Neue Mehrheit möchte Jürgen Weidemann als Ortsbürgermeister

Schluss mit lustig in Borstel

Verden-Borstel - Von Volkmar Koy. Er wollte ungern gehen. Nun muss er wohl. Die Rede ist vom Sozialdemokraten Thomas Gern, der (siehe auch untenstehenden Artikel) alle Ämter niederlegen will. Folglich wird Borstel vermutlich in der konstituierenden Sitzung des Ortsrates am 10. November einen neuen Ortsbürgermeister bekommen.

Das Fass in der Verdener Ortschaft war offenbar übergelaufen. Der bisherige Ortsbürgermeister Thomas Gern hatte bei der jüngsten Kommunalwahl mit mehr als 400 Stimmen zwar ein durchaus beachtliches Ergebnis erzielt, helfen wird ihm das vermutlich aber nicht.

Nach zig Querelen in den vergangenen Jahren hatten offenbar die Vertreter von CDU, FDP und Grünen schlicht die Nase voll von einem Ortsbürgermeister Thomas Gern. Folglich hatte es nach der Wahl diverse Gespräche gegeben mit dem Ergebnis, nunmehr gemeinsame Sache zu machen. CDU-Vertreter Hans-Jürgen Klauner hatte noch vor der Wahl das vorrangige Ziel klar und deutlich formuliert: „Unser Wahlziel ist, Thomas Gern als Bürgermeister abzulösen.“ Das dürfte er voraussichtlich geschafft haben.

Jürgen Weidemann (FDP).

Möglich wird das Ganze allerdings erst durch die Einigung von CDU, FDP und Grünen. Das Hönischer Vorbild vor Augen – dort gibt es einefunktionierende Wählergemeinschaft – wurde Jürgen Weidemann (FDP) gefragt, ob er nicht als Ortsbürgermeister kandidieren würde. Der Liberale befindet sich derzeit noch im Urlaub in Spanien, konnte daher nicht zu der jüngsten Entwicklung gefragt werden. Dem Vernehmen nach hat er seine Bereitschaft zur Kandidatur aber signalisiert.

Regina Klauner (parteilos).

Mit einer kleinen Einschränkung: Weidemann möchte nur zweieinhalb Jahre dieses Amt bekleiden. Abgelöst werden soll er dann von der bei der Kommunalwahl auf der CDU-Liste aufgeführten parteilosen Regina Klauner. Diese Absicht bestätigte sie im Gespräch mit dieser Zeitung. „In Borstel muss endlich Ruhe einkehren. Darin sind wir uns jetzt alle einig.“ InklusiveReinhard Witt, der für die Grünen erstmals in den Borsteler Ortsrat einzieht. Nach seiner Auffassung habe Parteipolitik in Borstel nichts mehr zu suchen. Auch Witt liebäugelt mit einer Konstruktion nach dem Hönischer Vorbild. In Borstel setze er jetzt auf Sachpolitik. Bezüglich der Ortsbürgermeisterwahl hat Witt eine klare Meinung: „Sechs zu vier Stimmen sollten reichen. Da gibt es nichts mehr zu rütteln.“

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