Liebetruth holt sich Wahlkampf-Tipps

SPD-Stammtisch mit Scherf in Verden

„Selbst Willy Brandt hat drei Anläufe benötigt.“ Henning Scherf gab seiner jungen Genossin Dörte Liebetruth mit auf den Weg, nach etwaigen Rückschlägen hartnäckig zu bleiben, auch wenn er ihr das für die Landtagswahl nicht wünsche.

Verden - Mit Politprominenz konnte der SPD-Stammtisch im Liekedeeler aufwarten. Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf unterhielt sich in entspannter Atmosphäre mit Landtagskandidatin Dörte Liebetruth und knapp 15 anderen Genossinnen und Genossen. Dabei ließ er die Anwesenden an seiner jahrelangen politischen Erfahrung teilhaben und gab Liebetruth einige Tipps für die letzten zwei anstehenden Wahlkampfwochen.

Dass Henning Scherf trotz seiner politischen Erfolge auf dem Boden geblieben ist, ließ sich bei seinem Besuch beim Verdener SPD-Stammtisch wieder einmal beobachten. Schon bevor der Vorsitzende der Verdener Sozialdemokraten, Gerard-Otto Dyck, den Abend eröffnete, war Scherf bereits in seinem Element: ein kurzer Schnack hier, eine herzliche Umarmung dort und dabei stets entspannt. Da passte die Frage eines Anwesenden, welche Tipps er für Liebetruth bezüglich der letzten zwei Wahlkampfwochen habe optimal. „Geh raus und sprich mit den Menschen. Von großen Reden, Showveranstaltungen und Wahlplakaten haben die meisten genug“, riet er seiner jüngeren Genossin. Aus seiner Erfahrung habe er gelernt, dass den Menschen der persönliche Kontakt viel wichtiger sei, egal ob dies Besuche bei Sportvereinen, Kirchengemeinden oder auch zu Hause betreffe.

Liebetruth freute sich über diese Worte, weil diese sie in ihrem Ansatz bestätigten. „In den letzten Wochen habe ich unter anderem bei der Tafel, beim THW oder in der Berufsschule hospitiert, weil ich mir dadurch erhoffe, einen besseren Einblick in bestimmte Bereiche zu erlangen“, erzählte sie.

Scherf sieht gute Chancen bei der Landtagswahl

Für die anstehende Landtagswahl sieht Scherf für die Sozialdemokraten gute Chancen, weil die Geschichte zeige, dass die Wähler an einer Machtbalance interessiert seien. „Es ist oft so gewesen, dass die regierende Partei in Berlin bei den Landtagswahlen schlechter abgeschnitten hat. Auf diesen Trend hoffe ich jetzt auch in Niedersachsen“, so der ehemalige Bremer Bürgermeister.

Auch auf die Ergebnisse der Bundestagswahl ging Scherf ein. Er nannte den Ausgang ein großes Abwenden von den Regierungsparteien. Jetzt sei es Aufgabe der SPD, eine überzeugende Alternative für die Wähler zu schaffen, was aus der Opposition heraus einfacher möglich sei. „Der AfD die größte Fraktion in der Opposition zu überlassen geht gar nicht.“ Darüber hinaus müsse man in kleinen Schritten den Graben zur Linkspartei schließen, auch wenn das sicher nicht ganz einfach sei.

Im weiteren Verlauf des Abends warb der mit dem Zug angereiste Scherf für sein seit über 20 Jahren bestehendes Projekt „Pan y Arte“ (Brot und Kunst), das sich für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit in Nicaragua einsetzt. Mit Hilfe von Literatur-, Musik- und Kunstangeboten versucht die Initiative, dem Nachwuchs in dem armen mittelamerikanischen Land eine Alternative zu bieten. Auch hier schlug Scherf den Bogen zur derzeitigen Bundespolitik. „Es kann nicht unser Ziel sein, alle Flüchtlinge nach Europa zu holen. Wir müssen versuchen, ihnen die Perspektive zu bieten in ihrer Heimat, bei Freunden und Familie zu bleiben. So geht Solidarität“, appellierte er. 

ntr

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