Stöhnen unter der Gluthitze

Country Days am Stadion klagen über fehlende Umsätze

Kalte Getränke bevorzugt: Thorsten Graue am Zapfhahn.

Verden - Wer dem rustikalen Lebensstil frönen möchte, muss nicht weit reisen: Bei den Country Days von „Verden International“ steht noch bis morgen das Ländliche im Vordergrund. Namhafte Aussteller aus Deutschland und dem nahen Ausland präsentieren Bewährtes, Klassisches und neueste Trends, von Schmuck über Kleidung und Accessoires, sportlichem Zubehör bis hin zum Luxuspferdetransporter. Doch angesichts der Hitze sind vor allem die Schattenplätze zwischen Sport und Ausstellungsmeile begehrt.

„Mancher freut sich ja darüber, aber die meisten stöhnen über die Hitze“, sagte Jan Müller von Art-Cuisine. Für den Herforder hat die Teilnahme an den Country Days Tradition. Doch bislang seien weder Crêpes noch Pizza sonderlich gefragt. „Für unser Geschäft sind Temperaturen um die 20 Grad ideal“, so Müller. „Die Leute haben bei diesen Temperaturen einfach keine Lust, sich zu bewegen.“ Missmutig ist er dennoch nicht. „Ich hoffe auf die letzten Veranstaltungstage und rechne fest damit, dass sich noch einiges bewegen wird.“

Flaute auch am Stand des Deutschen Pferdemuseums, den gestern Vormittag Ina Rohlfing und Christine Rüppell betreuten. „Wir hatten aber bereits regen Betrieb“, erzählte Rohlfing. Mit ihrem Team bietet sie Aktionen wie eine Fühlkiste, das Basteln von Amuletten oder Steckenpferden sowie ein Quiz für Kids an. Thematisch sei das Angebot vor dem Hintergrund der Sonderausstellung auf Indianer ausgerichtet.

Das Deutsche Pferdemuseum hat vor allem Angebote für das jüngere Publikum. - Fotos: Niemann

„Die Leute suchen und lieben vor allem den Schatten“, bestätigte auch Isabell Wiesenbeck, Verkäuferin am Stand von Reitsport Ottenhues, wo es Helme, Handschuhe und Sonnenbrillen für Reiter zu kaufen gibt. „Unsere Kunden kommen gezielt. Sie wissen das innovative Design, den Tragekomfort und die Passform zu schätzen“, betonte sie. Natürlich werde auch der exklusive Geschmack bedient. Beispielsweise mit einem mit echten Swarowski-Steinen besetzten Reithelm. Monika Elmer ist eine der ganz wenigen Kaufkunden, trotz Gluthitze. „Ich brauche dringend neue Reitstiefel“, so die Schweizerin, die auf der Veranstaltung als Prüfungsrichterin fungiert. Zwei, drei, vielleicht auch vier Paare werde sie maximal bei Neigel Gläsmann (KSG Reitsport) anprobieren und „dann gebe ich wegen der Hitze sicher auf.“

Natürlich dürfen bei den Country-Days weder die Kaffeekirschen von Thorsten Graue noch der Stand mit Fruchtgummi und Lakritze von Ramona Holdts nicht fehlen. Doch während Graue seinen Kunden neben Heißgetränken auch kalte Erfrischungen bieten kann, kann sie selbst bei Kindern nicht landen. Ohnehin seien die Umsätze bereits deutlich zurückgegangen.

„Die Veranstaltung ist immer noch wunderschön, aber das internationale Publikum fehlt.“ Die Aussteller hoffen daher, dass ab 2020 die Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde zurückkommt. - nie

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