Neues Heft zu Verdener Geschichte

Schluss mit dem Sammelsurium

Drei Frauen und ein Mann präsentieren gemeinsam das neue Mitmach-Heft für Grundschüler
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„Verden früher“ druckfrisch: Gemeinsam mit Bernie Heller von den Verdener Lions präsentieren Rieke Ommen, Julia Nehus und Ana Wächter (v.l.) das Ergebnis ihrer erfolgreichen Koproduktion.

Klar: Geschichte hat stets einige Jahre auf dem Buckel. Wenn aber die Materialien, mit denen Lehrkräfte ihren Schülern Geschichte vermitteln sollen, auch in die Jahre gekommen sind, wird‘s schwierig. Zwei Verdener Grundschullehrerinnen hatten hier eine zündende Idee: Gemeinsam mit der Museumspädagogin des Domherrenhauses - Historisches Museum entwickelten sie das Mitmach-Heft „Verden früher“ für Viertklässler, dass jetzt in den Grundschulen der Stadt Einzug halten soll.

Verden – Die Region erkunden, in der sie leben, sich mit der Geschichte zu befassen, das steht für die vierten Klassen auf dem Lehrplan. Stoff dafür bietet Verden reichlich. Nur ist der für Grundschulen schon lange nicht mehr aufbereitet worden. „Ein Sammelsurium“, „uralte Texte, wo wir nicht mehr wussten, woher die kommen“, beschrieben Rieke Ommen und Ana Wächter, was ihnen als Lehrkräften bislang zur Verfügung stand.

Das wollten die beiden Lehrerinnen der Grundschule an der Jahnstraße ändern. In Kooperation mit Julia Nehus, Museumspädagogin des Domherrenhauses, ist nun das Arbeits- oder besser Mitmach-Heft „Verden früher“ entstanden. Gedacht für den Sachkundeunterricht in Klasse 4, inklusive Handreichung für Lehrkräfte.

Von 500 vor Christi bis zum Mittelalter

„Ich fand die Idee total gut“, betonte Julia Nehus. In dem Heft würde Geschichte auf eine Weise vermittelt, wie sie auch das Domherrenhaus anstrebe: „Zum Anfassen.“

Auf 40 Seiten erzählt „Verden früher“ den Mädchen und Jungen von der Geschichte der Stadt ab 500 vor Christi bis zum Mittelalter. Sie begegnen dem Frankenkönig Karl der Große und natürlich Klaus Störtebeker, erfahren etwas über das Leben von Kindern vor Hunderten von Jahren, über die Feuerwehr und, warum es in Verden eine Norder- und eine Süderstadt gibt.

Das Mitmach-Heft mit einer Erstauflage von 750 Stück soll Viertklässlern in Verden spielerisch die Geschichte ihrer Stadt vermitteln.

Geschickt verknüpften Ommen, Wächter und Nehus dabei ihre kurzen, informativen Texte mit Aktionen. Rätsel wollen gelöst, Bilder gemalt, ein Puzzle zusammengesetzt werden. Ja, sogar einen spannenden Zeitungsartikel können die Viertklässler schreiben. Über einen Brand in der Petersiliengasse. Und wer einen im Heft abgedruckten QR-Code mit seinem Schul-Tablet scannt, hört plötzlich die Stimme von Museumsdirektor Dr. Björn Emigholz als Ritter, der ein wenig „aus der Rüstung“ plaudert. Geschichte wird für die Kinder erlebbar.

„Wenn’s keiner haben will, ist es eben nur für uns beide. Dann hat es sich auch schon gelohnt“ – wie ein Mantra begleiteten diese Worte die beiden Lehrerinnen durch das zurückliegende Jahr, das ihnen als Autorinnen einiges an zusätzlicher Arbeit brachte.

Spende von Verdener Lions sichert Kosten fürs Layout

Die Grundschulen hätte aber bereits großes Interesse an dem Heft gezeigt. An der Jahnschule ist es sogar schon im Einsatz. „Jetzt sind wir sehr gespannt und offen für Anregungen“, bekräftigte Rieke Ommen.

„Da ist ja viel Gehirnschmalz drin“, zollte Bernie Heller der Arbeit des Frauen-Trios großen Respekt. Der Kirchlintler war bis Mitte vergangenen Jahres Präsident der Verdener Lions. Der Service-Club spendete der Museumspädagogik des Domherrenhauses den Erlös aus dem Verkauf des Adventskalenders 2020, stolze 2  500 Euro. Julia Nehus zwackte davon einen Teil ab, so war das Layout des Heftes gesichert. „Ich hätte dafür sonst kein Budget gehabt“, sagte sie und freute sich über die großzügige Spende.

Es muss nicht die letzte Zuwendung sein. Bernie Heller signalisierte jedenfalls am Freitag bei der Vorstellung des Heftes, dass die Lions derlei gerne weiter unterstützen. An den Autorinnen soll es nicht liegen. „Wir mussten uns wirklich beschränken und haben jetzt im Mittelalter aufgehört“, so Rieke Ommen. Dabei gebe es in Verden ja noch so viel mehr zu finden, ergänzte Ana Wächter.

Bedarf ist weiterhin da. Julia Nehus bekräftigte jedenfalls schon mal: „Ich hätte großes Interesse, mit euch noch etwas über die Steinzeit zu machen.“

Von Katrin Preuss

Wo gibt es das Heft?

Das Heft „Verden früher“ ist zum Preis von 6,90 Euro auch in den Verdener Buchhandlungen Heine und Vielseitig erhältlich. Allerdings machen Ana Wächter und Rieke Ommen darauf aufmerksam, dass es als Mitmach-Heft für die vierten Klassen gedacht sei und daher nicht unbedingt von jüngeren Kindern schon zu Hause bearbeitet werden sollte.

Klassensätze können per E-Mail an info@schukom.de bestellt werden. Im Preis enthalten ist dann eine Führung durch die Verdener Innenstadt, als Ergänzung zu den Inhalten des Heftes.

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