Mit Mira Hoffmann auf Führungen durch die Innenstadt

Schrecklich-schönes Verden

Die Gäste der Stadtführung mit „schrecklich-schönen Schauermärchen“ von Mira Hoffmann hatten auf ihrem Rundgang viel zu schmunzeln. Foto: Meyer

Verden - Von Hermann Meyer. Angeblich hat es früher in der schönen Stadt Verden Geister gegeben. „An manchen Gebäuden hängen noch heute seltsame steinerne Gestalten, mit deren Vorfahren es ein gar furchtbares Ende genommen haben soll“, stimmt Mira Hoffmann die Gäste ihrer Stadtführung ein. Mit Hilfe von Märchen, Sagen und der Stadtführerin hatten sich diesmal 30 Erwachsene, sieben Kinder und ein Hund eingefunden, um sich mit ihr auf die Spuren des Lebens im mittelalterlichen Verden zu begeben.

Die Zeit verging an diesem Sonntagnachmittag wie im Flug. Mira Hoffmann verstand es, die gemischte Gruppe bei Spannung und Laune zu halten. Immer mal wieder bezog sie die Kinder mit ein. Und die zeigten sich rundweg gut informiert und machten begeistert mit, sehr zur Freude der Stadtführerin.

Drei Monate Vorbereitungszeit benötigte sie, um Informationen und Hintergründe zu den „schrecklich-schönen Schauermärchen“ – der Titel ihrer besonderen Führung – zu sammeln. Hoffmann demonstrierte mit ihren interessanten Programmpunkten, wie abwechslungsreich das Nachmittagsprogramm an freien Tagen in Verden sein kann. Viele dachten im Vorfeld, dass eine Stadtführung nur öde sein könne, aber Hoffmann hat alle vom Gegenteil überzeugt.

Spannungsgeladene Geschichten hatte sie zusammengetragen. Sagenhafte Antworten und märchenhafte Erklärungen zu Themen, die nie richtig aufgeklärt werden konnten, hatte sie parat: Warum wird die Stadt für immer mit einer Bluttat in Verbindung gebracht? Warum und in welcher Form ist das Böse im Dom dargestellt? Warum ist Störtebeker fast kopflos ein Verdener geworden? Wo war der „Flughafen“ der hiesigen Hexen? Warum musste manche Dame in Verden auf der Armesünderbank sitzen? Und mehrmals verwies Mira Hoffmann auf Verden als Weltstadt. „Das ist meiner Begeisterung für die Stadt geschuldet“, sagte sie.

Eine weitere Führung zur Adventszeit hat sie schon vor einigen Jahren ausgearbeitet. „Grund dafür waren meine Erfahrungen, wie wenig wir über diese Zeit wissen.“ Darum geht sie zum Beispiel den Fragen nach, warum die Adventszeit so zauberhaft ist und warum wir Weihnachten im Dezember und nicht im Oktober feiern. „Außerdem möchte ich den Gästen ein wenig Besinnung und Vorfreude auf das Fest geben“, ergänzte sie. Treffpunkt für den Rundgang ist am zweiten Advent, Sonntag, 8. Dezember, um 15 Uhr, am Lugenstein. Die Gäste werden unter anderem erfahren, was der Christbaum mit der Geburt Jesu zu tun hat und welche Rolle die Reformation bei der Entwicklung des Weihnachtsfestes spielte.

Zwei unterhaltsame Stunden Geschichte(n), die Verdener Stadtgeschichte einmal aus der Sicht des Christkindes oder Weihnachtsmannes darstellen. Und Mira Hoffmann wird mit ihren einfühlsamen Worten dafür sorgen, dass die Gäste den besonderen Zauber der weihnachtlich geschmückten Stadt während der Adventszeit auf sich wirken zu lassen können.

Die Führung ist auch für Gruppen, zum Beispiel als Adventsfeier, buchbar. Karten gibt es bei der Tourist-Information der Stadt.

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