Polizei richtet Ermittlungsgruppe ein

Heftige Massenschlägerei in der Verdener Innenstadt

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Massenschlägerei von Mitgliedern zweier Großfamilien mit insgesamt sechs Verletzten, zwei davon schwer.

Verden - Von Volkmar Koy. Die ganze Innenstadt ein Meer aus Blaulicht und Martinshörnern. Dieses unglaubliche, kaum fassbare Bild bot sich dem unbeteiligten Betrachter am Sonntagabend in Verden. Auslöser war eine Massenschlägerei von Mitgliedern zweier Großfamilien mit insgesamt sechs Verletzten, zwei davon schwer. Die Opfer sind zwischen 30 und 54 Jahre alt.

Nach dem jetzigen Erkenntnisstand hatte zunächst eine verbale Auseinandersetzung zwischen zwei südländischen Familien (die Hauptsitze befinden sich in Verden, die Verwandten sind aber laut Polizei auf den ganzen Landkreis Verden verteilt) zum Abschluss des Verdener Weihnachtsmarktes stattgefunden. Bei den Worten blieb es nicht lange. Kurze Zeit später wurde bereits „handfester“ argumentiert, aus welchem Grund auch immer.

Schnell verlagerte sich das Geschehen vom Rathausvorplatz in Richtung Herrlichkeit. Und dort wurde es dann so richtig heftig. Zeitweilig sollen bis zu 30 Menschen mit Schlagwerkzeugen aufeinander losgegangen sein. Dabei wurden sowohl Mistkabeln als auch Holzlatten gesichtet. Schnell kam auch der Verdacht auf, einer oder mehrere der Männer hätten Waffen oder Messer dabei. Auch die Meldung von einem ersten Todesopfer machte in der restlos unübersichtlichen Gemengelage aus Akteuren, Schaulustigen, Rettungssanitätern und Polizeibeamten die Runde. Das bestätigte sich glücklicherweise nicht.

Dafür wurden die ersten Verletzten in eine Gaststätte in der Oberen Straße und kurze Zeit später nach einer Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht. Die Verdener Polizei zog unterdessen Einsatzkräfte umliegender Dienststellen zusammen. Die Beamten fuhren aus Delmenhorst, Achim, Rotenburg und Osterholz zum Einsatzort. Auch ein Einsatzzug aus Bremen wurde alarmiert. Am Norderstädtischen Marktplatz kamen die Beamten zusammen und warteten auf weitere Einsatzbefehle. Auch Diensthundführer waren mittlerweile vor Ort.

Die Trennung der augenscheinlich verfeindeten Parteien war oberstes Ziel. Bis zum späten Abend konnte die Lage beruhigt werden. Dazu waren zwei Polizeiketten, eine vor der besagten Gaststätte in der Oberen Straße, eine weitere vor einer Kneipe am Johanniswall gebildet worden. In beide Lokalitäten hatten sich die Teilnehmer der Auseinandersetzung, die offenbar ihre Herzen auf den Zungen zu tragen schienen, zurückgezogen. Das Aggressionspotenzial hatte jedenfalls ganz erstaunliche Ausmaße angenommen.

Dabei sind die beiden Familien nach Polizeiangaben keine unbeschriebenen Blätter. Gestern wurde eine Ermittlungsgruppe bei der Polizeiinspektion Verden/Osterholz eingesetzt, um die weiteren Umstände der Schlägerei zu klären. Die Beteiligten beschuldigen sich gegenseitig der Taten. Anzeigen wegen schwerem Landfriedensbruch könnten und dürften ebenso die Folge sein wie wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Gleichzeitig werden Zeugen gesucht, die die Vorfälle rund um den Weihnachtsmarkt, in der Oberen und der Stifthofstraße beobachtet haben. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 04231/8060  zu melden.

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