Interdisziplinärer Versorgungsnachweis Ivena 

Schneller Austausch zwischen Kliniken

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Die Chefärzte Dr. Peter Ahrens (l.) und Dr. Matthias Meyer-Barner vor dem Ivena-Schirm.

Verden - „In Verden arbeiten wir seit März mit dem Manchester-Triage System (MTS).“ Das sagte Chefarzt Dr. Peter Ahrens im Rahmen des Gesprächs mit unserer Zeitung zur Notfallaufnahme.

Bei MTS handele es sich um ein standardisiertes Verfahren zur Ersteinschätzung in der Notaufnahme. Darunter werde die erste Eingruppierung in der Notaufnahme neu eintreffender Patienten verstanden. Ziel sei die schnelle Festlegung von sicheren und nachvollziehbaren Behandlungsprioritäten.

Das Manchester-Triage-System gehe von Beschwerdebildern und Leitsymptomen aus. Innerhalb kurzer Zeit werde der Patient beispielsweise nach den Symptomen zu „Lebensgefahr“, „Schmerzen“, „Blutverlust“, „Bewusstsein“, „Temperatur“ und „Krankheitsdauer“ eingeschätzt und entsprechend dieser Einschätzung einer von fünf Stufen der Dringlichkeit zugewiesen.

Diesen Stufen seien jeweils maximale Wartezeiten zugeordnet, also die Zeitspanne, nach der ein Patient spätestens Arztkontakt haben soll. Um die Arbeit des Ersteinschätzenden zu unterstützen, seien analog zu den typischen Beschwerdebildern Präsentationsdiagramme entwickelt worden, in denen die möglichen Symptome (als sogenannte Indikatoren) den fünf Dringlichkeitsstufen zugeordnet seien. Diese Diagramme seien mit Begriffen bezeichnet, die die möglichen Beschwerdebilder des Patienten möglichst sinnvoll zusammenfassten. Jedem Diagramm (Beschwerdebild) und jedem Indikator (Symptom) seien Erläuterungen beigegeben, die Zweifel bei der richtigen Auswahl ausräumen sollen.

Information in Echtzeit

Der webbasierte Interdisziplinäre Versorgungsnachweis Ivena eHealth sei überdies eine Anwendung, mit der sich die Träger der präklinischen und klinischen Patientenversorgung jederzeit in Echtzeit über aktuelle Behandlungs- und Versorgungsmöglichkeiten der Krankenhäuser informieren könnten.

Die Anwendung ermöglicht eine überregionale Zusammenarbeit und bietet eine umfassende und detaillierte Ressourcenübersicht. Sie erlaubt einen schnellen Austausch zwischen den Krankenhäusern, den Zentralen Leitstellen für den Rettungsdienst, den Gesundheitsbehörden und anderen medizinischen Diensten, wie dem Ärztlichen Notdienst, der Kassenärztlichen Vereinigung oder niedergelassenen Ärzten.

Derzeit werde geplant, das System flächendeckend in Niedersachsen einzuführen. Ivena werde in der Region Hannover, im Landkreis Heidekreis, Rotenburg, Verden sowie im Bereich der Großleitstelle Oldenburger Land eingesetzt. Auch das Land Bremen sei eingebunden.

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