Geschwister Zargari feiern Richtfest an der Großen Straße in Verden / Großfeuer im April 2018

Rathausplatz: Schmucke Fassade schließt Brandlücke

Neubau  Haus Große Straße 39 in Verden
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Neubau nach dem Großbrand vor drei Jahren: Die Geschwister Mani und Mithra Zargari vor dem Haus Große Straße 39.

Große Straße 39 am Rathausplatz in Verden feiert Richtfest. Damit schließt sich die Lücke, wo vor über drei Jahren ein verheerendes Feuer wütete.

Verden – Erst hat es gedauert, die Geschwister Mithra und Mani Zargari wurden schon etwas ungeduldig, doch dann ging alles ganz schnell: Im Dezember vergangenen Jahres konnte endlich der Grundstein des Hauses Große Straße 39 gesetzt werden. Nun, ein halbes Jahr später, feierte Familie Zargari Richtfest. Der Polier sagte hoch oben auf dem Gerüst seinen Spruch auf, im Dachstuhl wehte der Kranz im Gebälk auf dem Rohbau. „Wir sind sehr zufrieden, die Handwerker haben das prima gelöst“, freute sich Mani Zargari. Damit schließt sich die Lücke, wo vor über drei Jahren ein verheerendes Feuer wütete.

Haus Große Straße 39 am Rathaus Verden: Architekten haben auf dem begrenzten Grundstück ein kleines Raumwunder geschaffen

Was auf dem Gelände entsteht, ähnelt von der Fassade dem ursprünglichen Gebäude. Der Denkmalpfleger hatte ein Auge drauf, dass die vergleichsweise schmale Front zum Umfeld passt. Geputzte Fassade mit Konturen und Fenstersimsen, die Geschwister Zargari wollten so bauen, wie ihr Vater das Haus vor über 30 Jahren erworben hatte. Und so soll es auch werden. Die Architekten haben drumherum auf dem begrenzten Grundstück dazu ein kleines Raumwunder geschaffen, denn eigentlich stehen dort künftig zwei Häuser.

Zur Straßenseite und mit Blick auf das Rathaus soll im Erdgeschoss, wie bereits in dem alten Gebäude, ein Geschäft eröffnen.

Nach vorne, optisch präsent, füllt das Gebäude zwei Geschosse plus Dachstuhl, die zusammen die schmale Lücke schließen. Zur Straßenseite und mit Blick auf das Rathaus soll im Erdgeschoss, wie bereits in dem alten Gebäude, ein Geschäft eröffnen. Darüber liegt eine Wohnung mit ausgebautem Dachgeschoss. Mit nur sieben Metern in der Breite, bietet das Grundstück dafür aber in der Tiefe mehr Spielraum. So setzt der Bauherr an das vordere Gebäude, abgetrennt durch einen Treppenaufgang, ähnlich einem Atrium, einen weiteren Baukörper. „Durch die räumliche Trennung können wir von oben zusätzlich Licht in das Ensemble holen“, erklärt Zargari. Ähnlich wie vorne, bietet auch der hintere Bau Raum auf zwei Etagen, in diesem Fall ausschließlich Wohnen, ebenfalls bis unter das Dach.

Ähnlich wie vorne, bietet auch der hintere Bau Raum auf zwei Etagen, in diesem Fall ausschließlich Wohnen, ebenfalls bis unter das Dach.

Ein Haus, geteilt in zwei Baukörper, was auf dem etwa sieben mal 40 Meter kleinen Areal entstehen soll, ist durchaus anspruchsvoll. „Aber wir sind davon überzeugt, dass es gelingt“, so Mani Zargari. Die nur begrenzte Fläche optimal zu nutzen, dabei das historische Umfeld mit Rathaus und Johanniskirche nicht aus dem Blick zu verlieren, war die Aufgabe der Architektin.

Durchaus auch eine Herausforderung sind die Brandschutzauflagen. Der benachbarte Petersiliengang ist nur etwas mehr als einen Meter breit, daher gibt es aus Sicherheitsgründen zu der Seite im Neubau keine Fenster.

Das ursprünglich auf dem Grundstück stehende Wohn- und Geschäftshaus war bei einem Großbrand im April 2018 vollkommen zerstört worden

Die Außenwände stehen, der Dachstuhl ist gerichtet, so hoffen die Beteiligten auf einen zügigen Ausbau. Durchaus anspruchsvoll für das zentral gelegene Areal. Das Grundstück liegt mitten in der Stadt, die Planungen mussten daher eng mit Veranstaltungen und anderen Terminen abgestimmt werden. Das ist bislang, auch weil es wegen Corona kaum Veranstaltungen gab, gelungen.

Das ursprünglich auf dem Grundstück stehende Wohn- und Geschäftshaus war bei einem Großbrand am 1. April 2018 vollkommen zerstört worden. Damals, am Ostersamstag, war im Dachstuhl des Hauses ein Feuer ausgebrochen. Aufgrund der engen Bebauung drohten die Flammen auch auf die angrenzenden Häuser überzugreifen, die im Zuge der Brandbekämpfung ebenfalls erheblich beschädigt wurden. Die Feuerwehr konnte die Ausbreitung mit insgesamt fast 200 Einsatzkräften und stundenlangen Löscharbeiten verhindern. Das brennende Gebäude war allerdings nicht mehr zu retten, der Schaden so groß, dass das Haus anschließend komplett abgerissen werden musste.

Die Geschwister Zargari freuen sich, dass sie die Aufgabe angenommen haben. „Wir sind sehr gespannt, wie es am Ende, wenn alles fertig ist, aussieht.“

Der Neuaufbau zog sich hin. Die Schadensregulierung, immer wieder Verzögerungen für den Start des Neubaus, eine echte Herausforderung, da hieß es, hartnäckig am Ball zu bleiben. Coronabedingt, dazu Lieferengpässe, es kamen weitere Hürden, die genommen werden mussten. Es sei schon anspruchsvoll gewesen, gibt Mani Zargari zu. Aber die Geschwister freuen sich, dass sie die Aufgabe angenommen haben. „Wir sind sehr gespannt, wie es am Ende, wenn alles fertig ist, aussieht.“ Im Oktober 2021 sollen die ersten Mieter einziehen.

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