch Sabine Struß hat unter den Schülern den großen Wunsch festgestellt, angesichts der russischen Aggression etwas tun zu können. Mit den ukrainischen Schulkameraden sei eben auch etwas von der Wirklichkeit der Kriegssituation in der Schule angekommen. In diesem Bewusstsein etwas tun zu können, sei für viele Schüler wichtig, erklärte sie die große Bereitschaft zu helfen.

Bei dieser ersten Begrüßung allerdings musste eine Dolmetscherin Isabella Krupchan Blumes Ausführungen übersetzen. Sie erklärte den Heranwachsenden, dass sie zunächst den Unterricht mit ihrer neuen Klasse besuchen würden und später gesondert einen Deutsch-Unterricht erhalten sollen.

Vier Frauen in einer Reihe mit Maske.
Diesmal war die Hilfe noch nötig: Die Übersetzerin Isabella Krupchan (r.) mit Teodora Wagenknecht, Dr. Dorothea Blume und Sabine Struß ( v.l.). © Klee, Ronald

Auch interessant

Kommentare