Schaurige Balladen gepaart mit klangvoller Musik

Ihno Tjark Folkerts gastiert mit neuem Soloprogramm in der Stadtbibliothek

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Ihno Tjark Folkerts begeisterte mit einer Mischung aus Literatur und Musik.

Verden - Zum Ausklang des Wochenendes hatte Ihno Tjark Folkerts zu seinem neuen Soloprogramm „Berühmte Balladen und acht Fantasien von Georg Philipp Telemann“ in die Stadtbibliothek eingeladen. Die Zuhörer konnten sich über einen erlesenen und anregenden musikalisch-literarischen Abend freuen. Folkerts ist auch bekannt als Violinist des Trios Limusin und Teil des Duos Folani.

Schon von Beginn an war Genießen mit allen Sinnen angesagt, mit einem Glas Wein oder Sekt, dazu ein Stück dunkle Schokolade, ließ sich das Publikum gern auf das Kommende einstimmen. Roter Samt auf dem Fußboden und ein Kerzenständer als Dekoration unterstrichen die intime Atmosphäre des Abends. 

Sanfte Fantasien bannen die Zuschauer

Ihno Tjark Folkerts hatte als Programm für den musikalischen Teil des Abends acht der zwölf Fantasien für Violine solo von Georg Philipp Telemann ausgewählt, dessen 250. Todesjahr in diesem Jahr begangen wird. Die kleinen und feinen Stücke gehören mit ihrer Klangfülle und Ausdruckskraft zu den schönsten Kammermusiken des Barocks. Sie bildeten so die ideale Ergänzung zu den berühmten deutschen Balladen von Goethe, Schiller, Heine, Fontane und Droste-Hülshoff, die Folkerts im Wechsel mit den Fantasien rezitierte. 

Den Anfang machte der Künstler mit der ersten Fantasie für Violine in B-Dur. Mit seinem gefühlvollen und virtuosen Spiel begeisterte der Musiker sein Publikum. Gebannt lauschten die Zuhörer den mal sanften, dann wieder expressiven Klängen, die er seiner Violine entlockte.

Musik bietet Entspannung

Doch auch als Rezitator bewies Folkerts seine Qualitäten. Zur Einstimmung gab es die Ballade „Der Handschuh“ von Friedrich Schiller, in der ein mutiger Ritter sich unter die Löwen wagte, um den Handschuh des Edelfräuleins zu holen. So manchem lief wohl ein Schauer über den Rücken, als Folkerts mit treffender Mimik und Gestik Goethes „Erlkönig“ zu Gehör brachte. „Wer reitet so spät durch Nacht und Wind ... .“ Auch Fontanes Ballade „Die Brück‘ am Tay“, in der drei Hexen sich verabreden, um die Brücke mit dem darüber fahrenden Zug einstürzen zu lassen, verfehlte ihre Wirkung nicht. „Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand“, sangen die Hexen höhnisch. In Droste Hülshoffs surrealer Ballade „Der Knabe im Moor“, verstand es Folkerts meisterhaft, die Ängste des Knaben, der allein durchs Moor läuft und sich von Geisterwesen verfolgt sieht, zu transportieren. 

Entspannung fand das Publikum zwischen den Gedichten immer wieder bei der schönen, von Folkerts voller Gefühl dargebotenen Musik. Begeisterten Applaus spendete das Publikum am Ende für einen schönen Abend mit einer gelungenen Komposition von Literatur und Musik.

ahk

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