SPD-Umweltpolitiker vor Ort

Gasbohrungen in Scharnhorst? - „Lasst unser Trinkwasser in Ruhe“

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Zu Fuß ging es von der geplanten Bohrstelle zum Trinkwasserbrunnen.

Verden-Scharnhorst - Um die Tragweite der geplanten Gasbohrung der Deutschen Erdöl-AG (Dea) im Wasserschutzgebiet Panzenberg und die Befürchtungen der Betroffenen deutlich zu machen, hatte die hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth Umweltpolitiker ihrer Fraktion nach Scharnhorst eingeladen: „Was man im fernen Hannover auf den Schreibtisch bekommt, ist nicht zu vergleichen mit einem Gespräch vor Ort.“

Damit dieses von verschiedenen Seiten informativ angereichert werden konnte, waren Vertreter der Bürgerinitiativen gegen Gasbohren aus Walle und Völkersen dabei. Außerdem nahmen am Austausch Trinkwasserverbandsvorsteher Harald Hesse, Bürgermeister Lutz Brockmann und der Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes, Stefan Hamann, teil.

Starke Worte fielen schon im Sitzungsraum des Wasserwerkes. Harald Hesse appellierte an die Vertreter aus dem Landtag, ihren Einfluss geltend zu machen. „Lasst unser Trinkwasser in Ruhe“, richtete er wohl eher an die Dea, die sich auch die Kritik, mit ihrer Unternehmenspolitik für Verunsicherung und Misstrauen zu sorgen, gefallen lassen musste. Gefordert wurde, wie schon im Kreistag am Freitag (wir berichteten), dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung für die von der Dea beantragte neue Bohrung Z12 im Wasserschutzgebiet Panzenberg durchgeführt wird. Bürgermeister Lutz Brockmann sprach die vielen gesetzlichen Auflagen im Wasserschutzgebiet von oben an. „Doch, was passiert unten bei Erdgasbohrungen? Wasser ist unser wertvollstes Gut.“ Dementsprechend müsse man damit umgehen.

Insgesamt wenig Gegenwind für die Dea

Doch außer von Bürgerinitiativen scheint die Dea beim Gasbohren bisher wenig Gegenwind zu bekommen. Zuständig ist das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Brockmann: „Von dort aus muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet werden.“ Weil das bisher aber nicht passierte, fragte Anderas Noltemeyer von der Bürgerinitiative Völkersen, auf welcher Seite das Landesamt eigentlich stehe? „Sind die zum Schutz der Bevölkerung da?“ Die Politiker sollten Druck machen, damit beim LBEG eine neue Philosophie eingeführt wird.

Für ein generelles Verbot von Gasbohrungen in Wasserschutzgebieten sprach sich der umweltpolitische Sprecher und stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Marcus Bosse aus, der sich fragte, warum die Dea nicht freiwillig eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen lasse. „Sie benehmen sich, als hätten sie etwas zu verbergen.“

Das bringt die Bürgerinitiativen auf die Palme, die um die Qualität des Trinkwassers fürchten, mit verseuchten Böden und Erdbeben rechnen. Eine Einladung von Dörte Liebetruth, am Treffen teilzunehmen, habe die Dea aus terminlichen Gründen abgelehnt, hieß es. 

wen

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